Die Heilpflanze Mariendistel ist wirksam gegen verschiedene Beschwerden der Leber

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Die Mariendistel schützt die Leber vor Schadstoffen. Die Inhaltsstoffe der Heilpflanze helfen bei der Regeneration der Leberzellen und bei erhöhten Leberwerten.

Die Mariendistel ist eine altbewährte Heilpflanze, die häufig bei verschiedenen Problemen der Leber als natürliche Behandlungsalternative zur Anwendung kommt. Das ist beispielsweise bei Patienten mit erhöhten Leberwerten der Fall. Diese erhöhen sich beispielsweise durch verschiedene Schädigungen der Leber, die durch Alkohol oder Medikamente verursacht wurden. Auch zur Verbesserung der Leberfunktion soll man Zubereitungen der Heilpflanze einsetzen.



Seit Jahrhunderten verwenden sie Kräuterexperten, Apotheker, Naturheiler und Ärzte jedenfalls zur Behandlung einer Vielzahl von Lebererkrankungen. Dazu gehören auch Erkrankungen der Fettleber, Hepatitis und Leberzirrhose. Zudem soll die Mariendistel die Leber auch vor Umweltgifte schützen. Hier kommen sie im Grunde genommen zur unterstützenden Therapie zur Anwendung. Wobei es für diese Anwendungsgebiete auch eine starke wissenschaftliche Evidenz gibt.

 

Das vielfältige Wirkprinzip der Heilpflanze Mariendistel mit seinem Silymarin bei verschiedenen Problemen mit der Leber

Die für die Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe der Mariendistel gehören die Flavonolignane. Das bekannte Silymarin ist ein Gemisch aus Silibinin, Silydianin, Silychristin, Isosilybin und weiteren Flavonol-Derivaten. Wobei der pharmakologisch wirksamste Bestandteil von Silymarin das Silybin ist. Und das ist damit auch die der wichtigste Inhaltsstoff der Mariendistel. Zahlreiche – vor allem europäische – Studien in den letzten Jahrzehnten belegten die Wirksamkeit von Mariendistel bei Erkrankungen Leber. Dabei zeigte sich immer stärker, dass der Wirkstoff Silymarin auf mehrfache Weise einen Leber schützenden Effekt entfaltet.

Bei einer Fibrose im Zusammenhang mit chronischen Lebererkrankungen kommt es zu einer krankhaften Vermehrung von Bindegewebe (Leberkollagen). Hierzu kann das Silymarin mit seinen antifibrotischen Effekten entgegenwirken.

 

Zellschutz

Antioxidative Wirkung. Das Silymarin wirkt antioxidativ und verringert somit auch die Produktion freier Radikale. Es reduziert auch die die Peroxidation von Lipiden, wenn beispielsweise die Leber durch Alkohol oder Medikamente geschädigt ist. Bei der Peroxidation von Lipiden entstehen Fettsäure-Radikale, die Schäden an der Zellmembran verursachen.

Weiter unterstützt das Silymarin die Leberzellen, indem es an die Rezeptoren der Leberzellmembranen bindet. Das kann wiederum das Andocken und Eindringen von Giftstoffen erschweren. Zudem Silymarin steigert die Proteinsynthese (Neubildung von Proteinen in Zellen) und wirkt so unterstützend bei der Regeneration der Leberzellen.

Das Silymarin kann auch die 5-Lipoxygenase (Leukotriene-Synthese) hemmen und damit gegen Entzündungen wirken. Man spricht von entzündungshemmenden oder antiinflammatorischen Effekte. In diesem Zusammenhang zeigten manche Studien auch eine Immunmodulation (TNF-alpha), bei der sich die Abwehrkräfte positiv veränderten.

Die Heilpflanze kann zudem auch zu hohe Transaminasenwerte (wie S-GOT/S-AST und S-GPT/SALT) im Blut senken. Dementsprechend kommt es dadurch es zu sinkenden Transaminasenwerten. Dabei vermutet die Forschung, dass das wiederum positiv auf den verlaufenden Regenerationsprozess wirkt. Und zwar nachdem Giftstoffe die Leber geschädigt hatten.

 

Studienergebnisse zur Mariendistel

Die Mariendistel hilft zu besseren Blutwerten. wenn die Leber durch Alkohol Schäden nahm. Eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte finnische Studie untersucht beispielsweise 97 Patienten mit erhöhten Transaminasenwerten. Die Probanden litten zumeist an leichteren, alkoholinduzierten Lebererkrankungen.

Die eine Gruppe der Studienteilnehmer erhielten 420 mg Silymarin pro Tag. Die Patienten in der Kontrollgruppe bekamen ein Placebo. Nach vier Wochen zeigte sich durch das Silymarin eine signifikante Senkung von S-GPT/S-ALT. Zudem zeigte sich eine Verbesserung bei den Leberfunktionstests mit Bromsulfophthalein (BSP-Retention).



Eine italienische, doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte die antioxidative Wirkung der Mariendistel. Und zwar schlossen die Forscher dazu 60 Patientinnen im Alter von 40 bis 60 Jahren ein. Ein Kriterium war, dass die Probanden bereits seit mehr als fünf Jahren eine Therapie mit neuroleptischen Wirkstoffen wie Phenothiazinen und/oder Butyrophenonen erhielten. Weiter bestimmten die Wissenschaftler den Serumspiegel von Malondialdehyd (MDA – Marker für schädliche Lipidperoxidation).

Der Serumspiegel von Malondialdehyd verbesserte sich bei den Patienten, die zusätzlich zur Therapie mit Psychopharmaka auch 800 mg Silymarin pro Tag erhielten. Und zwar war das signifikant im Vergleich zu Placebo. So scheint Silymarin einen Nutzen bei Leber bezogener Lipid-Peroxidation unter der Dauertherapie mit Medikamenten zu bieten.

 

Zusammenfassung

Die Schutzwirkung der Mariendistel für die Leber konnten jedenfalls in den letzten 50 Jahren zahlreiche Studien  eindrucksvoll beweisen. Auch in Zeiten, in den immer mehr Menschen Adipositas und Übergewicht haben, zeigt die Mariendistel gegen die dadurch immer häufiger auftretende Fettleber eine Schutzwirkung.

Schließlich sind Silymarin-Präparate auch bei Leberzirrhose eine interessante Zusatzbehandlung. Dennoch betonen Experten, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Mariendistel allgemein als Schutz gegen Schäden der Leber empfehlen zu können.

Jedenfalls muss die Anwendung, die oft auch in der Selbstbehandlung erfolgt, unbedingt in der Patientenakte dokumentiert werden. In der Apotheker sollte man rezeptfreie Mariendistel-Präparate in die Medikamentenabstimmung einbeziehen und Ärzte sowie Pflegepersonal auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen.

Literatur:

Ted George O. Achufusi; Raj K. Patel. Milk Thistle. StatPearls [Internet]. September 3, 2019.

Palasciano G et al. The effect of silymarin on plasma levels of malon-dialdehyde in patients receiving long-term treatment with psychotropic drugs. Curr Ther Res Clin Exp 1994; 55: 537-545.

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