Knoblauch effektiv gegen Erkältung, aber auch gegen Covid-19 und Coronaviren

Was ist nun so toll am Knoblauch? Die Forscher haben zwar noch nicht die spezifischen virenbekämpfenden Komponenten lokalisiert, aber sie meinen, dass bestimmte Nährstoffe im Knoblauch damit etwas zu tun haben könnten. © jurek d. / flickr Creative Commons

Was ist nun so toll am Knoblauch? Die Forscher haben zwar noch nicht die spezifischen virenbekämpfenden Komponenten lokalisiert, aber sie meinen, dass bestimmte Nährstoffe im Knoblauch damit etwas zu tun haben könnten. © jurek d. / flickr Creative Commons

Corona-Pandemie: Knoblauch hilft gegen Covid 19, 2 rohe Knoblauchzehen am Tag sollen zudem allgemein gegen Erkältung und Viren (Corona-Viren) helfen.

Im Internet kursieren jede Menge Haus- und Volks-Heilmittel für verschiedene Symptome wie Schnupfen, Husten und andere Beschwerden durch grippale Infekte. Zu diesen Hausmitteln gehört auch das Kauen oder Zerquetschen von rohem Knoblauch, das gegen Erkältung und Grippe hilft. Und zwar inklusive Übergießen mit Honig, bevor man den Knoblauch schluckt. Neueste Forschungen lassen auch vermuten, dass Knoblauch, Allium sativum, gegen Erkältung und gegen Viren wirksam sein kann. Und zwar sogar in weniger als drei Stunden. Zwei tägliche roh verzehrte Knoblauchzehen sollen das möglich machen. Alte Hausmittel empfehlen auch Zwiebel gemeinsam mit Knoblauch gegen Erkältung oder auch mit Milch. In mehreren aktuellen Corona-Studien konnten Forscher zudem in silico zeigen, dass Knoblauch gegen die Coronavirus-Erkrankung Covid-19 vorbeugend wirken könnte. Jedenfalls stellt Knoblauch ein sinnvolles gesundes Nahrungsmittel während der Corona-Pandemie dar, das gilt vor allem für frischen nicht erhitzten und bearbeiteten Knoblauch. Schließlich betonen Experten im britischen Fachjournal zu Ernährung, dem BMC, dass der Verzehr von funktionellen Lebensmitteln mit Zwiebeln und Knoblauch in verschiedenen Gesellschaften eine Schlüsselrolle bei der Senkung der Inzidenz von COVID-19 spielen könnte.

 

Die Wirkung von Knoblauch gegen infektiöse Bronchitis-Viren

Das funktionelle Lebensmittel und traditionelle Heilmittel setzt man seit der Antike zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten ein. Vor allem seine Schwefelverbindungen sollen verschiedene Beschwerden von Virusinfektionen lindern. Der Knoblauch gilt als natürliches Mittel gegen Viren und Bakterien kann auch gegen infektiöse Bronchitis-Viren wie das Coronavirus positive Wirkungen entfalten.

In einer rezenten Studie untersuchte man beispielsweise erfolgreich die hemmende Wirkung von Knoblauchextrakt auf ein bronchiales Coronavirus. Wobei es sich allerdings nicht um das aktuelle Coronavirus SARS-Cov-2 handelte.

Im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus behaupten viele Menschen, dass der Verzehr von Knoblauch (oder auch anderen Lebensmitteln) bei der Vorbeugung von Covid-19 und anderen Infektionen mit Viren hilfreich sein könnte. Andere Stimmen lehnen eine diesbezügliche Wirksamkeit ab. Doch immer mehr rezente Studien zu Knoblauch bestätigen seine antiviralen Wirkungen und den Stellenwert als wichtiges Lebensmittel in der Corona-Pandemie. Unter dem Strich sollte man ihn genießen, wenn es schmeckt. Denn schaden tut Knoblauch sicher nicht.

 

Knoblauch als vorteilhaftes Lebensmittel in der Corona-Pandemie: Allium sativum wirkt vorbeugend gegen die Coronavirus SARS-Cov-2-Erkrankungen Covid-19

Eine erfolgreiche Strategie in der Corona-Pandemie ist die Verbesserung des Ernährungsverhaltens. Und Knoblauch ist eines der wirksamsten natürlichen Nahrungsmittel gegen ein breites Spektrum an Viren und Bakterien.

Mehrere aktuelle Studien bestätigen auch, dass der Knoblauch tatsächlich vorteilhafte Wirkungen gegen das SARS-CoV-2-Coronavirus entfalten kann. Wobei organische Schwefelverbindungen (wie Allicin und Alliin) sowie Flavonoide (wie Quercetin) für die immunmodulatorischen Wirkungen des gesunden Gewürzes verantwortlich sind.

Knoblauch ist bekanntlich ein funktionelles Lebensmittel, das auch für seine Immunsystem stärkende (immunmodulatorische) Wirkung bekannt ist. Allium sativum hat auch antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkungen, die gegen Bakterien und andere Erreger den Körper unterstützen. Zudem hat Allium sativum auch antimutagene und antitumorale Eigenschaften.

Die antivirale Wirkung von Knoblauch konnte ebenfalls gezeigt werden. Denn Forscher haben in der rezenten Untersuchung gezeigt, dass einige Bestandteile der Pflanze gegen Protozoenparasiten wirksam sind. In diesem Zusammenhang scheint Knoblauch die meisten bei Patienten mit COVID-19-Infektion beobachteten Funktionsstörungen des Immunsystems umkehren zu können.

