Lithium gegen Suizid effektiv

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Seit langem wird angenommen, dass Lithium gegen Suizid effektiv ist. Seit etwa einem Jahr erforscht man am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden die sofortige suizidpräventive Wirkung von Lithiumsalzen.

Bereits Anfang der 1990-iger Jahre wurde nachgewiesen, dass Lithium einen besonderen Suizid-protektiven Einfluss zu haben scheint. Seither nimmt die Substanz einen besonderen Stellenwert in nationalen und internationalen Leitlinien ein und wird als Wirkstoff zur Stimmungsstabilisierung bei affektiven Störungen verwendet.

Klinische Erfahrungen zeigen, dass Lithium nicht nur eine stimmungsstabilisierende Wirkung hat, sondern im akuten Fall rasch Suizid-prophylaktisch wirken kann. Insbesondere Patienten mit klassischen affektiven Krankheitsbildern wie bipolaren Störungen oder Depressionen sollen laut Experten von einer Behandlung mit Lithium profitieren können.

 

 

Präventiv Lithium gegen Suizid einsetzen

Hausärzte spielen im Rahmen der Vorbeugung eine sehr wichtige Rolle, weil suizidale Patienten ihnen gegenüber doch recht häufig Andeutungen zu Suizidgedanken machen. Hausärzte und Angehörige sollten Hinweise auf Lebensmüdigkeit oder gar Ankündigungen von Selbstmordabsichten stets ernst nehmen, ein Gespräch darüber anbieten und Patienten, die suizidgefährdet erscheinen, an Spezialisten überweisen. Eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen ist, darüber zu reden und gegebenenfalls Hilfe anzubieten. Außerdem können niederschwellige psychosoziale Angebote wie Krisen- und Beratungsdienste oder Telefonseelsorge Hilfestellungen und Unterstützung in derartigen Lebenskrisen bieten.

 

Lithium im Gehirn

Experimente mit Neutronen an der Technischen Universität München (TUM) zeigten unlängst, dass sich in der weißen Gehirnsubstanz  Lithium stärker anreichert als in der grauen. Dies lässt vermuten, dass dieses Antidepressivum anders wirkt als synthetische Psychopharmaka. Bekannt ist das Metall Lithium vor allem aufgrund seines Einsatzes in wieder aufladbaren Batterien. Doch seit Jahrzehnten wird der Wirkstoff auch in der Behandlung als Antidepressivum bei so verschiedenen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Manien und bipolaren Störungen eingesetzt. Die genaue biologische Wirkungsweise in bestimmten Gehirnregionen ist jedoch noch kaum verstanden. Bekannt ist, dass Lithium die Stimmung aufhellt und das Aggressionspotential senkt.

Weil es sehr schwer zu dosieren ist, scheuen sich Ärzte, dieses „Universalmedikament“ einzusetzen. Mehrere internationale Studien haben jedoch gezeigt, dass ein höherer natürlicher Lithiumgehalt im Trinkwasser zu einer niedrigeren Suizidrate in der Bevölkerung führt. Denn Lithium wird auch bei unbehandelten Personen im Gehirn eingelagert. Deshalb könnte Lithium, das bisher noch als relativ unbedeutend angesehen wurde, ein essentielles Spurenelement für den Menschen sein.

 

Quelle: http://www.tum.dehttp://www.uniklinikum-dresden.de/

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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