Wenn Kinder Knopfbatterien verschlucken

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Wenn Kinder Knopfbatterien geschluckt haben, können sich binnen weniger Stunden die giftigen Inhaltsstoffe wie Blei, Cadmium und Quecksilber im Magen freisetzen.

 

Wenn kleine Kinder beim Spielen Knopfbatterien geschluckt haben, ist Gefahr in Verzug. Experten haben unter Laborbedingungen zeigen können, dass die meisten Knopfbatterien bereits innerhalb weniger Stunden durch die Magen­säure undicht werden. Bei manchen korrodieren die Dichtungsringe in der Magensäure derartig rasch, dass man im Laborversuch das Blubbern beobachten kann.

Grundsätzlich können die zum Teil giftigen Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Blei und Cadmium freigesetzt werden. In den Praxen von Kinder- und Hausärzten werden relativ oft Zwischenfälle mit Knopfbatterien im Magen registriert.

 

Bei verschlucklter Knopfbatterie sofort ins Krankenhaus

Es ist zwar prinzipiell nicht allzu schlimm, wenn Kinder kleine und harte Gegenstände verschlucken. Diese wandern durch den Magen in den Darm und werden wieder ausgeschieden. Beim Verschlucken einer Knopfbatterie ist die Sache allerdings anders: da müssen Eltern sofort reagieren und das Kind ins Krankenhaus bringen, um diese zu entfernen. Natürlich sind viele Eltern nicht erfreut, wenn ihr Kind narkotisiert werden muss. Doch Knopfbatterien können im feuchten Milieu der Speiseröhre und des Magens ihre giftigen Inhaltsstoffe freisetzen und so Schleimhautverätzungen hervorrufen. Eben deswegen ist rasches Handeln angesagt.

Besonders gefährlich ist es, wenn der Durchmesser der Knopfbatterien größer als eineinhalb Zentimeter ist. Dann kann sie in der Speiseröhre stecken bleiben und innerhalb sehr kurzer Zeit durch Entladung die Schleimhaut schädigen. Dadurch können Narben und Verengungen entstehen und Beschwerden wie Würgereiz, Erbrechen und Atemnot entstehen – ganz abgesehen von möglichen schweren Spätfolgen.

 

Knopfbatterien mit Endoskopie entfernen

Früher hat man die Entfernung einer Knopfbatterie aus dem Magen bei Kindern oft unterlassen. Man vermutete, dass die Knopfbatterien dicht blieben. Vergiftungserscheinungen wurden auch nicht registriert, da die Toxizität der Inhaltsstoffe unmittelbar keine Symptome auslöst.

In wissenschaftlichen Laboruntersuchung wurde allerdings nachgewiesen, wie schnell Knopfbatterien undicht werden, wenn sie sich länger in Magen­säure befinden. Schon nach vier Stunden geben sie größere Mengen an Inhaltsstoffen wie Cadmium, Quecksilber und Blei ab. Diese Schadstoffe können dann viele Jahre im Körper verweilen und so zu einer dauerhaften Belastung für den Organismus werden.

Deswegen sollte nicht gezögert werden, den Magen radiologisch zu kontrollieren und die Knopfbatterie endoskopisch zu entfernen. Denn später wäre eine Operation erforderlich, was man den kleinen Patienten eigentlich nicht zumuten will.

Weiterführende Fach-Informationen:

An update on pediatric endoscopy. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3751043/

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MEDMIX Online-Redaktion

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