Legalisierung der Eizellspende in Österreich

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Die Legalisierung der Eizellspende durch die Novelle zum neuen Fortpflanzungsmedizingesetz brachte einen Boom in Österreich und große Nachfrage aus Deutschland.

Vor eineinhalb Jahren trat die Novelle zum neuen Fortpflanzungsmedizingesetz in Kraft, die in Österreich neben der Eizellspende auch die künstliche Befruchtung bei lesbischen Paaren und unter bestimmten Voraussetzungen die Präimplantationsdiagnostik (PID) erlaubt. Vor allem die Eizellspende ist zum großen Thema geworden. „Seit der Gesetzesänderung ist die Nachfrage im Bereich der Eizellspende groß. Mussten viele Paare früher für ihr Wunschkind ins Ausland fahren, kann diese Behandlung seit Februar 2015 auch in Österreich durchgeführt werden“, berichtet Dr. Leonhard Loimer, Gründer und Geschäftsführer der KinderWunschKliniken Dr. Loimer.

Seit 2002 gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch finanzielle Unterstützung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Dabei werden bei bis zu vier Versuchen etwa 70% der Kosten für Behandlung und Medikamente vom IVF-Fonds (In-Vitro-Fertilisation) übernommen. „Künstliche Befruchtung soll nicht nur einer bestimmten Einkommensklasse vorbehalten sein, so wie es beispielsweise in den USA der Fall ist. Unerfüllter Kinderwunsch ist eine Krankheit, und daher darf auch die Finanzierung in einem klar definierten Rahmen nicht in Frage gestellt werden“, ist Dr. Loimer überzeugt.

 

Eizellspende in Österreich

„Seit der Erneuerung des Fortpflanzungsmedizingesetzes wurden von uns bereits 57 Eizellspenden durchgeführt. Aktuell stehen 49 Spenderinnen 74 Empfängerpaaren gegenüber. Dabei haben wir eine Schwangerschaftsrate von 68% pro Versuch“, erklärt Dr. Loimer. Trotzdem gäbe es noch mehr als 30 Paare, die auf eine passende Spenderin warten: „Die Nachfrage nach Eizellen ist sehr hoch, daher sind wir laufend auf der Suche nach neuen Spenderinnen.“ Diese müssen zwischen 18 und 30 Jahre alt sein und sollten im Optimalfall bereits ein Kind haben. Bei allen potenziellen Spenderinnen erfolgt eine detaillierte Überprüfung in Bezug auf Genetik, Fruchtbarkeit und Infektionskrankheiten. Entsprechen die Untersuchungsergebnisse den Auswahlkriterien, kann mit der Vorbereitung zur Entnahme begonnen werden. „Aktuell stammen rund ein Drittel unserer Spenderinnen aus Österreich, etwa zwei Drittel aus Osteuropa. Viele Frauen kommen auch mit einer Spenderin aus dem eigenen Verwandten- und Freundschaftskreis zu uns“, führt Dr. Loimer weiter aus.

 

Eizellspende in der Praxis

Eine Frau verfügt von Geburt an über etwa eine Million Eizellen. Bei der Eizellspende werden jedoch nur rund zehn bis zwölf Eizellen entnommen. Keine Frau braucht daher Angst zu haben, nach einer Eizellspende selbst Probleme beim Kinderkriegen zu bekommen.

Der Ablauf einer Eizellentnahme ist relativ unkompliziert. Unter normalen Bedingungen reift pro Monat eine Eizelle heran. Damit pro Zyklus mehr als eine Eizelle reift, werden die Eierstöcke der Spenderin sanft stimuliert. Dieser gesamte Prozess dauert in etwa zehn Tage. Sobald diese Phase abgeschlossen ist, werden der Spenderin die Eizellen aus den Eierstöcken abgesaugt und mit den Samen des Partners der Empfängerin befruchtet.

Jene Embryonen, die gesund erscheinen, werden nach der Kultivierung eingefroren, um der Empfängerin zum perfekten Zeitpunkt eingesetzt werden zu können. Die Spende erfolgt anonym, das heißt der Empfängerin wird die passende Spenderin durch die Ärzte und Biologen der KinderWunschKliniken Dr. Loimer zugeteilt.

Während der Empfängerin und ihrem Partner der Zugang zu den Daten der Spenderin verwehrt bleibt, hat das gezeugte Kind mit der Vollendung des 14. Lebensjahres das Recht, Informationen über die Spenderin zu erhalten. „Seit der Gesetzesnovelle wurden bei uns bereits über 600 Eizellen gespendet. Mit Hilfe modernster Methoden und Techniken kann die Eizellspende rasch und unkompliziert durchgeführt werden und so vielen Paaren helfen, sich ihren Traum von einer Familie mit Kindern zu erfüllen“, informiert Dr. Leonhard Loimer.