Es besteht auch ein Zusammenhang zwischen Immunsystems und dem Entzündungen fördernden Leptin. Die Rolle von Leptin bei der Steigerung der proinflammatorischen, entzündungsfördernden Zytokine und bei der Verringerung des Appetits ist evident. Deswegen könnte es auch zur Linderung einiger Covid-Symptome von Vorteil zu sein, wenn man mit Knoblauch die Konzentration des Fettgewebehormons Leptin verringert.

Eine andere Studie untersuchte zehn leicht verfügbare Gewürze und ihre mögliche Wirkung darauf, die Spike-Proteine des Coronavirus SARS-Cov-2 zu hemmen. Beziehungsweise deren Bindung an die menschlichen ACE2-Rezeptoren. Dabei zeigte sich, dass neun Verbindungen in Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Pfefferminze, Chili und Bockshornklee das Virus hemmen können. Alle Gewürze sind essbar und können als Hausmittel gegen COVID-19 verwendet werden.

Zusammenfassend scheint laut aktuellem Stand der Wissenschaft jedenfalls der Verzehr von Knoblauch eine sinnvolle, vor allem auch vorbeugende Maßnahme gegen eine COVID-19-Infektion zu sein. Nämlich um die Zellen des Immunsystems zu stärken und die Wirkung von Leptin zu unterdrücken. Abgesehen von seinen zahlreichen anderen positiven Effekten für die Gesundheit.

 

Zwei Knoblauchzehen für die Gesundheit

In einer kleinen klinischen Studie, die im Journal of Nutrition unlängst veröffentlicht wurde, nahmen Studienteilnehmer zu einer Mahlzeit 5g rohen, zerdrückten Knoblauch ein. Das waren etwa zwei Knoblauchzehen. Dann nahmen ihnen Ärzte das Blut ab.

Dabei zeigten die Gene der Knoblauchesser bereits 3 Stunden nach dem Essen eine signifikant höhere Aktivität. Und zwar waren das die Gene, die an der Produktion von immunstärkenden weißen Blutzellen beteiligt sind. Die können übrigens auch die Krebsabwehr unterstützen.

 

Wirksamkeit: warum Knoblauch gegen Erkältung hilft

Während Wissenschaftler noch nicht sicher sagen können, ob Knoblauch einen Schnupfen wirklich so schnell bekämpft, wie er die Gene der Probanden in der zitierten Untersuchung aktivierte, bestätigen frühere Forschungen, dass besondere Wirkmechanismen ausgelöst werden, wenn Knoblauch gegen Erkältung zum Einsatz kommt.

Eine Studie im Jahr 2012 fand heraus, dass bei jenen Teilnehmern, die täglich Knoblauch zu sich nahmen, nicht nur eine erhöhte Aktivität der weißen Blutkörperchen festzustellen war, sondern auch weniger schwere und weniger langanhaltende Erkältungssymptome als bei jenen, die ein Placebo erhielten.

Darüber hinaus stellte eine ältere Studie aus dem Jahr 2001 fest, dass Menschen, die Knoblauch gegen Erkältung zu sich nahmen, weniger oft eine Erkältung bekamen und sich wieder schneller erholten, wenn sie eine hatten.

 

Knoblauch gegen Erkältung durch bestimmte Nährstoffe

Was ist nun so toll am Knoblauch? Die Forschung konnte zwar noch nicht die spezifischen virenbekämpfenden Komponenten lokalisieren. Allerdings scheint es, dass bestimmte Nährstoffe im Knoblauch damit etwas zu tun haben könnten. Dazu gehören das Vitamin C, Mineralien wie Selen, bestimmte Enzyme sowie schwefelhaltige Verbindungen.

Schließlich scheint Knoblauch gegen Erkältung auch als Nahrungsmittelergänzung zu wirken. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte einen Allicin-Pulver-Extrakt wählen. Denn der gewährleistet eine gleichbleibende Menge von Allicin pro Einheit.

 

Mit Knoblauch kochen und gesundheitliche Wirkung von Allicin erhalten

Wer eine Knoblauchkur selbst versuchen will, sollte laut Experten den Knoblauch in Scheiben schneiden oder die Zehen zerdrücken und sie roh verzehren. Wie beispielsweise zum Salat-Dressing. Nach Ansicht der Wissenschaftler setzt das Zerkleinern der rohen Knoblauchzehen das Enzym Alliinase frei. Das hilft wiederum bei der Bildung von Allicin, das antibakteriell wirken kann.

Das Allicin bildet sich somit nur, wenn man die Zellstruktur von Knoblauch zerstört. Und zwar treten eben dabei bestimmte Inhaltsstoffe in Kontakt mit dem Enzym Alliinase, so dass schließlich Allicin entsteht.

Wenn man gerne mit Knoblauch kocht, sollte man die Zehen also hacken oder zerdrücken. Dann lässt man sie bis 10 Minuten vor dem Erhitzen „ruhen“. Dadurch kann man die gesundheitliche Wirkung von Allicin am besten erhalten.

Dazu gehört übrigens auch die Wirkung von Allicin, den Puringehalt in Lebensmitteln reduzieren zu können, was für Gichtpatienten große Bedeutung haben kann.


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