Abführmittel Natriumpicosulfat als Laxans gegen Verstopfung

Verstopfung © Sinisa Botas / shutterstock.com

Verstopfung © Sinisa Botas / shutterstock.com

Das Abführmittel Natriumpicosulfat ist ein Laxans, das man kurzfristig gegen Verstopfung und bei Erkrankungen einsetzt, bei denen der Stuhlgang erleichtert werden soll.

Im Grunde genommen sollte ein Laxans nur zum Einsatz kommen, wenn eine tatsächliche Obstipation, Verstopfung, vorliegt. Das ist der Fall, wenn der Stuhlgang seltener als drei Mal in der Woche erfolgt. Weiter wenn die Betroffenen bei der Darmentleerung stark Pressen müssen und eine Lebensstiländerung keine Besserung bringt. Gemeint ist, dass wenn ballaststoffreiche Ernährung, körperliche Aktivität sowie ausreichendes Trinken keine Hilfe bringen. Hier kann dann ein Abführmittel wie Natriumpicosulfat als Laxans sinnvoll sein, auch zur Vorbereitung einer Darmuntersuchung.

 

Abführmittel wie Natriumpicosulfat medizinisch sinnvoll einsetzen

Medizinisch sinnvolle Anwendungen von Abführmitteln sind Röntgenaufnahmen, die einen entleerten Darm nötig machen, schmerzhafte Hämorrhoiden, eine Analfissur, lange Darmpassagen (Low Transit über 64 Stunden) bei Rollstuhlpatienten.

Natriumpicosulfat ist ein Abführmittel, das eine Steigerung der Wasserabgabe in den Darm bewirkt und nach etwa 6 bis 12 Stunden nach der oralen Gabe die gewünschten Effekte, die Auslösung stuhlfördernder Eigenbewegung des Dickdarms, bringt.

Natriumpicosulfat sollte man vor dem Schlafengehen anwenden, damit die abführende Wirkung erst in den Morgenstunden eintritt. Eine Überdosierung kann mit schwerem Durchfall, starken Bauchschmerzen sowie heftigen Blähungen einhergehen. Zur oralen Anwendung, zum Schlucken, stehen Tabletten, Pastillen, Dragees, Perl-Kapseln und Tropfen am Markt zur Verfügung.

 

Wirkungen von Natriumpicosulfat

Bei Verstopfung und zur Darmentleerung fördert das Laxans Natriumpicosulfat die Darmmotilität (die Muskelbewegungen des Darmes zum Weitertransport der Verdauungsinhalte) und die Ansammlung von Wasser im Darm. Bei häufigem Einsatz können Kaliummangel und Elektrolytstörungen auftreten.

Unerwünschte Wirkungen sind Verdauungsbeschwerden wie Durchfall – sehr häufig, häufig sind Blähungen sowie Krämpfe und Schmerzen im Bauchbereich, gelegentlich kommt es zu Schwindel, Erbrechen und Übelkeit.

Das Auftreten von Schwindel und Ohnmacht nach Anwendung von Natriumpicosulfat scheint mit einer Reaktion beispielsweise auf Krämpfe im Bauchraum und den Druckanstieg bei der Stuhlentleerung übereinzustimmen.

Quelle: Fvasconcellos / wikimedia
Strukturformel von Natriumpicosulfat © Fvasconcellos / wikimedia

Abführmittel – Missbrauch

Abführmittel erleichtern die Darmentleerung und müssen bei Verstopfung richtig angewandt werden, sie aber häufig auch ohne medizinische Ursache eingenommen. ( Ein Laxantienabusus sollte allerdings nicht mit so dem chronischen Gebrauch von Laxantien gleichgestellt werden. )

Menschen mit Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht setzen Abführmittel oft missbräuchlich ein. So sollen Abführmittel das Gewicht weiter reduzieren beziehungsweise nach Fressattacken der Bulimie die großen Nahrungsmengen schnell wieder aus dem Körper entfernt werden.


Literatur:

Rostom A, Dube C, Bishay K, Antonova L, Heitman SJ, Hilsden R. A randomized clinical prospective trial comparing split-dose picosulfate/ magnesium citrate and polyethylene glycol for colonoscopy preparation. PLoS One. 2019 Mar 28;14(3):e0211136. doi: 10.1371/journal.pone.0211136. PMID: 30921345; PMCID: PMC6438535.

Jin Z, Lu Y, Zhou Y, Gong B. Systematic review and meta-analysis. Sodium picosulfate/magnesium citrate vs. polyethylene glycol for colonoscopy preparation. Eur J Clin Pharmacol. 2016 May;72(5):523-32. doi: 10.1007/s00228-016-2013-5. Epub 2016 Jan 28.

Natriumpicosulfat als Split Dose zugelassen. MMW Fortschr Med. 2016 Mar;158(6):81. doi: 10.1007/s15006-016-8017-3.

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