Männer und Osteoporose immer öfter thematisiert

Osteoporose wird bei Männern wie bei Frauen diagnostiziert. Basis der medikamentösen Therapie ist auch hier eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D.

Osteoporose nimmt bei Männern und Frauen mit dem Alter zu. Wenngleich die Zunahme des altersabhängigen Risikoes einer Fraktur bei Frauen höher ist als bei Männern. Betreffend einer klinisch relevanten Fraktur der Wirbelkörper schätzt die Wissenschaft das Risiko für eine Frau als dreimal so hoch.

Das Risiko während dem Leben eine osteoporotische Fraktur zu erleiden, wurde für eine 50-jährige kaukasische Frau in den USA mit etwa 40%, für einen 50-jährigen kaukasischen Mann mit nur 13%, errechnet. Epidemiologische Studien haben jedoch gezeigt, dass bei etwa jedem zehnten älteren Mann atraumatische Wirbelkörperdeformitäten vorliegen.

 

Osteoporotische Frakturen versachen aber nicht nur Schmerzen. Sondern es kommt auch zu körperlichen Beeinträchtigungen. Infolgedessen beeinträchtigen die wichtige Funktionen und führen im extremen Fall schließlich sogar zu Verlust der Mobilität.

Unter dem Strich bedingen Frakturen durch Osteoporose einerseits Schmerzen. Andererseits kommt es zu körperlichen Beeinträchtigungen mit Funktionseinbußen. Schließlich führen diese im extremen Fall zur Immobilität. Durch osteoporotische Frakturen erhöht sich zudem auch die Mortalität. Wobei man hierzu ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede erheben konnte. Nach Hüftfrakturen war beispielsweise die Mortalität bei Männern vierfach höher als bei Frauen. Hingegen ergaben sich bei vertebralen Frakturen keine relevanten Geschlechtsunterschiede betreffend der Mortalität.

Die maximale Knochenmasse ist jedenfalls bei Männern etwa um 25% höher als bei Frauen. Zudem weisen Frauen und Männer Unterschiede in der Knochengeometrie auf. Die größeren Durchmesser der Wirbelkörper und langen Röhrenknochen bei Männern stellen einen bis vor kurzem unterschätzten Schutzfaktor gegenüber Osteoporose dar. Auch der geringere altersabhängige Knochenverlust bei Männern basiert auf einer stärkeren periostalen Knochenneubildung bei Männern.

 

Männer und Osteoporose immer öfter im Fokus

Für die meisten Menschen ist Osteoporose eine Frauenkrankheit. Aber die Wahrheit ist, dass Männer und Osteoporose sehr häufig ist und bei einem von vier Männern im Alter ab 50 Jahren Knochenbrüche als Folge der Erkrankung auftreten – eine höhere Rate als bei Krebs der Prostata. Deswegen muss man bestehende Richtlinien zum Screening auf Osteoporose im Sinne der erkrankten Männer modifiziert werden. Dementsprechend lautet ein Forderung von Wissenschaftern des National Jewish Health.

In einer Studie hatte man mehr als 3.000 männliche und weibliche Raucher sowie ehemalige Raucher im Alter von 45 bis 80 untersucht. Dazu hat man auch deren Knochendichte gemessen. Die Forscher entdeckten, dass Männer etwas häufiger eine geringe Knochendichte und auch Wirbelfrakturen haben. Schließlich erlitten 60 Prozent der Männer Wirbelfrakturen. Und zwar im Vergleich zu 40 Prozent der Frauen. Weiter hatten 55 Prozent der Männer eine niedrige Knochendichte – im Vergleich zu 45 Prozent bei Frauen.


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