Warum eine Krätze-Therapie fehlgeschlagen ist

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In etwa einem Drittel der Fälle ist eine Krätze-Therapie fehlgeschlagen. Wobei dies als wesentlicher Faktor für die zunehmende Häufigkeit von Krätze in Industrieländern gilt.

In einer aktuellen Studie versuchten Forscher die Risikofaktoren zu eruieren, warum eine Krätze-Therapie fehlgeschlagen sein kann. Dabei verglichen sie in einer multizentrischen Studie die klinischen Merkmale und Behandlungsmodalitäten zwischen einer Gruppe von Patienten mit erfolgreich behandelter Krätze (Scabies) und einer anderen Gruppe, bei denen nach 3 Monaten die Krätze-Therapie fehlgeschlagen war.

 

Krätze – Scabies: globales Gesundheitsproblem

Unter dem Strich gilt die Krätze als beträchtliches Problem für die Weltgesundheit. Dabei beeinträchtigt die ansteckende und stark juckende Hauterkrankung weltweit etwa bei 130 Millionen Menschen das Leben. Die meisten Fälle treten in den Entwicklungsländer auf, wobei die Prävalenzraten zwischen 13% und 46% liegen. Die Gründe in den betroffenen Bevölkerungsgruppen sind eine beengte Wohnungssituation, schlechte Hygiene sowie Armut. Dies sind dort auch Hauptfaktoren für Rückfälle nach der Behandlung beziehungsweise völliges Behandlungsversagen.

Die Prävalenz von Krätze in Europa und den USA beträgt zwischen 2% und 4%. Ein Behandlungsversagen, das in etwa einem Drittel der Fälle auftritt, wird als der Hauptfaktor für die zunehmende Inzidenz von Krätze angesehen. Allerdings wurden die Risikofaktoren für ein Behandlungsversagen in Industrieländern nur bei Krankenhauspatienten untersucht. Allerdings sind Immunschwäche, Demenz sowie bettlägeriger Status für Patienten in der niedergelassenen Praxis kaum relevant. Deswegen haben die Forscher in der aktuellen Studie das Therapieversagen bei ambulanten Patienten unter die Lupe genommen.

 

Risikofaktoren entdeckt, warum eine Krätze-Therapie fehlgeschlagen ist

Insgesamt haben die Wissenschaftler 210 Patienten mit der Diagnose Krätze eingeschlossen. Darunter waren 98 erfolgreich behandelte Patienten sowie 112 Betroffene, bei denen die Krätze-Therapie fehlgeschlagen war. Die wichtigsten Risikofaktoren für ein Versagen der Behandlung waren die Verwendung nur einer Art der medikamentösen Krätze-Therapie.

Das waren entweder topisches Benzylbenzoat (BB) oder systemisches, orales Ivermectin. Schließlich zeigte sich, dass die Anwendung von topischem Benzylbenzoat als Monotherapie sowie eine einmalige Einnahme von Ivermectin (im Vergleich zu zweimal) die entscheidenden Risikofaktoren waren, dass bei den Patienten die Krätze-Therapie fehlgeschlagen war.

Die Forscher unterstellen, dass eine Kombinationstherapie bestehend aus einmalig äußerlich eingesetzten Benzylbenzoat und zweimaliger Gabe von Ivermectin die Behandlung deutlich verbessern kann.

Literatur:

A. Aussy E. Houivet V. Hébert H. Colas‐Cailleux N. Laaengh C. Richard M. Ouvry C. Boulard S. Léger N. Litrowski J. Benichou P. Joly. Risk factors for treatment failure in scabies: a cohort study. British Journal of Dermatology. 30 October 2018 https://doi.org/10.1111/bjd.17348

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Chefredakteur Dr. Reinhold Lautner

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