Libidomangel, Libidoverlust und Testosteron

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Männer mit Libidomangel sollten den Testosteronspiegel untersuchen lassen. Denn bei Mangel kann eine Testosteronsubstitution die Beschwerden verbessern.

Libidomangel und Testosteron. Vor allem bei älteren Männern, die primär über einen Libidomangel bzw. über sexuelle Unlust klagen, sollte auch der Testosteronspiegel erhoben werden. Vor allem dann, wenn das Symptom Libidomangel mit Leistungsabfall, Muskelschwäche, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und einem Mangel an Energie einhergeht, kann das ein Zeichen für einen Hormonmangel sein kann. Bekannterweise kommt es mit dem Älter werden zu einem kontinuierlichen Abfall des Serum-Testosteronspiegels, mit 50 Jahren sind ca. 5 bis 10% der Männer betroffen, bis zum 80. Lebensjahr sind es dann bereits 30 bis 50%.

 

Testosteronsubstitution gegen Libidomangel

Wenn bei einem Mann mit nachgewiesenem Testos­teronmangel die entsprechende Symptomatik vorliegt, so kann er meistens von einer Testosteronsubstitution profitieren. Nicht nur die Libido wird verbessert. Auch eine gleichzeitig bestehende erektile Dysfunktion – bzw. Potenzstörungen – kann sich bessern. Problematisch ist bei Männern mit Lipidomangel die Tatsache, dass eine zusätzlich verschrieben PDE-5-Hemmer-Therapie – mit dem Einsatz von Viagra und Co. –  bei diesen betroffenen Patienten nicht wirkt und oft erst nach Behebung des Hormonmangels ausreichend Hilfe bieten.

Die Indikation zur Testosteron-Substitution und die Therapieeinstellung sollte der erfahrene Fachmann durchführen, da natürlich Kontraindikationen – allen voran das Prostatakarzinom – ausgeschlossen werden müssen. Vor allem bei älteren Männer muss zu Therapiebeginn die Behandlung engmaschig überwacht werden.

Die zur Auswahl stehenden Applikationsformen der Testos­teron­-Therapie sollen mit dem Patienten hinsichtlich Vor- und Nachteile besprochen und dann individuell ausgewählt werden. Es stehen heute moderne und sichere Präperationen zur Verfügung, wie das 1x täglich transdermal anzuwendende Testosterongel oder, als Langzeittherapie gut geeignet, eine alle drei Monate i.m. zu verabreichende Injektion mit 1.000 mg Testosteronundecanoat.

 

Testosteronmangel-Behandlung bringt zahlreiche Vorteile

Sexualität ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Deshalb sollte der Arzt bei jeder medizinischen Abklärung und Behandlung einen möglichen Lipidomangel, Potenzstörungen oder andere sexuelle Funktionsstörungen berücksichtigen.

Wobei die sexuellen Funktionsstörungen oft auch mit bereits vorliegenden Störungen des Stoffwechsels oder des Gefäßsystems zusammenhängen. Hierzu bestätigen auch die aktuellen Leitlinien, dass die Behandlung von Testosteronmangel zahlreiche Vorteile bringt. Und zwar für sexuelle Symptome sowie für den allgemeinen Gesundheitszustand.

Übrigens gibt es bislang keine zwingende Beweise dafür, dass eine Testosterongabe das Risiko für Prostatakrebs oder kardiovaskuläre Ereignisse erhöht.

Literatur:

Morgentaler A et al. Diagnosis and Treatment of Testosterone Deficiency: Updated Recommendations From the Lisbon 2018 International Consultation for Sexual Medicine. Sex Med Rev. 2019 Jul 24. pii: S2050-0521(19)30067-8. doi: 10.1016/j.sxmr.2019.06.003. [Epub ahead of print]

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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