Langes Fernsehen erhöht Lungenembolie-Risiko

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Langes Sitzen vor dem TV-Gerät erhöht das Lungenembolie-Risiko. Problematisch ist vor allem, wenn beim intensiven Fernsehen zu wenig Flüssigkeit getrunken wird.

Wer täglich fünf Stunden und mehr vor dem TV-Gerät verbringt, hat ein doppelt so hohes Risiko, eine tödliche Lungenembolie zu entwickeln. Und zwar verglichen mit den Menschen, die weniger als zweieinhalb Stunden fernsehen. In der Altersgruppe unter 60 Jahren war in der japanischen JACC-Studie der Unterschied noch deutlicher ausgeprägt. Bei älteren Studienteilnehmern mit mehr als fünfstündigem Fernsehkonsum war das Lungenembolie-Risiko sogar um das Sechsfache höher. Und zwar auch hier verglichen mit den Personen, die unter zweieinhalb Stunden fernsehend verbrachten.

Vorbeugend muss man eine venöse Thromboembolie vermeiden, die neben einer tiefen Venenthrombose einem Schlaganfall auch eine Lungenembolie verursachen kann. Hierzu hat die Forschung in den letzten 15 Jahren jedoch mehrere neue effektive Antikoagulanzien entwickelt.

 

Fernsehen als Lungenembolie-Risiko mit Economy-Class-Syndrom begegnen

Die Immobilität der Beine könnte, ebenso wie beim erhöhten Lungenembolie-Risiko auf Langstreckenflügen, dieses Ergebnis zumindest teilweise erklären. Als vorbeugende Maßnahme sind daher bei langem Fernsehen ähnliche Maßnahmen zu empfehlen wie gegen das sogenannte Economy-Class-Syndrom. Also regelmäßig aufstehen, herumgehen und ausreichend Wasser zu trinken.

Zu berücksichtigen sind auch so genannte Confounding Factors, zum Beispiel dass Menschen, die viel Zeit vor dem TV-Gerät verbringen, sehr oft übergewichtig sein werden. Deswegen gilt die zentrale Botschaft für Langes Fernsehen, lange Zeit vor dem PC, langes Sitzen im Auto oder Flugzeug: Langes Sitzen und die Aufnahme von zu wenig Flüssigkeit kann hinsichtlich einer möglichen Embolie gefährlich sein. Darüber muss man die Bevölkerung ausreichend informieren.

 

9 von 10 Todesfälle innerhalb von zwei Stunden nach dem Auftreten von Symptomen

Unter dem Strich sterben jährlich in Europa hunderttausende Menschen an einer Lungenembolie. Davon ereignen sich 90 Prozent aller Todesfälle innerhalb von zwei Stunden nach Symptombeginn. Ursache ist ein in der Lunge verstopftes Blutgefäß – meist durch ein Blutgerinnsel, das sich etwa aus einer Beinvenenthrombose losgelöst hat und zum Herzen gewandert ist. Bei jüngeren schwangeren Frauen und im Wochenbett ist diese Gefahr aufgrund hormoneller Veränderungen und der Zunahme des Blutvolumens besonders hoch.

Literatur:

Shirakawa et al. Watching Television and Risk of Mortality From Pulmonary Embolism Among Japanese Men and Women. The JACC Study (Japan Collaborative Cohort).
Circulation. 2016;134:355–357. https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.116.023671

Brien L. Anticoagulant Medications for the Prevention and Treatment of Thromboembolism. AACN Adv Crit Care. 2019 Summer;30(2):126-138. doi: 10.4037/aacnacc2019867.


Quelle: ESC 2015 Abstract Watching television and mortality from pulmonary embolism among middle-aged Japanese men and women: the JACC study. T. Shirakawa, H. Iso, S. Ikehara, K. Yamagishi, A. Tamakoshi

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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