Gegen Bewegungsmangel: Gesundheit mit intensivem Schulsport fördern

Mehr körperliche Bewegung durch mehr Schulsport könnte zukünftig viele Erkrankungen verhindern. @ Syda Productions / shutterstock.com

Mehr körperliche Bewegung durch mehr Schulsport könnte zukünftig viele Erkrankungen verhindern. @ Syda Productions / shutterstock.com

Intensiver Schulsport hilft gegen Bewegungsmangel, fördert die Gesundheit und wirkt vorbeugend auch gegen ernsthafte Erkrankungen.

Unter dem Strich leben Stubenhocker riskant. Denn körperliche Bewegung und sportliche Aktivitäten zu scheuen, bedeuten den Verzicht auf einen Universalschlüssel zur Förderung der Gesundheit und zur Prävention zahlreicher schwerer Erkrankungen. Das gilt für Männer sowie Frauen, für Jung und Alt. Der heutige Mensch ist für reichlich körperliche Bewegung und nicht für körperliche Passivität geschaffen. Die Evolution hat ihn noch nicht an die überwiegend sitzenden Tätigkeiten der Zivilisationsgesellschaft angepasst, ohne genügend körperliche Bewegung und sportliche Aktivitäten wird er krank. Mit intensivem Schulsport kann man bei Menschen von Kindheit an die Gewohnheiten in die richtige Bahn lenken und so chronischen Bewegungsmangel vermeiden. Speziell in unserer digitalen Welt ist das ein wichtiges Thema.

 

Körperliche Bewegung gegen schwere Erkrankungen

Bei jeden dritten erwachsenen Europäer und bei mehr als zwei Dritteln der Jugendlichen in Europa hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgehalten, dass diese Zielgruppen zu wenig körperliche Bewegung ausüben. Etwa eine Million Todesfälle lassen sich laut WHO jedes Jahr in Europa auf Bewegungsmangel zurückführen. Eine australische Studie hat gezeigt, dass für Frauen ab 30 der Verzicht auf sportliche Betätigung der Hauptfaktor für ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt ist. Und zwar noch vor Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck. Genügende Bewegung ist hier eine protektive Universalmedizin.

Im Grunde genommen sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Krebs, Diabetes, aber auch schwere Skelett- und Knochenleiden häufig unmittelbar einem Bewegungsmangel zuzusprechen. Hinzu kommen zahlreiche Erkrankungen im Gefolge von Übergewicht und Adipositas. Unausgewogene Ernährung und fehlende Bewegung sind im Zusammenspiel die wichtigsten Ursachen für der Entstehung. Da die Weichen für körperliche Bewegung oder Inaktivität oft schon im Kindesalter gestellt werden, ist ein wichtige langfristige Maßnahme erneut eine deutliche Intensivierung des Schulsports.

 

Sport und Bewegung gegen Krebs

Auch für verschiedene Tumorerkrankungen zeigen zahlreiche Studien, dass regelmäßige körperliche Bewegung präventive Wirkungen haben. Laut Experten können sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent reduzieren. Wenn aber bereits eine Krebserkrankung  eingetreten ist, kann körperliche Bewegung das Mortalitätsrisiko deutlich senken:

Für Patienten, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Sport getrieben haben, ist ein geringeres Rezidivrisiko nachweislich. Aber auch Patienten, die erst nach einer Erkrankung ihren körperlich passiven Lebensstil ändern, erhöhen ihre Aussicht auf eine dauerhafte Heilung ohne Rückfälle.

US-Neurowissenschaftler haben unlängst herausgefunden, dass körperliche Aktivität auch einen gewissen Schutz vor neurodegenerativen Veränderungen des Gehirns bietet. Die Forscher sehen in ihren Ergebnissen einen Weg, das Schrumpfen von Bereichen des Gehirns und damit Demenz-Symptome wie Desorientierung und Einbuße aller kognitiven Fähigkeiten zu verzögern.Um das Gehirn möglichst lange fit zu halten, müssen Senioren keine Leistungssportler werden, sondern sollten regelmäßig körperliche Bewegung machen.

 

Schulsport ausweiten, um chronischen Bewegungsmangel bei Kindern entgegenzuwirken

Für jeden lohnt sich körperliche Bewegung, aber je nach Alter, gesundheitlicher Konstitution und sportlicher Vorgeschichte muss man differenzieren. Wie lange und intensiv Kinder Schulsport betreiben sollten, um allgemein einem Bewegungsmangel entgegenwirken zu können, darüber sind sich Experten nicht einig. Manche empfehlen 30 bis 45 Minuten täglich, andere weisen darauf hin, dass der gewünschte Abbau von Fettreserven erst nach 45 Minuten auf Hochtouren kommt. Die WHO rät zu zweieinhalb Stunden gemäßigter Bewegung pro Woche, alternativ die Hälfte der Zeit bei anstrengendem Sport.

Grundsätzlich sollte die Lust an Bewegung und Sport bereits im Kindesalter geweckt werden. Deswegen sollte der Schulsport intensivierte aber auch Breitensport gefördert werden. Regelmäßige körperliche Bewegung stärkt die motorische Entwicklung und das Herz-Kreislauf-System. Die Folgen von Bewegungsmangel in der Kindheit treten dagegen häufig erst später im Erwachsenenalter auf. Denn es erhöht sich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Bluthochdruck oder chronischen Rückenleiden. Wobei diese ernsthaften Krankheiten sind dann meist nur noch mit bekannt hohem Aufwand zu behandeln.


Quellen:

https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0013/112405/E89490G.pdf

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