Zusatznutzen der Masernimpfung

Masern © adriaticfoto / shutterstock.com

Die Masernimpfung schützt vor dem Masern-Virus und verhindert gleichzeitig, dass andere Erreger das durch Masern geschwächte Immunsystem erfolgreich attackieren.

Die Masernimpfung schützt nicht nur vor dem Masern-Virus, sondern verhindert auch, dass andere Infektionskrankheiten das Immunsystem missbrauchen, nachdem dieses das Masern-Virus schädigte beziehungsweise schwächte. Dies berichteten Wissenschafter im Zuge einer unlängst veröffentlichen Studie.

Die durch das Masern-Virus hervorgerufene Erkrankung gilt als hoch ansteckende Infektionskrankheit, die überwiegend im Kindesalter auftritt. Die Infektionskranheit hat neben roten Hautflecken, auch Fieber und einen sehr stark geschwächten Allgemeinzustand zur Folge. In manchen Fällen kann es außerdem zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen – darunter Lungen- und Hirnentzündungen.

 

Masernimpfung gegen die Amnesie des Immunsystems

Aktuelle Studienerkenntnisse zeigen nicht nur, wie wichtig die Masernimpfung ist. Sondern sie erklären zudem, warum die Einführung der Masernimpfung zu einer rasanten Reduktion von Todesfällen führten. Übrigens hatten Wissenschafter zuvor einen wesentlich geringeren Vorteil vermutet.

Michael Mina und Kollegen analysierten Daten aus der Zeit vor und nach der Einführung der Masernimpfung in England, Wales, den USA und Dänemark. Ihre Ergebnisse weisen darauf hin, dass Masern das Gedächtnis unseres Immunsystems schädigt, sodass dieses vergisst, wie es eine Reihe bakterieller Eindringliche zu bekämpfen hat. Dies ist nichts neues, denn bereits frühere Studien zeigten, dass Masern für Wochen oder Monate nach der Infektion eine Art Amnesie des Immunsystems verursacht.

 

Masernimpfung unterstützt das Immunsystem allgemein und wirkt offensichtlich auch gegen andere Infektionskrankheiten

Diese zitierte Studie erweitert dieses Wissen jedoch und zeigt, dass die durch Masern verursachten Schäden des Immunsystems nicht nur über Wochen und Monate, sondern über zwei oder drei Jahre andauern können. In dieser Zeit sind Menschen, die das Masern-Virus besiegt haben, äußerst anfällig für opportunistische Pathogene, so die Wissenschafter. Die aktuelle Analyse zeigt eine deutliche Korrelation zwischen Masern und anderen Todesfällen durch andere Infektionserkrankungen. Zudem weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die Masern-Impfung eine große Rolle in der Reduktion der Todesfälle durch andere Infektionserkrankungen spielt.

Zusammenfassend gelten diese Erkenntnisse als wichtiger Hinweis dafür, dass die Masernimpfung das Gedächtnis des Immunsystems schützt, wodurch sie indirekt zu einem Schutz vor diversen anderen pathogenen Eindringlichen beiträgt.


Literatur:

Mina MJ, Metcalf CJ, de Swart RL, Osterhaus AD, Grenfell BT. Long-term measles-induced immunomodulation increases overall childhood infectious disease mortality. Science. 2015 May 8;348(6235):694-9. doi: 10.1126/science.aaa3662. Epub 2015 May 7. PMID: 25954009; PMCID: PMC4823017.

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