Lenvatinib in Kombination mit Everolimus bei RCC

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Lenvatinib ist jetzt in Kombination mit Everolimus in Kombination für die Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zugelassen.

Lenvatinib ist in Kombination mit Everolimus die erste und einzige Therapie in Europa, die die wichtigen Ziele mTOR – mammalian Target of Rapamycin – sowie Tyrosinkinasen in der Nierenzellkarzinomtherapie hemmt. Die Europaweite Zulassung durch die EMA erfolgte im Klartext für die Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) nach einer vorangegangenen, gegen den vaskulären Endothelwachstumsfaktor (VEGF) gerichteten Therapie verfügbar.[1]

Das Nierenzellkarzinom macht rund 80-90 % aller Nierenkarzinome aus, und es gibt nur wenige wirksame systemische Behandlungsoptionen für diese Krebsart im fortgeschrittenen Stadium.[2] Rund 1.320 Menschen in Österreich[3] entwickeln jährlich ein Nierenzellkarzinom.

Kombination aus Lenvatinib und Everolimus

„Die Kombination aus Lenvatinib und Everolimus hat in der Zweitlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms eine herausragende Wirksamkeit gezeigt. Die Ergebnisse in Bezug auf das progressionsfreie Überleben und die Ansprechraten sind bislang in der Zweitlinie unerreicht. Damit werden die Optionen in der lange Zeit schwierigen Zweitliniensituation weiter verbessert. Aufgrund der hohen Effektivität wird diese Kombination nun auch in der Erstlinie untersucht; die Universitätsklinik für Innere Medizin I wird eines der teilnehmenden Zentren sein“, kommentiert Univ.-Prof. Dr. Manuela Schmidinger, AKH Wien, Universitätsklinik für Innere Medizin I, Abteilung für Onkologie.

Resultate aus der Phase-II-Zulassungsstudie, die in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurden, zeigen, dass Patienten mit Nierenzellkarzinom, die bei Krankheitsprogression nach vorangegangener VEGF-Therapie mit der Kombination Lenvatinib plus Everolimus behandelt wurden, ein medianes progressionsfreies Überleben von 14,6 Monaten hatten, verglichen mit 5,5 Monaten bei Patienten, die nur Everolimus erhielten (HR 0,40; 95 % KI: 0,24-0,68; p=0,0005).[4] Unerwünschte Ereignisse waren im Allgemeinen bei Lenvatinib plus Everolimus höher als bei Everolimus allein. Zu den häufigsten bei der Behandlung auftretenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen (TEAEs*) 3. Grades zählten bei der Lenvatinib plus Everolimus-Gruppe Durchfall (20 %), Müdigkeit (14 %) und Hypertonie (14 %).[4] Die häufigsten TEAEs 3. Grades bei der Everolimus-Gruppe waren Anämie (12 %), Dyspnoe (8 %), Hypertriglyzeridämie (8 %) und Hyperglykämie(8 %).[4]

Lenvatinib hemmt selektiv die Kinaseaktivität verschiedener Rezeptoren, u. a. der Vascular-Endothelial-Growth-Factor-Rezeptoren (VEGFR), der Fibroblastenwachstumsfaktor-Rezeptoren (FGFR), des Platelet-Derived-Growth-Factor-Rezeptors (PDGFR) sowie der Rezeptoren RET und KIT.[5] Jüngste Daten deuten darauf hin, dass Lenvatinib in Kombination mit Everolimus durch die starke antiangiogenetische Aktivität von Lenvatinib und die direkte Antitumor-Aktivität von Everolimus signifikante Antitumor-Effekte erzeugt.[6]

Everolimus ist ein selektiver mTOR (mammalian Target of Rapamycin)-Inhibitor. mTOR ist eine wichtige Serin/Threoninkinase, deren Aktivität bekannterweise in einer Anzahl von menschlichen Krebsarten hochreguliert ist.[7]

Auch die US Food and Drug Administration (FDA) erteilte im Mai 2016 die Zulassung für Lenvatinib in Kombination mit Everolimus: für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom nach Vorbehandlung mit antiangiogenetischer Therapie.

Lenvatinib wurde für die Behandlung von refraktärem Schilddrüsenkrebs in den USA, Europa, Russland, der Schweiz, Australien, Kanada, Israel, Singapur, Japan und Südkorea genehmigt und wurde in Brasilien für die behördliche Zulassung eingereicht. Lenvatinib erhielt in verschiedenen Ländern den Status eines „Arzneimittels für seltene Erkrankungen“ (Orphan Drug), so z. B. in Japan für die Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms, in den USA für die Behandlung des follikulären, medullären, anaplastischen und metastasierenden oder lokal fortgeschrittenen papillären Schilddrüsenkarzinoms und in Europa für die Behandlung des follikulären und des papillären Schilddrüsenkarzinoms.

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Quelle und weitere Informationen: http://www.eisai.com.

Literaturhinweise

1. Fachinformation Kisplyx (Lenvatinib) (Stand September 2016)

2. National Cancer Institute at the National Institute of Health. Abrufbar unter: http://www.cancer.gov/types/kidney/hp/kidney-treatment-pdq Zugriff im September 2016

3. EUCAN. Country Austria, Most frequent cancers in men 2012. Abrufbar unter: http://eco.iarc.fr/EUCAN/Country.aspx?ISOCountryCd=40 Zugriff im September 2016

4. Motzer RJ et al  . Lenvatinib, everolimus, and the combination in patients with metastatic renal cell carcinoma: a randomised, phase 2, open-label, multicentre trial. Lancet Oncology. 2015 Nov;16(15):1473-82

5. Matsui J, et al  . E7080, a novel inhibitor that targets multiple kinases, has potent antitumor activities against stem cell factor producing human small cell lung cancer H146, based on angiogenesis inhibition. International Journal of Cancer 2008;122:664-671

6. Adachi Y, et al  . Lenvatinib in Combination with Everolimus Demonstrated Enhanced Antiangiogenesis and Antitumor Activity in Human RCC Xenograft Models. AACR 2016; #3264

7. Fachinformation Everolimus. Abrufba unter:
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/EPAR_-_Product_Information/human/001038/WC500022814.pdf Zugriff im September 2016

8. National Cancer Institute at the National Institute of Health. Kidney Treatment. Abrufbar unter: http://www.cancer.gov/types/kidney/patient/kidney-treatment-pdq Zugriff im September 2016

9. National Cancer Institute at the National Institute of Health. Kidney Cancer. Abrufbar unter: http://www.cancer.gov/types/kidney Zugriff im September 2016

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