 

Präimplantationsdiagnostik (PID)

Weist ein Kinderwunschpaar ein hohes Risiko auf genetische Erbkrankheiten an seine Nachkommen weiterzugeben, ist die Präimplantationsdiagnostik eine Option. Auch nach drei erfolglosen IVF-Zyklen oder drei Fehlgeburten ist eine Präimplantationsdiagnostik erlaubt. Sie ermöglicht eine Untersuchung der Eizelle oder des Embryos auf genetische Erkrankungen und Chromosomenstörungen vor dem Einsetzen in die Gebärmutter. „Die PID hilft genetisch vorbelasteten Paaren mit einem gesunden Kind schwanger zu werden. Sie dient zur Verhinderung schwerer, nicht behandelbarer Krankheiten und ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig“, informiert Dr. Leonhard Loimer und ergänzt: „Wir wollen das Risiko von Fehlgeburten und
genetischen Erkrankungen minimieren. Bisher haben bei uns rund 30 Frauen die PID durchführen lassen.“

Die Vorgangsweise bei der Präimplantationsdiagnostik verläuft wie folgt: Nach erfolgreicher künstlicher Befruchtung der Eizellen erreichen die Embryonen nach 5 Tagen das Blastozytenstadium. Nach Entnahme von Zellen der Blastozyten werden diese für die genetische Analyse an Partnerlabore in Spanien übersandt. Die Auswertung geschieht relativ rasch, die Patienten können schon nach wenigen Tagen mit den Ergebnissen rechnen. Liegen keinerlei genetische Erkrankungen vor, erfolgt meist im Folgezyklus der Embryonen-Transfer, der im Großteil der Fälle die lang ersehnte Schwangerschaft mit einem gesunden Kind bringt.

 

Behandlung von lesbischen Paaren

Das neue Fortpflanzungsgesetz brachte vor allem für lesbische Paare einen weiteren Schritt in Richtung Gleichstellung „Die Novellierung ermöglicht Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft die Inanspruchnahme medizinisch unterstützter Fortpflanzung“, erklärt Dr. Loimer. Neben der Legalisierung der Eizellspende habe die Samenspende für lesbische Paare zu einem regelrechten Ansturm aus Deutschland geführt, ergänzt der Mediziner: „Etwa zwei Drittel unserer Patientinnen kommt derzeit aus Deutschland, weil es diese Möglichkeit dort noch nicht gibt. Wir erhalten laufend Anfragen von interessierten Paaren und freuen uns, sie auf ihrem Weg zum Wunschkind begleiten zu dürfen!“ Nach wie vor von künstlicher Befruchtung ausgeschlossen bleiben alleinstehende Frauen, da Kindern laut Gesetz nicht von vornherein nur ein Elternteil zur Verfügung stehen soll. Auch homosexuellen männlichen Paaren bleibt die Erfüllung ihres Kinderwunsches verwehrt, zumal die Leihmutterschaft in Österreich weiterhin verboten ist.

 

KinderWunschKliniken Dr. Loimer

Die KinderWunschKlinik Wels wurde im Jahr 2002 von Dr. Leonhard Loimer aus der Taufe gehoben. Nach seiner Ausbildung zum Frauenarzt sammelte Dr. Loimer jahrelang Erfahrung auf dem Gebiet der Endokrinologie. Schlussendlich verwirklichte der Gynäkologe seinen Traum einer eigenen Klinik für Reproduktionsmedizin. Seit der Gründung stieg der Patientenzulauf im modernen Welser Kinderwunsch-Institut kontinuierlich an. Mittlerweile werden pro Jahr über 2.500 Behandlungen (IVF-Zyklen inkl. Transfer kryokonservierter Embryonen) durchgeführt, das Team ist stolz auf seine Erfolge.

Prim. Dr. Martin Swoboda, MBA arbeitet seit 2005 als Reproduktionsmediziner an der KinderWunschKlinik Dr. Loimer in Wels und übernahm im Mai 2013 die Leitung für den Standort. Er besitzt Zusatzausbildungen in Genetik, Ultraschalldiagnostik und Gesundheits- und Spitalsmanagement. Das Kinderwunschzentrum in Wels ist mit 1.100 IVF-Behandlungen pro Jahr, viele davon an deutschen Paaren, führend in Oberösterreich.

Im Jänner 2011 eröffnete Dr. Leonhard Loimer in Wien eine zweite KinderWunschKlinik. Das Wiener Institut steht für Kinderwunsch-Behandlungen auf internationalem Niveau und hat sich in nur vier Jahren zu einem wesentlichen regionalen Anbieter mit über 770 IVF-Behandlungen jährlich entwickelt. Dr. Loimers jahrelange Erfahrung und Kompetenz als IVF-Mediziner bescheren seit der Eröffnung einen regen Patientenzulauf. Seit Juli 2011 ist Prim. Dr. Mathias Brunbauer als ärztlicher Leiter in der Wiener Klinik beschäftigt.

Seit September 2015 sind die KinderWunschKliniken Dr. Loimer in Wels und Wien Teil der VivaNeo Gruppe mit Sitz in Frankfurt. VivaNeo ist ein Verbund aus Kinderwunschzentren in Dänemark, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Durch den klinischen und wissenschaftlichen Austausch der Reproduktionsmediziner erzielt VivaNeo hohe Qualität und Erfolgsraten bei der Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches.

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