Krebs bei Kindern bedeutet Kampf an mehreren Fronten

Moderne Therapien gegen Krebs (Tumoren) bei Kindern müssen weltweit zugänglich gemacht werden. © Vanatchanan / shutterstock.com

Jedes Jahr kommt es weltweit zu mehr als 200.000 Fällen von Krebs bei Kindern. Das bedeutet für die ganze Familie einen Kampf an vielen verschiedenen Fronten.

Für jedes der erkrankten Kinder und ihrer Familien bedeutet die Diagnose Krebs bei Kindern den Beginn eines Kampfes an zahlreichen Fronten: Zum einen geht es ums Überleben, um das Überwinden der Krebserkrankung und dabei das Durchstehen der belastenden Therapie, die oft monate- oder auch jahrelang anzuwenden ist. Jedenfalls kann man in unseren Breiten heute etwa 80 Prozent aller krebskranken Kinder heute dauerhaft heilen. Allerdings erleidet etwa jedes vierte Kind einen Rückfall und erkrankt nach der Strahlen- oder der Chemotherapie erneut.

Für diese aggressiven Fälle des Krebs bei Kindern hoffen Ärzte und Eltern auf neue zielgerichtete Medikamente und vor allem die sogenannten Immuntherapien. Dazu muss man aber bestimmte Mutationen im Erbgut des Tumors untersuchen, da solche Substanzen nur in bestimmten Fällen wirksam sind. Deswegen sind solche molekulargenetische Analysen die Grundlage für die personalisierte Behandlung. Bislang sind für Kinder allerdings viele neue Wirkstoffe nicht zugelassen.

 

Starke Veränderungen im sozialen Leben

Weiters wollen und dürfen die betroffenen Kinder und ihre Familien nicht den Anschluss an das normale Leben, an ihr soziales Umfeld verlieren. Dabei gilt es, die schulische Ausbildung fortzusetzen und den Kontakt zu den Freunden aufrecht zu halten.

Betroffene Eltern stehen wiederum im Konflikt, sich einerseits um ihr krankes Kind kümmern zu wollen und müssen, andererseits weiterhin berufliche und anderweitige Verpflichtungen wahrnehmen zu müssen. Oft kommt es auch durch die Therapie zu einer Isolation, die eine zusätzlich Belastung darstellt.

 

Zahlreiche neue Therapien

Die Pathogenese der Tumorerkrankungen ist tiefer durchleuchtet und neue therapeutische Ansätze sind erforscht worden. Durch diese äußerst positive Entwicklung rücken nun die Spätfolgen mehr in den Blick; Therapien gegen Krebs bei Kindern werden entsprechend angepasst. Allerdings muss es gelingen, die kinderonkologischen Patienten an der Entwicklung neuer zielgerichteter Medikamente teilhaben zu lassen. Sonst drohe Stagnation, so Prof. Schneider.

 

Krebs bei Kindern in armen Ländern zu 80 Prozent tödlich

Global betrachtet sind die Chancen, eine Krebserkrankung im Kindesalter gut zu überstehen, allerdings sehr ungleich verteilt. Während man in den reicheren Ländern wie eingangs erwähnt 80% der Kinder dauerhaft heilen, versterben in den ärmeren Ländern mehr als 80 Prozent aufgrund mangelhafter medizinischer Versorgung.

Diese Zahlen sind nicht akzeptabel. Damit alle Kinder und Jugendlichen an den Fortschritten der Kinderonkologie teilhaben können, müssen Experten das diesbezügliche Wissen weltweit austauschen. Auch in Ländern mit geringeren Ressourcen braucht man tragfähige medizinische Strukturen, die eine spezialisierte Behandlung ermöglichen.

 

Moderne Therapien gegen Krebs bei Kindern weltweit verfügbar machen

Moderne Therapien gegen Krebs bei Kindern müssen weltweit zugänglich gemacht werden. Dazu gibt es ein gutes Beispiel innerhalb Europas. Das europäische Verbundprojekt Expo-R-Net mit Hauptsitz in Wien fördert den grenzüberschreitenden Zugang zu modernen Therapien gegen Krebs bei Kindern durch den Aufbau von Referenznetzwerken. Außerdem engagieren sich Kinderonkologen zudem auch beim Aufbau stärkerer Strukturen in osteuropäischen Ländern, Russland und Ländern Afrikas, Asiens sowie Lateinamerikas. Ziel ist es, Krebs bei Kindern überall auf der Welt heilen zu können.


Quelle:

Daten, Zahlen und Fakten zu Krebs bei Kindern und Jugendlichen auf www.gpoh.de und auf www.kinderkrebsinfo.de.

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