Konsum von Energy Drinks erhöht bei Kindern und Jugendlichen das Gesundheitsisiko für Herz und Kreislauf

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Insbesondere Kinder und Jugendliche haben zu bestimmten Gelegenheiten einen sehr hohen Konsum von Energy Drinks und damit auch Koffein.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veranlasste im Jahr 2013 eine Studie zum Konsum von Energy Drinks bei besonderen Gelegenheiten. Die Untersuchung hatte gezeigt, dass Besucher von Diskotheken, Musik- und Sportveranstaltungen sowie Teilnehmer an Computerspiel-Partys mit deutlich mehr als einem Liter pur oder gemischt mit alkoholischen Getränken einen beträchtlichen Konsum von Energy Drinks aufwiesen.

 

Koffein in Energy Drinks

Energy Drinks enthalten neben anderen Inhaltsstoffen Koffein – üblicherweise 80 Milligramm (mg) pro 250 Milliliter(ml)-Dose. Wobei bei moderatem Konsum von Energy Drinks das Koffein durchaus positiv wirken kann. Beispielsweise kann es die Aufmerksamkeit steigern. Hingegen können hohe Dosen unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Dazu zählen Magen-Darm-Beschwerden, Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzrasen sowie erhöhten Blutdruck.

Schließlich veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2015, welche Koffeinmengen für Gesunde unbedenklich sind. Gemäß EFSA sind für Erwachsene Koffein-Einzeldosen von bis zu drei mg Koffein pro Kilogramm (kg) Körpergewicht, also etwa 200 mg, noch gesundheitlich unbedenklich. Für regelmäßigen Koffeinkonsum gelten über den Tag verteilt bis zu 5,7 mg pro kg Körpergewicht für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Also etwa 400 mg. Kinder und Jugendliche sollten laut EFSA generell nicht mehr als insgesamt drei mg Koffein pro kg Körpergewicht pro Tag aufnehmen.

 

Wie stark der Konsum von Energy Drinks auf Herz und Kreislauf wirkt

Die deutschen Experten des BfR haben daher auf Basis der aktuellen Studienlage die Effekte von Energy Drinks auf das Herz-Kreislaufsystem in Abhängigkeit von der Dosis bewertet. Um das gesundheitliche Risiko einzuschätzen, wurden sowohl Studien mit verschiedenen Einflussfaktoren auf das HerzKreislaufsystem (Interventionsstudien) als auch Untersuchungen zum Konsum von Energy Drinks betrachtet. Es wurden nur Interventionsstudien einbezogen, die die akute Wirkung von Energy Drinks, also innerhalb von bis zu drei Stunden, bei jungen gesunden Erwachsenen zum Gegenstand hatten. Interventionsstudien mit Kindern und Jugendlichen oder mit einer längerfristigen Gabe von Energy Drinks waren nicht verfügbar.

Die Auswertung ergab, dass der akute moderate Konsum von Energy Drinks mit gemäß EFSA noch unbedenklichen Koffeinaufnahmen bei gesunden jungen Erwachsenen nicht zu unerwünschten Wirkungen führte. Aus Sicht des BfR stellt daher der moderate Konsum bei gesunden Erwachsenen kein gesundheitliches Risiko dar.

 

Schwerwiegendere unerwünschte Wirkungen von Koffein

Wurden Energy-Drink-Mengen von einem Liter und mehr getrunken und dadurch die als noch unbedenklich erachtete Koffeinaufnahmemenge überschritten, beobachtete man bei einigen jungen Erwachsenen moderate bis schwerwiegendere unerwünschte Wirkungen:

  • störendes Herzklopfen (Palpitationen),
  • Kurzatmigkeit,
  • unkontrolliertes Muskelzittern (Tremor),
  • schwere Übelkeit,
  • Angstzustände,
  • Nervosität sowie auch
  • Veränderungen im Elektrokardiogramm.

Laut Befragungen nehmen insbesondere Kinder und Jugendliche in unseren Breiten zu bestimmten Gelegenheiten hohe Mengen an Energy Drinks von einem Liter und mehr zu sich. Damit überschreiten sie die von der EFSA noch als unbedenklich erachtete Koffeinaufnahmemenge deutlich. Folglich sind aus Sicht von Experten diese Kinder und Jugendlichen eine Risikogruppe für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

Möglicherweise können begleitende Faktoren wie zusätzlicher Alkoholkonsum und anstrengende körperliche Betätigung die unerwünschten Wirkungen von Koffein noch verstärken, was wahrscheinlich bei Kindern und Jugendlichen zu wenig bekannt ist. Daher sind Aufklärungskampagnen empfehlenswert, um dem übermäßigen Konsum von Energy Drinks bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken.

Quelle: Deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung –  www.bfr.bund.de

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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