L-Lysin als ernährungsmedizinische Maßnahme bei Fieberblasen

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Das L-Lysin ist eine elegante diätetische Behandlung bei Fieberblasen im Mund- und Nasenbereich. Die Aminosäure stärkt die Abwehrkräfte und hilft so bei Herpes-Infektionen.

Im Grunde genommen sind 9 von 10 Menschen mit Herpes-Viren infiziert. Das sogenannte HSV-1 Virus gilt als Auslöser für juckende, nässende sowie rezidivierende Läsionen an Haut und Schleimhäuten. Nach der Erstinfektion (meist im Kindesalter) überdauert es in den Ganglien der sensorischen Nerven. Und zwar, um bei Gelegenheit in Begleitung des charakteristischen Spannungsgefühls beziehungsweise als Fieberblasen wieder auszubrechen. Auch wenn das Virus noch so heimtückisch ist, bietet es eine große Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten. Hier gilt die Aminosäure L-Lysin als wirksame ernährungsmedizinische Maßnahme bei Fieberblasen.

 

Herpes-Viren sind Hoch ansteckend

Herpes-Viren werden primär durch Schmierinfektion, d.h. durch Berührungen übertragen. Betroffene sollten daher das Betasten der stark infektiösen Läsionen vermeiden, um die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf andere Körperstellen oder Personen im persönlichen Umkreis zu erschweren bzw. zu minimieren. Eine gute Handhygiene und Desinfektion ist daher besonders wichtig und hat vorbeugenden Charakter. Auch das Teilen von Gläsern und Besteck sollte dabei vermieden werden.

 

Auslöser beachten

Stress, Erkältungen, hormonelle Schwankungen (Menstruation), körperliche Beanspruchung, Abwehrschwäche sowie intensive Sonneneinstrahlung (Höhensonne/Strand) gelten als Auslöser und lassen die Viren aktiv werden. Diese wandern von den Nervenzellen in Richtung Körperoberfläche und erste Anzeichen wie Juckreiz und ein unangenehmes Spannungsgefühl werden spürbar. Sind die individuellen Ursachen ausgemacht, heißt es bereits im Vorhinein entsprechende Maßnahmen zu treffen (z.B. das Immunsystem rechtzeitig zu stärken oder einen UV-Schutz für die Lippen verwenden).

 

Fieberblasen erfolgreich bekämpfen

Antivirale Arzneimittel wie Aciclovir, Famciclovir und Penciclovir kommen sowohl äußerlich als auch innerlich zum Einsatz. Lippensalben helfen die Viruslast zu minimieren – wichtig dabei ist, dass diese regelmäßig und in 4-stündigen Intervallen aufgetragen werden. Zudem hilft eine optimale Wundversorgung bei der Beschleunigung des Heilungsprozesses. Dazu zählen Desinfektion sowie das Aufbringen von Patches, welche für ein ideal feuchtes Wundmilieu sorgen.

Virale Arzneimittel erhöhen allerdings, insbesondere bei häufiger Verwendung, das Risiko von Nebenwirkungen (Cave: Nierenfunktion) und sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden. Bei Personen mit sensibler, zu Allergien neigender Haut oder Neurodermitis sind viele Lippencremes mit Vorsicht zu empfehlen, da Rötungen, Juckreiz oder Schuppungen verstärkt auftreten können.

 

Aminosäure L-Lysin als Alternative

Im komplementären Bereich steht die Zufuhr der Aminosäure L-Lysin, als elegante diätetische Maßnahme bei Fieberblasen im Mund- und Nasenbereich an oberster Stelle. L-Lysin verhält sich kompetitiv antagonistisch zur Aminosäure L-Arginin, welche die Vermehrung bzw. das Wachstum von Herpes-Viren fördert. L-Lysin hungert den Virus damit buchstäblich aus. Sowohl bei akuten Herpes-Infektionen als auch zur Reduktion von häufig wiederkehrenden Fieberblasen bietet L-Lysin „spurenlose“ Unterstützung. Der präventive Einsatz von L-Lysin vermag die herpesfreie Zeit zu verlängern (Rezidivprophylaxe). Weiters fördert L-Lysin die Kollagensynthese – ein perfekter Zusatznutzen hinsichtlich einer raschen Wundheilung.

Aus dem „Phyto“-Bereich bewähren sich das lokale Auftragen von ätherischem Melissen- und Teebaumöl sowie das Betupfen mit einem Decoct aus Radix Liquiritiae (1 TL auf eine Tasse). In der traditionellen europäischen Medizin (TEM) findet der Buchsbaum als Muttertinktur bei Fieberblasen und viralen Erkrankungen Verwendung. In der Homöopathie ist meist Natrium chloratum D30 typgerecht und damit das Mittel der Wahl.

Weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3115841

https://toxnet.nlm.nih.gov/cgi-bin/sis/search/a?dbs+hsdb:@term+@DOCNO+2108

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Mag. pharm. Matthias Schoeggl

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