Leichter abnehmen dank Magenballon

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Der Magenballon – eine besonders schonende Methode ohne Operation – eignet sich für Personen, deren BMI zwischen 28 und 44 liegt und die 10 bis 25 Kilogramm abnehmen möchten.

Magenballon – interessante Alternative für alle. Seit den 1980er Jahren hat sich die Zahl adipöser Europäer Schätzungen zufolge verdreifacht. In Deutschland ist jeder Zweite übergewichtig (BMI über 25) und jeder Vierte fettleibig (BMI über 30). Auch Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist ein zunehmendes Problem, inzwischen sind etwa 20 Prozent unserer Kinder übergewichtig und die Tendenz ist steigend – Fachleute sprechen bereits von einer Adipositas-Epidemie. Übergewicht ist längst nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern hat auch negative gesundheitliche Folgen. Eine nachhaltige, dauerhafte Gewichtsreduktion ist aber oft schwierig und ohne Unterstützung kaum zu schaffen.

 

Übergewicht mit Folgen

Übergewichtige leiden häufig unter Gelenk- und Bandscheibenverschleiß, Bluthochdruck und Atemstillständen während des Schlafs (Schlafapnoe). Neben Diabetes machen aber auch Herzinfarkte und Schlaganfälle, beides Folgeerkrankungen der frühzeitigen Arterienverkalkung, übergewichtigen Menschen zu schaffen. Was viele nicht wissen ist, dass Fettleibigkeit ebenfalls ein Risikofaktor für viele verschiedene Krebsarten ist – im Einzelnen handelt es sich dabei um Gebärmutter- sowie Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs nach der Menopause (Wechseljahre), Eierstockkrebs, Darm- und Enddarmkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasen-, Nieren- und Leberkrebs, Schilddrüsenkrebs und Leukämie.

Diäten sind oft nicht langfristig erfolgreich, denn viele Betroffene haben mit dem Jo-Jo-Effekt zu kämpfen oder unterschätzen ihre tägliche Kalorienzufuhr.

 

Magenband, Magenverkleinerung oder Magenballon?

Wenn eine Ernährungsumstellung und Sport alleine nicht ausreichen, um abzunehmen, können die Betroffenen verschiedene medizinische Hilfestellungen in Anspruch nehmen. Der Magenballon ist eine besonders schonende Methode – ganz ohne Operation. Sie eignet sich für Personen, deren BMI zwischen 28 und 44 liegt und die 10 bis 25 Kilogramm abnehmen möchten. Ab einem höheren BMI kommen operative Eingriffe wie Magenband oder Magenverkleinerung (Schlauchmagen) und Magenbypass infrage.

 

Ablauf des Eingriffs

Der Patient wird zunächst in einen angenehmen Dämmerschlaf versetzt und „verschläft“ den Eingriff, so dass keinerlei Schmerzen oder Unannehmlichkeiten zu befürchten sind. Der Arzt führt den Magenballon während einer einfachen Magenspiegelung über Mund und Rachen in die Speiseröhre ein, platziert den Ballon relativ weit oben im Magen und befüllt ihn mit 400-700 ml physiologischer Kochsalzlösung. Die Kochsalzlösung ist mit blauer Lebensmittelfarbe gefärbt, so dass – für den seltenen Fall eines Lecks – die blaue Farbe im Urin erscheint. Der komplette Eingriff dauert nur 20-25 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.

In den ersten drei Tagen nach der Magenspiegelung haben viele Patienten mit Übelkeit, Erbrechen und Magendruck zu kämpfen. Diese Beschwerden können jedoch mit Medikamenten wirksam gelindert werden.

 

Warum funktioniert der Magenballon?

