Magnesium vorbeugend gegen Kopfschmerzen und Migräne

Magnesium unterstützt die Patienten mit Migräne und Kopfschmerzen. © Maridav / shutterstock

Magnesium unterstützt die Patienten mit Migräne und Kopfschmerzen. © Maridav / shutterstock

Durch regelmäßige zusätzliche Einnahme von Magnesium können Patienten mit Kopfschmerzen und Migräne Stärke und Dauer der Beschwerden lindern.

Wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt auch bei Kopfschmerzen und Migräne, dass das Vorbeugen besser ist als das Heilen. Hierzu gilt auch die regelmäßige Einnahme von Magnesium als effektive, vorbeugende Maßnahme. Es kann aber auch die Behandlung unterstützen. Dabei ist sowohl orales als auch intravenös verabreichtes Magnesium bei Kopfschmerzen weit verbreitet. Es ist sehr sicher und kostengünstig und kann bei Patienten mit Magnesium-Mangel hochwirksam sein. Angesichts der Eigenschaften von Magnesium und der Tatsache, dass bei bis zur Hälfte der Migräne-Patienten ein Magnesiummangel vorliegt, ist bei allen Migräne-Patienten eine Behandlung mit oralem Magnesium gerechtfertigt. Vor allem auch deswegen, weil routinemäßige Blutuntersuchungen keinen Hinweis auf den Magnesium-Mangel geben.

 

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitet

Viele Menschen, etwa 7 von 10, leiden an Kopfschmerzen. Und zwar von selten bis 15 Tage und mehr im Monat. Dabei handelt es sich 90 Prozent der Fälle um Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Etwa vier bis fünf Prozent leiden sogar täglich darunter. Betroffene mit Spannungskopfschmerzen beschreiben, dass sich der Schmerz durch ein drückendes und dumpfes Gefühl bemerkbar macht. Er entwickelt sich meistens im Nacken und geht manchmal dann bis zu den Augen.


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Verbesserung der Behandlung von Kopfschmerzen wie Migräne mit Magnesium

Magnesium und Vitamine können dabei helfen, chronische Schmerzen wirksamer zu behandeln. © Marian Weyo / shutterstock.com

Migräne-Attacken sind sehr belastend und beeinträchtigen die Lebensqualität sehr. Zum quälenden, halbseitigen Kopfschmerz, der oft ohne Vorwarnung und überfallartig auftritt, kommen meist auch noch Übelkeit, Erbrechen, Lsowie icht- und Lärmempfindlichkeit dazu. Das macht jede Aktivität zur Qual. Nicht selten bleiben Migränepatienten im Bett im abgedunkelten Zimmer. Das kann dann bis zu drei Tage lang andauern.

 

Ursachen und Triggerfaktoren

Die Ursachen der Schmerzattacken sind nach wie vor Gegenstand der Forschung. Muskelverspannungen im Bereich von Nacken, Schultern, Gesicht und Augen können Auslöser sein. Solche Verspannungen treten insbesondere durch einseitige Körperhaltungen am Schreibtisch, bei der Computerarbeit oder langen Autofahrten auf. Einiges deutet darauf hin, dass neben verspannter Muskulatur das Gehirn besonders aktiv auf Reize reagiert. Auslöser, so genannte Triggerfaktoren wie Stress, Lärm, unregelmäßiger Schlaf, Änderungen im gewohnten Tagesablauf, manche Nahrungsmittel oder auch massive Verspannungen können „das Fass zum Überlaufen bringen“.

 

Wenn Medikamente Kopfschmerzen verursachen

Man muss wissen, dass man manche Medikamente gegen Kopfschmerzen und Migräne maximal an zehn Tagen pro Monat einsetzen sollte. Denn sonst drohen noch mehr Kopfschmerzen. Im Grunde genommen können alle Schmerzmittel (Analgetika) den sogenannten Medikamenteninduzierten Kopfschmerz auslösen. Allerdings sind insbesondere die Migränemittel Triptane und Ergotamine dafür bekannt.

Das alles bedeutet für die betroffenen Patienten, dass sie an 20 Tagen im Monat die Schmerzen ohne Tabletten aushalten müssen. Deswegen spielt die Vorbeugung auch eine sehr wichtige Rolle. Hilfreich ist zudem, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Denn das macht die Diagnose wiederkehrender Kopfschmerzen leichter und hilft bei der Überwachung einer Behandlung.

Auch die Patienten können mögliche Auslöser der Schmerzattacken leichter identifizieren. Und sie können dann versuchen, diese weitestgehend zu meiden. Ein gutes Beispiel dazu ist Stress. Wer beispielsweise auf Stresssituationen mit Schmerzanfällen reagiert, kann durch verschiedene Entspannungstechniken schon im Vorfeld die Krankheit im Zaum halten.

 

Magnesium entspannt die Muskeln, beruhigt die Nerven und hilft bei Migräne und anderen Kopfschmerzen

Magnesium ist an einer Vielzahl von biochemischen Prozessen im Zusammenhang mit den Krankheitsvorgängen (Pathophysiologie) der Migräne beziehungsweise bei Kopfschmerzen beteiligt.

Im Grunde genommen spielt das Magnesium auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Muskelverspannungen sowie der Erregbarkeit des Nervensystems. Deswegen kommt Magnesium ist nicht nur bei Kopfschmerzen sondern allgemein bei anderen chronischen Schmerzen wie bei neuropathischen Schmerzen und Rückenschmerzen eine interessante zusätzliche Behandlungsmöglichkeit.

Ein Magnesiummangel kann aber auch zu Müdigkeit, Reizbarkeit, Muskelkrämpfen, Schlafstörungen sowie Kopfschmerzen und Migräne führen. Sinnvoll ist es daher, auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

In einer Studie erhielten beispielsweise Migräne-Patienten täglich morgens und abends 300 Milligramm Magnesium. Dadurch konnten sie die Stärke und die Dauer der Beschwerden deutlich vermindern. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt übrigens in ihren Leitlinien ebenfalls hochdosiertes Magnesium. Und zwar sollen zweimal täglich 300 mg sowohl die Behandlung als auch die Vorbeugung von Kopfschmerzen und Migräne unterstützen.

 

Intravenöses Magnesiumsulfat in der Notaufnahme zur Behandlung von akuten Kopfschmerzen

Nicht-traumatische Kopfschmerzen machen bis zu 4% aller Besuche in der Notaufnahme aus. Hauptsächlich kommen verschiedene Schmerzmittel zum Einsatz, um eine Medikamentensucht auf spezielle Mittel zu vermeiden. Eine aktuelle Studie hat nun die Verabreichung von intravenösem Magnesiumsulfat (Intervention) mit Placebo, Corticosteroiden, Dopaminantagonisten, Ergotaminen, NSAR und Triptanen verglichen.

Im Blickpunkt standen vor allem eine besseren Schmerzkontrolle sowie die geringere Rückfallrate nach 24 Stunden. Außerdem brauchten die Patienten weniger Notfallschmerzmittel. Schließlich zeigten sich allgemein weniger nachteilige Medikamenteneffekte.

Unter dem Strich zeigte die Studie, dass das intravenöse Magnesiumsulfat bei der Behandlung von akuten nicht-traumatischen Kopfschmerzen auch länger als eine Stunde von Nutzen war.


Literatur:

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