Niedrige LDL-Cholesterin- oder Triglyzerid-Werte erhöhen Risiko für hämorrhagischen Schlaganfall

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Menschen mit sehr niedrigen LDL-Cholesterin-Spiegeln oder mit niedrigen Triglyzerid-Werten haben ein erhöhtes Risiko, einen hämorrhagischen Schlaganfall zu erleiden.

Unter dem Strich ist in acht von zehn Fällen ein verstopftes Blutgefäß im Gehirn Verursacher eines Schlaganfalls. Für diesen sogenannten ischämischen Schlaganfall ist dabei die entstehende Mangeldurchblutung verantwortlich, weil das Gehirn nicht mehr ausreichend Sauerstoff bekommt. Hingegen kommt es bei etwa 20 Prozent der Fälle zu einer Hirnblutung, die sich durch das Platzen eines Blutgefäßes entwickelt. Dabei spricht man von einem sogenannten hämorrhagischen Schlaganfall. Nun konnten US Forscher einen Zusammenhang zwischen sehr niedrigem LDL-Cholesterin oder niedrigen Triglyzerid-Werten und einem erhöhten Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall bei Frauen nachweisen.

 

Women’s Health Study: Daten von fast 30000 Frauen über 20 Jahre analysiert

Die US-Forscher analysierten in einer prospektiven Kohortenstudie die Daten von 27.937 Frauen der bekannten Women’s Health Study zu Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin sowie Triglyzerid-Werte. Die Anzahl der Schlaganfälle ergab sich durch die Krankenakte bestätigt, wobei die Wissenschaftler die Zusammenhänge zwischen Lipidpiegeln und dem Risiko für eine Hirnblutung fokussierten.

 

LDL-Cholesterin-Spiegeln unter 70 mg/dL mit mehr als 2-fachen Risiko für eine Hirnblutung assoziiert

Während eines Follow-up von 19,3 Jahren kam es in 137 Fällen zu einem hämorrhagischen Schlaganfall. Verglichen mit denen mit LDL-Cholesterin-Spiegeln von 100–129,9 mg/dL (Miligramm pro Deziliter) hatten diejenigen mit LDL-Cholesterin-Spiegeln unter 70 mg/dL ein 2,17-faches Risikos für einen hämorrhagischen Schlaganfall. Bei Patienten mit LDL-Cholesterin-Spiegeln von 130–159,9 mg/dL konnten die Experten keinen signifikanten Risikoanstieg beobachten.

Außerdem hatten Frauen mit niedrigen Triglyzerid-Werten ebenfalls ein signifikant erhöhtes Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall.

Hingegen fanden die Wissenschaftler keine signifikanten Zusammenhänge zwischen dem Gesamtcholesterinspiegel oder den HDL-Cholesterin-Spiegeln und einem erhöhten Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall.

 

Fazit. Jedenfalls haben niedrige LDL-Cholesterin-Spiegel unter 70 mg / dL sowie auch niedrige Triglyceridwerte das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall bei Frauen erhöht. Allerdings sollte man die niedrigen Lipidwerte auch mit dem Risiko für einen ischämischen Schlaganfall untersuchen. Denn wie eingangs erwähnt ist dieser viel häufiger und hängt sehr mit Atherosklerose zusammen. Dabei gelten niedrige Lipidwerte als vorteilhaft gegen Arterienverkalkung.

Literatur:

Pamela M. Rist et al. Lipid levels and the risk of hemorrhagic stroke among women.
April 10, 2019, DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000007454

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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