Die Lage des Magenballons und sein Volumen bewirken eine schnellere Sättigung, was wiederum zu einer Kalorienreduktion führt. Im Gegensatz zu einer üblichen Diätbehandlung wird der Patient nicht von Hunger gequält. Mit dem Magenballon genügt bereits eine kleine Nahrungsportion und das sog. Sättigungszentrum im Gehirn erhält ein Signal, dass der Magen ausreichend gefüllt ist. Der Magen gewöhnt sich im Lauf der Monate an die kleinen Nahrungsmengen. Sollte der Patient im weiteren Verlauf zu reichlich, zu schnell, zu fett oder zu süß essen, kann es zu Unwohlsein, Übelkeit und evt. sogar zu Erbrechen kommen. Der Patient wird praktisch durch seinen Ballon „erzogen“ und lernt wieder richtig und vernünftig zu essen. Durch den Magenballon erfolgt also eine ernährungsmedizinisch und lernpsychologisch fundierte Verhaltenstherapie.

 

Ernährungsumstellung und Sport als wichtige Pfeiler der Behandlung

Der Magenballon ist keine Wunderwaffe gegen Übergewicht, sondern unterstützt die Betroffenen bei ihren eigenen Bemühungen. Indem er das Hungergefühl dämpft, erleichtert er die Ernährungsumstellung. Haben die Patienten genug Gewicht verloren und sich an eine neue, kalorienärmere Ernährung gewöhnt, wird der Magenballon wieder entfernt.

Natürlich sind regelmäßige sportliche Aktivitäten ebenfalls wichtig, um dauerhaft abzunehmen. Deshalb sollten die Patienten einem vorher festgelegten Trainingsprogramm folgen, das sie auch nach Entfernung des Magenballons beibehalten. Je engagierter sie sind, umso mehr Gewicht verlieren sie. Nach unseren Erfahrungen verdoppelt konsequente sportliche Betätigung die Zahl der abgenommen Kilo.

 

Risiken und Erfolgschancen

Im Vergleich zu einer Operation, wie sie zur Platzierung eines Magenbandes notwendig ist, sind die Risiken einer Magenspiegelung gering. Mögliche Komplikationen sind Verletzungen der Schleimhäute und Reizungen des Kehlkopfes, die bei erfahrenen Spezialisten allerdings sehr selten auftreten.

Auch nach dem Einsetzen des Magenballons kommt es nur selten zu Komplikationen. Sollte der Ballon undicht werden – erkennbar an einer Blaufärbung des Urins – muss er entfernt und durch einen neuen Ballon ersetzt werden.

Rund 75 Prozent der Patienten können ihr Gewicht auch nach der Behandlung langfristig halten. Damit ist der Magenballon eine interessante Alternative für alle, bei denen Diäten alleine bisher immer wieder zu Enttäuschungen geführt haben.

Quelle: http://www.privatpraxis-gergelyfy.de/leistungen_gewichtsabnahme.html

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About Author

Dr. Birgit Gergelyfy

Dr. med. Birgit Gergelyfy • Fachärztin für Innere Medizin • Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie • Teilgebietsbezeichnung Gastroenterologie • Qualifikation als Ernährungsmedizinerin • Behandlung von übergewichtigen Patienten mit Magenballon, Ernährungstherapie und Sport Die Internistin Dr. med. Gergelyfy eröffnete 2009 ihre Privatpraxis für Innere Medizin, Gastroenterologie, Rheumatologie und Ernährungsmedizin im Zentrum Münchens. Sie möchte ihre in 28 Jahren klinischer Tätigkeit in allen Bereichen der Inneren Medizin erworbene Erfahrung nicht mehr im Krankenhaus, sondern in ihrer eigenen Privatpraxis zum Wohle ihrer Patienten einsetzen. Besonders wichtig ist ihr dabei ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Patienten. Deshalb nimmt sie sich viel Zeit für ausführliche Gespräche und individuelle Behandlungskonzepte. Die Ernährungsmedizin bildet eine wichtige Säule ihrer privatärztlichen Tätigkeit. Neben der allgemeinen Ernährungsberatung gehört das Adipositas-Management mit dem Magenballon zu ihren Spezialgebieten. Mit durchschnittlich drei bis vier Magen-ballon-Implantationen pro Woche ist sie auf diesem Gebiet eine der führenden Kapazitäten in Deutschland.

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