Krätze – Scabies: eine häufige Infektionskrankheit

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Krätze – Scabies: Als Krätze beziehungsweise Scabies bezeichnet man ein häufige Infektionskrankheit, die durch die Scabies-Milbe ausgelöst wird.

Die Krätze – Scabies – ist eine häufige Infektionskrankheit, die bei etwa 1 % der Bevölkerung auftritt, bei der die Scabies-Milbe Sarcoptes hominis eine Hautinvasion zeigt beziehungsweise eine Infektion auslöst.

Bei hohen Bevölkerungsdichten und schlechten Hygienebedingungen kann die Skabies bei etwa 30 % der Bevölkerung vorkommen. Weitere Faktoren wie die Häufigkeit an Körperkontakten, individuelle Hygienebedingungen und der Immunstatus spielen bei der Infektion, beim klinischen Erscheinungsbild und bei der Abheilung der Erkrankung eine entscheidende Rolle.

Krätze tritt an bestimmten sogenannten Prädilektionsstellen auf, ein direkter Kontakt durch ein begattetes Milbenweibchen über 15 bis 20 Minuten kann die Infektion zur Ausbreitung bringen. Der Nachweis der Infektion erfolgt durch mikroskopische Identifizierung der Milbe oder auch durch Auflichtmikroskopie.

Bei der Scabies bestehen oft diagnostische Schwierigkeiten. Eine „gepflegte Scabies“ bei guten Hygienebedingungen ist nicht leicht erkennbar. Schwierig ist auch die Behandlung bei Patienten in Alters- und Pflegeheimen. Ein synchrones Behandeln aller Kontaktpersonen ist erforderlich.

 

Behandlung der Krätze – Scabies

Entsprechend der Leitlinien der deutschen dermatologischen Gesellschaft und der Leitlinien der österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, Arbeitsgruppe für STD und dermatologische Mikrobiologie wird zur Therapie 5 % Permethrin empfohlen. Man behandelt damit topisch den ganzen Körper und lässt den Wirkstoff 8 Stunden lang einwirken. Eine Wiederholung der Behandlung nach 2 Wochen ist zu empfehlen, um auch die danach ausgeschlüpften Larven erfolgreich bekämpfen zu können.

Eine systemische Therapie mit Ivermectin 200 µg/kg im Abstand von 10 bis 14 Tagen soll vor allem einem hartnäckigem, rezidivierendem Verlauf entgegenwirken. Diese Therapie wirkt auch bei Patienten in Altersheimen sowie bei geistig und körperlich behinderten Personen, bei denen die Lokaltherapie schwierig ist. Weiters wird eine Scabies norvegica, einer schweren Verlaufsvariante mit Ekzemen, so behandelt. Alternative Wirkstoffe sind Benzylbenzoat, Crotamiton und Präzipitatschwefel als Lokaltherapie. Keine Alternative stellt heute mehr Lindan dar.

 

Wichtige Maßnahmen bei Krätze – Scabies

Zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung muss man alle Personen, die engen Hautkontakt mit den Betroffenen haben, zeitgleich mitbehandeln. Dies sollte auch dann geschehen, wenn diese keine Symptome haben. Betroffene Personen und Familien sollten die Körper- und Unterkleidung sowie Bettwäsche alle 12 bis 24 Stunden wechseln. Dies gilt auch für Handtücher, die man auf jeden Fall zweimal täglich wechseln sollte.

Für Bettwäsche, Unterbekleidung und Handtücher reicht das Auskochen bzw. Waschen bei 60 bis 90°C aus. Die Oberbekleidung braucht in der Regel nicht entwest zu werden. Siebentägiges Durchlüften oder chemische Reinigung wird aber bei Patienten mit Skabies norvegica empfohlen. Auch ein bis 7-tägiges Unbenutztlassen der Textilien in luftdicht verschlossenen Plastiksäcken schädigt die Milben so weit, dass sie nicht mehr befallsfähig sind.

Mit intensivem Staubsaugen kann man die Scabies-Milbe von den Betten, Polstersessel und Fußbodenbeläge befreien. Ein wiederholtes Staubsaugen ist im Falle von Scabies norvegica unverzichtbar. Plüschtiere und Schuhe können durch Lagerung über 24 Stunden in einem Plastiksack im Tiefkühler bei -10°C schnell milbenfrei gemacht werden.

Quelle und weitere Informationen:

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/scabies/basics/definition/con-20023488

http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/scabies.html

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Dr. Reinhold Lautner

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