Lipödem – eine schicksalshafte Frauenerkrankung

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Die rasante Entwicklung der Schönheitsmedizin hat neue Techniken der Liposculptur (Fettabsaugung) hervorgebracht, die nun Einzug in die Behandlung des Krankheitsbildes Lipödem gefunden haben.

Man nimmt an, dass mindestens jede zwanzigste Frau in Österreich vom Lipödem betroffen ist. Das klnische Erscheinungbild sind krankhaft veränderte Fettzellen an Beinen und Armen, die so viel Lymphflüssigkeit produzieren, dass die Lymphbahnen den Abtransport nicht mehr bewältigen können. Im entstehenden Lymphstau bilden sich wieder neue Fettzellen. Dieser Teufelskreis führt zu multiplen Symptomen – von der Neigung zu schmerzhaften Schwellungen mit Gehbehinderungen und spontanen blauen Flecken über Unterfunktion der Schilddrüse und fehlenden Grundumsatz bis hin zur sekundären Adipositas – ganz zu schweigen von der immensen psychischen Belastung. Betroffene haben meist die Erfahrung gemacht, dass weder Diäten noch Fitnesscenter Wirkung zeigen und sind dem Fortschreiten der Erkrankung hilflos ausgeliefert. Moderne Methoden versprechen jetzt Abhilfe und werden am 28. Mai in Wien öffentlich vorgestellt.

Das Lipödem – umgangssprachlich auch als Reiterhosensyndrom bezeichnet – zeigt sich durch die atypische Häufung von Fettgewebe seitlich an den Hüften und Oberschenkeln und kann aus der Lipohypertrophie hervorgehen. Betroffen sein können auch die Oberarme, die Unterschenkel, Unterarme und der Nacken. Dabei treten Schwellungen auf und aufgrund der Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem können auch Schmerzen und Druckempfindlichkeit sowie blaue Flecken auftreten.

Es sind nahezu fast ausschließlich Frauen von einem Lipödem betroffen – vor allem nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Man vermutet hormonelle Veränderungen und Gewichtszunahme sowie Vererbung als Ursachen. Hingegen ist ein Lipödem nicht die Folge von Übergewicht.

Chirurgische Techniken sorgen für langfristigen Erfolg

Die rasante Entwicklung der Schönheitsmedizin hat neue Techniken der Liposculptur (Fettabsaugung) hervorgebracht, die nun Einzug in die Behandlung des Krankheitsbildes Lipödem gefunden haben. Mithilfe dieser gezielten, lymphschonenden Entfernung des Fettgewebes verschwinden die Schmerzstellen und Umfangsveränderungen zur Gänze und in der Regel dauerhaft. Lymphdrainagen oder Kompressionsbehandlungen sind ab ca. einem halben Jahr nach der Behandlung kaum mehr notwendig. Der Eingriff geschieht fast ausschließlich ambulant und tageschirurgisch unter Lokalanästhesie.

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MEDMIX Online-Redaktion

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