Lycopin in Tomaten gut für die Zellen, Herz und Gefäße sowie gegen Krebs

Die Bioverfügbarkeit von Lycopin aus gekochten Tomaten oder Tomatensaucen ist deutlich höher als aus rohen Tomaten. © Gayvoronskaya Yana / shutterstock.com

Die Bioverfügbarkeit von Lycopin aus gekochten Tomaten oder Tomatensaucen ist deutlich höher als aus rohen Tomaten. © Gayvoronskaya Yana / shutterstock.com

Lycopin (vor allem reichhaltig in Tomaten) kann mit seiner Wirkung nicht nur das Herz und die Gefäße, sondern auch die Körperzellen und gegen Krebs schützen.

Unter dem Strich ist das Lycopin – auch Lycopen oder Leukopin genannt der stärkste Radikalfänger aus der Gruppe der Carotinoide. Man findet beispielsweise die Substanz reichhaltig in Tomaten. Allerdings auch in Wassermelonen und Hagebutten ist der rote Farbstoff zu finden. Dabei dient Lycopin als UV-Schutz gegen die zellzerstörende Wirkung aggressiver freier Radikale in der Mittagssonne. Aus dieser neutralisierenden Reaktion gehen dann die Carotinoide unverändert hervor und stehen bis zu 1000mal als neuerliches Antioxidans zur Verfügung. Allgemein soll die Wirkung von Lycopin Herz und Gefäße stärken sowie die Zellen schützen und gegen Krebs positive Effekte entfalten.


Pharmakologische Wirkung von Lycopin:


Schützende Wirkung von Lycopin

Daher hat auch Lycopin eine große Bedeutung für den Menschen. Denn es reichert sich in bestimmten Organen bevorzugt an. Und zwar insbesondere in der Leber, der Prostata, den Hoden sowie der Nebenniere. Schließlich sind auch die Gebärmutter, die Lunge, der Darm, Brust und Haut im Fokus der Inhaltsstoffe. Denn in Folge entfaltet sich überall dort die zellschützenden Eigenschaften. Zudem wirkt Lycopin positiv auf Herz und Gefäße.

Schließlich profitieren bestimmte Menschen, deren Ernährung reich an Tomaten ist, von den pharmakologischen Wirkungen von Lycopin. Beispielsweise zeichnen sie sich durch eine höhere Lebenserwartung aus.

Olivenöl erhöht die antioxidative Effektivität von Lycopin im Gegensatz zu Sonnenblumenöl signifikant.

Ein hoher Lycopin-Spiegel ist mit einem deutlich geringeren Risiko für Krebs verbunden. Und zwar für Magen-, Speiseröhren-, Brust- und insbesondere für Darm-, Prostata- sowie Gebärmutterhals-Krebs.

So konnten in verschiedenen Studien ein mehrmals wöchentlicher Konsum von Tomaten beziehungsweise eine hohe Zufuhr von Lycopin das Risiko für die Entwicklung von Krebs signifikant verringern (40 bis 60%).

Beispielsweise konnte in einer Studie hohe Spiegel von Lycopin im Serum sowie im Fettgewebe das relative Risiko für Herzinfarkt verringern. Und zwar um 48 % gegenüber niedrigen Werten.

 

Hohe antioxidative Kapazität

Im Grunde genommen besitzt das Lycopin eine etwa doppelt so hohe antioxidative Kapazität und Plasmahalbwertszeit als Beta-Carotin. Auch bei lichtinduzierten Erythemen (Sonnenbrand) wirkt die Substanz etwa 8-mal stärker. Denn es lagert sich aufgrund seiner extrem lipophilen Struktur horizontal in die Phospholipidschicht ein.

 

Lycopin bei gekochten Tomaten sowie in Tomatensaucen gesünder

Die Bioverfügbarkeit von Lycopin aus gekochten Tomaten oder Tomatensaucen ist deutlich höher als aus rohen Tomaten. Deswegen steigert das Erhitzen und die Zugabe von Fett die Wirkung. Zudem ist die Art des verwendeten Öls für die Wirkung ebenfalls von Bedeutung. Beispielsweise erhöht das Olivenöl die antioxidative Effektivität von Lycopin im Gegensatz zu Sonnenblumenöl sehr.

Allerdings ist der Schutzeffekt von Lycopin anscheinend nur dann wirklich ausgeprägt, wenn man es regelmäßig zu sich nimmt. Deswegen wären mindestens 7 bis 10 Mahlzeiten mit Tomaten pro Woche optimal. Jedoch ist hierzu der größere Konsum von Ketchup sicher keine gute Lösung.

Schließlich variiert der Gehalt in natürlich gereiften Tomaten allerdings signifikant mit dem Reifegrad und der Sorte (3-7 mg/100-200 g). Dabei spielt auch die Länge der Lagerung im Haushalt bei unterschiedlichen Temperaturen eine wichtige Rolle, wie eine rezente Studie zeigte.

Für die Wirkung von Lycopin gegen Krebs und Erkrankungen von Herz und Gefäßen empfehlen Forscher übrigens eine tägliche Aufnahme von 3 bis 6 mg. Und zwar  in Form von 200 Gram Tomaten.


Literatur:

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Quelle:

Axel Rindt. Lycopin – der Radikalfänger steckt in großen Mengen in Tomaten. MEDMIX online 2020

Lycopin in der Tomate. MEDMIX 4/2008

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