Magnesium für das Immunsystem, als Krebsvorsorge sowie bei Krebs

Pulverförmiges Magnesiumoxid © wikimedia

Pulverförmiges Magnesiumoxid © wikimedia

Magnesium ist wichtig für das Immunsystem, zudem könnte es auch als Krebsvorsorge sowie bei Krebs im Kampf gegen Tumorzellen helfen.

Der Spiegel von Magnesium im Blut spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Und zwar wie gut Magnesium unsere Abwehrkräfte dabei unterstützt, verschiedene Krankheitserreger oder auch Krebs bekämpfen können. Dazu haben Forschende der Universität und des Universitätsspitals Basel berichtet, dass beispielsweise T-Zellen ausreichend Magnesium brauchen, um korrekt funktionieren zu können. Diese neuen Erkenntnisse zu Magnesium sind potenziell auch wichtig für die Krebsvorsorge beziehungsweise bei Erkrankung im Kampf gegen Tumorzellen.

Ein Mangel an Magnesium hängt jedenfalls mit verschiedenen Erkrankungen wie Infektionen und Krebs zusammen. Aus früheren Studien weiss man, dass sich Krebsgeschwüre schneller im Körper von Mäusen ausbreiten, wenn die Tiere eine Magnesium arme Ernährung erhalten. Auch ihre Abwehrkräfte gegen Grippeviren waren beeinträchtigt. Wie genau dieser Mineralstoff das Immunsystem beeinflusst, war bisher jedoch wenig erforscht.

 

Die Rolle von Magnesium bei Krebs

Forschende um Prof. Dr. Christoph Hess vom Departement Biomedizin der Universität und des Universitätsspitals Basel und dem Departement Medizin der Universität Cambridge haben entdeckt, dass T-Zellen entartete oder infizierte Zellen nur in Magnesium reicher Umgebung wirksam eliminieren können. Konkret spielt Magnesium eine Rolle für die Funktion eines Oberflächen-Proteins der T-Zellen namens LFA-1.

Im Grunde genommen funktioniert das LFA-1 als Andockstelle, was für die Aktivierung von T-Zellen wichtig ist. Allerdings ist diese Andockstelle im Ruhezustand quasi zugeklappt. Damit kann es auch infizierte oder entartete Zellen nicht effizient binden. Hierzu kommt das Magnesium ins Spiel. Denn wenn das Magnesium in der Umgebung der T-Zellen in ausreichender Menge vorhanden ist, dann bindet es an LFA-1 und sorgt dafür, dass das Protein in offener Position verbleibt und somit aktiv sein kann.

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Wie relevant Magnesium zur Krebsvorsorge sowie bei Krebs ist

Die Erkenntnis, dass Magnesium für die Funktion von T-Zellen essenziell ist, hat potenziell grosse Relevanz für moderne Immuntherapien gegen Krebs: Diese zielen darauf ab, das Immunsystem – insbesondere cytotoxische T-Zellen – gegen die Krebszellen zu mobilisieren. Die Forschenden konnten in experimentellen Modellen zeigen, dass die Erhöhung der lokalen Magnesiumkonzentration in Tumoren die Immunantwort der T-Zellen gegen Krebszellen verstärkte.

Jedenfalls suchen die Forscher nun Wege, die Konzentration von Magnesium in Tumoren gezielt zu steigern. Damit will man die beschriebene Beobachtung klinisch prüfen. Dass solche Strategien erfolgversprechend sind, zeigen weitere Analysen des Forschungsteams. Beispielsweise konnte man anhand von Daten aus bereits abgeschlossenen Studien zu Krebs nachweisen, dass Immuntherapien bei Patienten mit einem Mangel an Magnesium im Blut schlechter wirkten.

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Fazit

Hat nun eine regelmässige Einnahme von Magnesium im Zusammenhang mit einer möglichen Krebsvorsorge allgemein einen Einfluss auf das Risiko für Krebs hat. Dass kann man bislang aufgrund der bisherigen Daten nicht beantworten. Als nächsten Schritt planen die Forscher jedenfalls prospektive Studien, um den klinischen Effekt von Magnesium als Katalysator für das Immunsystems zu prüfen.


Literatur:

Jonas Lötscher, Adrià-Arnau Martí i Líndez, Nicole Kirchhammer, Carolyn G. King, Alfred Zippelius, Christoph Hess  et al. Magnesium sensing via LFA-1 regulates CD8+ T cell effector function. Cell (2022). Published: January 19, 2022DOI:https://doi.org/10.1016/j.cell.2021.12.039


Quelle: Universität Basel, Departement Biomedizin, Universitätsspital Basel

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