Polio-Virus verursachte Kinderlähmung durch Mutation

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Eine Mutation des Polio-Virus konnte trotz Impfschutz bei jeder fünften betroffen Person zu Kinderlähmung führen. Experten fordern potentere Impfstoffe.

Die WHO hat sich vorgenommen, das Polio-Virus durch eine konsequente Impfstrategie – nach dem Vorbild der Pocken – gänzlich zu besiegen. Da das Virus nur von Mensch zu Mensch übertragen werden kann und es keine Erreger-Reservoirs in Tieren gibt, gilt dieses Vorhaben durchaus als chancenreich. Dennoch traten in den letzten Jahren immer wieder in verschiedenen Regionen der Welt Polio-Epidemien auf. Die letzte 2015 in Nigeria wurde erfolgreich gestoppt. Erst in den letzten Tagen wurden aber erneut Erkrankungsfälle in Pakistan bekannt.

 

Seit der schweren Polio-Epidemie 2010 in Afrika gibt es Grund zur Sorge

2010 verlief eine solche Polio-Epidemie im Kongo besonders schwer. 445 Personen infizierten sich damals mit dem Polio-Virus, in 209 Erkrankungsfällen verlief die Krankheit tödlich. Überraschend war das für die Experten vor allem deshalb, da viele infizierte Personen geimpft waren. Deshalb wurde das verursachende Polio-Virus aus den verstorbenen Körpern isoliert und einer detaillierten Analyse unterzogen.

Die Infektiologen entdeckten dabei, dass das Polio-Virus eine Mutation trug. Dadurch konnten die mit der Impfung induzierten Antikörper die neue Virusmutation nur noch unzureichend erkennen und bekämpfen, da das Polio-Virus seine Gestalt an einer entscheidenden Stelle verändert hatte.

Bei anschließenden Untersuchungen an geimpften Personen wurde weiters festgestellt, dass zwar die Antikörper gegen bekannte Erreger durchaus wirksam waren. Die Immunreaktion bei dem mutierten Polio-Virus fiel jedoch wesentlich schwächer aus, wodurch nach Schätzungen der Experten etwa jede fünfte der Testpersonen vom neuen Polio-Virus infiziert werden könnte.

 

Potentere Impfstoffe von WHO-Experten gefordert

In weiterer Folge konnte die Polio-Epidemie im Kongo durch ein intensives Impfprogramm gestoppt werden, was zeigen konnte, dass bei konsequenter Verabreichung auch die aktuell verfügbaren Impfstoffe ausreichend genug wirken könnten. Dennoch wäre die Entwicklung potentere Impfstoffe von Vorteil. Immer wieder treten wie oben erwähnt neue Erkrankungsfälle auf.

Weitere Informationen:

Poliomyelitis (polio) – a highly infectious viral disease (WHO) http://www.who.int/topics/poliomyelitis/en/

Polio and prevention. http://www.polioeradication.org/polioandprevention.aspx

Updates on CDC’s Polio Eradication Efforts. http://www.cdc.gov/polio/updates/

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MEDMIX Online-Redaktion

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