Krebsassoziierte Fatigue behandeln

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Sport, Yoga, Tai Chi, Qigong und Entspannungsübungen können Krebspatienten helfen, die Strapazen einer Strahlentherapie besser zu überstehen und einer Fatigue vorzubeugen.

Fatigue ist eine quälende Müdigkeit und Erschöpfung, an der viele Krebskranke während und nach der Krebsbehandlung – auch nach einer Strahlentherapie – leiden. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) rät den Patienten, bereits zu Beginn der Strahlentherapie körperlich und mental aktiv zu werden.

Strahlentherapien verbessern bei vielen Krebserkrankungen die Überlebenschancen. Obwohl die Bestrahlung über die Jahre immer effektiver und schonender geworden ist, bekommen zahlreiche Patienten eine krebsassoziierte Fatigue – sie leiden unter einer großen Erschöpfung, ihre Energiereserven sind rasch verbraucht und bereits geringe körperliche Aktivitäten ermatten sie. Weiters sind Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten für die krebsassoziierte Fatigue typisch. Viele Patienten können in Folge ihren Beruf nicht mehr ausüben und nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen.

Noch ist nicht bekannt, was genau die Fatigue auslöst. Die Behandlung schätzen die Experten als schwierig ein. Medikamente haben sich als weitgehend wirkungslos erwiesen. Bei manchen Patienten hilft die Einnahme von Ritalin, Antidepressiva haben sich als ineffektiv erwiesen. Einige Betroffene berichteten über eine Besserung durch Ginseng oder Guaraná, andere durch verschiedene Komplementärmedizinische Verfahren, wie beispielsweise Akupunktur.

 

Beste Wirkung gegen Fatigue erzielen sportliche Aktivitäten

Die beste Wirkung erzielen jedoch sportliche Aktivitäten. In den letzten Jahren haben verschiedene Studien gezeigt, dass Ausdauer- oder Kraftsport sowie Yoga, Tai Chi und Qigong den betroffenen Krebspatienten helfen. Auch Walking, Radfahren und Tanzen sind zu erwägen.

Allgemein kommt es weniger darauf an, was die Patienten machen, sondern dass sie überhaupt körperlich aktiv sind. Einige Patienten haben jedoch eine geringe Motivation, da sie in der Fatigue ein Signal des Körpers sehen, sich mehr schonen zu müssen. Sie betrachten die Erkrankung als einen Wendepunkt und finden sich mit ihrer Erschöpfungssituation ab. Auch Meditation und Achtsamkeitsübungen sind empfehlenswert. Dabei ist es wichtig, die Blockade im Kopf zu lösen und den Patienten zu zeigen, dass sich ein aktiver Lebensstil mit Bewegungen für sie lohnt.

 

Zu starke Belastung kann Fatigue verstärken

Die Radiotherapie ist nach Ansicht von DEGRO-Experten ein guter Anlass, mit einem Sport- oder Bewegungsprogramm zu beginnen. Ermutigende Ergebnisse brachte die BEST-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums. Dort nahmen 80 Brustkrebspatientinnen ab dem ersten Tag der Strahlentherapie an einem leichten Krafttraining teil. Über zwölf Wochen trainierten sie zweimal wöchentlich für 60 Minuten in einem Fitnessraum. Nach dem Ende des Trainingsprogramms hatte sich mit der Fatigue auch die Lebensqualität der Patientinnen gebessert. Sie beurteilten ihre Zukunft positiver als die Teilnehmerinnen einer Vergleichsgruppe, die an einem Programm zur Muskelentspannung teilgenommen hatten.

Wichtig ist allgemein, dass die Patienten nicht an ihre Grenzen gehen. Sie sollten nicht mehr als 60 bis 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit nutzen, denn eine zu starke Belastung kann wiederum die Fatigue verstärken. Das Trainingsprogramm sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Quelle: DEGRO – Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.

Literatur:

Asadpour R., Meng Z., Kessel KA. and Combs SE.: Use of acupuncture to alleviate side effects in radiation oncology: Current evidence and future directions. Advances in Radiation Oncology (2016).

Kessel KA., Lettner S., Kessel C., Bier H., Biedermann T., Friess H., Herschbach P., Gschwendt J., Meyer B., Peschel C., Schmid RM., Schwiager M., Wolff KD., Combs SE.: Use of Complementary Medicine (CAM) as a part of the oncological treatment: Questionnaire on Acceptance in a University-based Oncology Center in Germany. PLOS ONE October 2016.

Potthoff K., Schmidt M., Wiskemann J., Hof H., Klassen O., Habermann N., Beckhove P., Debus J., Ulrich CM., Steindorf K.: Randomized controlled trial to evaluate the effects of progressive resistance training compared to progressive muscle relaxation in breast cancer patients undergoing adjuvant radiotherapy: the BEST study. BMC Cancer, 13:162, 2013. (doi:10.1186/1471-2407-13-162) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23537231

Steindorf K., Schmidt M.E.  et al.: Randomized, controlled trial of resistance training in breast cancer patients receiving adjuvant radiotherapy: results on cancer-related fatigue and quality of life. Annals of Oncology 25: 2237–2243, 2014. (doi:10.1093/annonc/mdu374) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25096607

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