Medikamente gegen Asthma richtig anwenden

Medikamente gegen Asthma © ABDA

Medikamente gegen Asthma © ABDA

Zum Vermeiden von Komplikationen muss man inhalative Medikamente gegen Asthma für einen guten Behandlungserfolg richtig anwenden.

Im Grunde genommen sollten Patienten Medikamente gegen Asthma vorzugsweise inhalieren. Wobei bei den inhalativen Medikamenten gegen Asthma bronchiale Fehlanwendungen auch heute noch an der Tagesordnung sind. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Patienten „zu dumm zum Sprühen“ sind. Sondern es liegt meistens daran, dass die Patienten nicht ausreichend geschult und informiert wurden.

 

Inhalative Medikamenten gegen Asthma bronchiale haben im Vergleich zu Tabletten oder Kapseln einige Vorteile

Die Wirkung der inhalativen Medikamente gegen Asthma bronchiale setzt schnell ein. Dabei wirken sie vor allem in der Lunge und haben im Hinblick auf die vergleichsweise niedrige Dosierung nur relativ wenige Nebenwirkungen.

Dem stehen allerdings einige Nachteile entgegen. Denn die Geräte sind nicht nur in hohem Maße erklärungsbedürftig. Die Bedienungsschritte unterscheiden sich darüber hinaus zwischen den vielen Gerätetypen. Das macht jeden Präparatewechsel, beispielsweise wegen eines Rabattvertrages, problematisch. Unter dem Strich schränken die verschiedenen Handhabungsfehler jedenfalls die Wirksamkeit und auch die Verträglichkeit der Medikamente gegen Asthma deutlich ein.

 

Unterschiedliche Fehlerursachen

Im Grunde genommen unterscheiden sich die Fehlerursachen je nach Inhalatortyp. Beispielsweise funktionieren Treibgas gefüllte Dosieraerosole wie kleine Sprühdosen. Wobei man einige von ihnen vor der Anwendung schütteln muss. Wobei viele Betroffene das oft vergessen.

Zeitgleich zum Auslösen muss der Patient langsam und tief einatmen und dann die Luft für mindestens fünf Sekunden anhalten. Wenn Patienten Probleme mit der Synchronisation haben, so kann unter anderem eine Vorschaltkammer helfen.

Im Unterschied zu Dosieraerosolen müssen die Patienten bei Pulverinhalatoren möglichst kräftig einatmen. Ohne einen hinreichend hohen Atemfluss wird das Pulver nicht verwirbelt und auch nicht in eine lungengängige Größe zerteilt, das Präparat wäre sehr viel schlechter wirksam. Wegen der Flussabhängigkeit der Wirkung müssen Pulverinhalatoren bei eingeschränkter Lungenfunktion sorgfältig ausgewählt werden. Das betrifft in erster Linie Kinder, Senioren und Schwerkranke.

 

Schulung und regelmäßiges Monitoring

Wegen dieser für den Therapieerfolg relevanten Probleme muss jedenfalls eine korrekte Handhabung durch Schulung und regelmäßige Monitoringtermine sicher gestellt werden. Bei der Schulung erläutert ein Arzt die Funktionsweise des konkreten Präparats zunächst Schritt für Schritt. Weiter demonstriert er dann den korrekten Gebrauch unter Zuhilfenahme eines Demogerätes und lässt den Patient zuletzt unter Aufsicht üben.

Um Handhabungsfehler erkennen und korrigieren zu können, lässt man den Patienten bei einem Monitoring die geübte Praxis mit einem Demogerät vorführen. Ein Monitoring sollte man zeitnah nach der Erstverordnung, nach jedem Präparatewechsel und mindestens einmal jährlich durchführen. Denn es dauert nur wenige Minuten. Das Monitoring ist allerdings entscheidend dabei, die Handhabungskompetenz zu verbessern. Und damit auch die Therapie mit den inhalativen Medikamenten gegen Asthma zu optimieren.


Literatur:

Kwah JH, Peters AT. Asthma in adults: Principles of treatment. Allergy Asthma Proc. 2019 Nov 1;40(6):396-402. doi: 10.2500/aap.2019.40.4256. PMID: 31690379.

Newman SP. Drug delivery to the lungs: challenges and opportunities. Ther Deliv. 2017 Jul;8(8):647-661. doi: 10.4155/tde-2017-0037. PMID: 28730933.

Sanchis J, Gich I, Pedersen S; Aerosol Drug Management Improvement Team (ADMIT). Systematic Review of Errors in Inhaler Use. Has Patient Technique Improved Over Time? Chest. 2016 Aug;150(2):394-406. doi: 10.1016/j.chest.2016.03.041. Epub 2016 Apr 7. PMID: 27060726.

Crompton G. A brief history of inhaled asthma therapy over the last fifty years. Prim Care Respir J. 2006 Dec;15(6):326-31. doi: 10.1016/j.pcrj.2006.09.002. Epub 2006 Nov 7. PMID: 17092772; PMCID: PMC6730840.


Quellen: MEDMIX 04/2007; ABDA

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