Management von Fieber unbekannter Ursache

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Dr. Darko Stamenov
Dr. Darko Stamenov
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Bei Fieber unbekannter Ursache muss der Arzt die Diagnostik unabhängig vom Alter des Patienten einleiten, zudem muss man eine mögliche Therapie finden.

Fieber unbekannter Ursache ist ein definiertes Krankheitsbild, das vorliegt, wenn ein Patient über mindestens drei Wochen bei mehreren Gelegenheiten dokumentiertes Fieber zeigt und trotz einer 3–5 Tage dauernden, engagierten Durchuntersuchung im Krankenhaus keine Ursache gefunden werden kann. Für Fieber unbekannter Ursache selbst gibt es keine Therapie. Es ist absolut nicht gut, wenn man dann einfach mit einem Breitspektrumantibiotika die Therapie beginnt.



Je nach Altersgruppe sind nur 25 bis 50% der Erkrankungen mit Fieber unbekannter Ursache auf Infektionen zurück­zuführen und selbst hier können Erkrankungen – wie beispielsweise die Tuberkulose – nicht mit normalen Breitspektrumantibiotika behandelt werden.

Daher gilt es als Fehler, bei einem Patienten, der die Definition von Fieber unbekannter Ursache erfüllt, ohne Grundlage eine Therapie zu beginnen. Bei einzelnen Patienten gibt es im Laufe der Abklärung Hinweise auf eine bestimmte Fieber-Ätiologie, obwohl das Krankheitsbild schwer nachzuweisen ist. So wird man bei ­einem fiebernden Patienten aus einem Tuber­kulose-Risikogebiet mit passender Histologie – aber ohne ­Erregernachweis – eine Tuber­kulose-Therapie probieren.

 

Sympto­matische Maßnahmen bei Fieber unbekannter Ursache

Fieber ist grundsätzlich nicht schlecht und viele Patienten mit Fieber ­unbekannter Ursache haben auch kein sehr hohes Fieber. Trotzdem kann Fieber ­unbekannter Ursache auch hoch sein oder diverse Verläufe – hektisch oder kontinuierlich – annehmen.

Wenn ein Patient sehr stark fiebert, dann sollte man gegen die Beschwerden fiebersenkende Maßnahmen einleiten. Besonders bei schwer vorgeschädigten Patienten, mit Erkrankungen der Lunge, von Herz und Gefäßen sowie mit zerebralen Erkrankungen sind der erhöhter Sauerstoffbedarf und die Tachykardie eine Belastung. Hier kann man eventuelle Komplikationen vermeiden, indem man den Sauerstoffbedarf verringert.

Die Fiebersenkung kann in einigen Situationen hingegen zu Verwirrung führen. Denn auch Medikamente – beispielsweise fiebersenkender Art und selbst Kortison – können Fieber unbekannter Ursache auslösen. Je weniger Medikamente eingesetzt werden, desto leichter ist eine Abklärung der Ursache möglich.



 

… wenn bei Fieber die Diagnostik kein Ergebnis bringt

Bei etwa 10% der Fälle kann keine Kausalität gefunden werden, wobei es wichtig ist, dass diese 10% für alle Patienten gelten. Sehr oft scheuen sich Ärzte bei älteren Patienten – von 60 Jahren aufwärts – noch eine Abklärung anzugehen, weil sie kein sinnvolles Ergebnis erwarten. Doch gerade bei Fieber unbekannter Ursache in dieser ­Altergruppe gibt es eine Aufklärungsquote von über 90%. Die Diagnostik muss unabhängig vom Alter des Patienten erfolgen und besonders wichtig ist, die behandelbaren Ursachen abzuklären.

Hat ein 80-jähriger Patient beispielsweise eine Lungenverschattung und geht der Untersucher daher von einem Karzinomfieber aus, wird dieser Patient vermutlich nicht mit denselben – teilweise belastenden – Optionen therapieren werden wie einen 40-Jährigen. Hingegen wäre es ein Fehler, eine Tuberkulose oder einen Abszess im Bereich der Gallenwege zu übersehen, die man auch im ­Alter gut behandeln kann.

Ganz wichtig ist, besonders bei Betagten, immer die Arteriitis temporalis auszuschließen. Wobei die gar nicht so selten auftritt und in spezialisierten Zentren regelmäßig diagnostiziert wird. Klassischerweise haben solche Patienten Kopfschmerzen, doch sind diese nicht immer vorhanden und auch der Lokalbefund kann unauffällig sein. Übersieht man aber diese Erkrankung, erblindet der Patient.

Im amerikanischen Schrifttum gilt es als schwerer Kunstfehler, bei einem Patienten mit Fieber unbekannter Ursache und hoher Blutsenkung nicht an eine Arteriitis temporalis zu denken. Früher war die Dia­gnostik aufgrund der Biopsie unangenehm, heute steht Interleukin 6 als Hinweis und vor allem der PET-Scan zu Verfügung, der bei Befall dieser Gefäße eindeutige Signale zeigt.

 

Worauf beim ­Management von Fieber unbekannter Ursache besonders zu achten ist

Wichtig ist primär die Aufklärung. Laut Definition gilt Fieber in den ersten drei Wochen noch nicht als Fieber unbekannter Ursache. Denn in dieser Zeitspanne sind die üblichen, selbst limitierten Viruserkrankungen enthalten.

Generell muss man Patienten in dieser Zeit genau betrachten. Und man kann bei Fieber, das ohne grobe Infektzeichen bis zu drei Wochen andauert, erst einmal warten. Wenn allerdings klare Hinweise für Fieber unbekannter Ursache vorliegen, dann ist es falsch, nichts zu unternehmen. Das ist zum Beispiel der Fall bei einem Gewichtsverlust von 1 kg pro Woche.




Literatur:

Ilona Brown; Nancy A. Finnigan. Fever of Unknown Origin (FUO). StatPearls [Internet]. Last Update: November 18, 2018.


Quellen: Fieber unbekannter Ursache. Dr. Darko Stamenov. MEDMIX 4/2008.

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