Kinder der Flüchtlinge mit PTBS haben ein höheres Risiko für psychische Störungen

0

Die Kinder jener Flüchtlinge, die ein an einem posttraumatischen Stresssyndrom (PTBS) leiden, haben ein höheres Risiko, psychische Störungen zu entwickeln.

Dänische Forscher zeigten, dass Kinder von Eltern, die Flüchtlinge sind und an einem posttraumatischen Stresssyndrom leiden, eher psychische Störungen entwickeln. Die Forscher der Universität Kopenhagen sind der Ansicht, dass das Problem stärker in den Mittelpunkt gehört. Denn frühzeitige Maßnahmen und Behandlungen könnten dieser Entwicklung entgegenwirken.

 

Posttraumatisches Stresssyndrom (PTBS) im Blicklicht

Das posttraumatische Stresssyndrom (PTBS) ist eine verzögerte Reaktion auf ein Trauma. Es tritt häufig bei Flüchtlingen auf, die vor Krieg und Konflikten fliehen. In einer großen Register-Studie haben die dänischen Forscher Auswirkungen für die Flüchtlinge untersucht. Und zwar wie wahrscheinlich die Kinder, deren Eltern Flüchtlinge mit PTBS sind, psychische Störungen bekommen.

Die Wissenschaftler untersuchten, ob Kinder von Flüchtlingen mit PTBS eher psychiatrische Erkrankungen bekommen als Kinder von Flüchtlingen ohne PTBS. Die Studie zeigte, dass Kinder mit einem oder zwei Elternteilen, die an PTBS leiden, ein signifikant höheres Risiko für psychiatrische Störungen haben.

 

Die Kinder der PTBS-Fluüchtlinge haben ein 75 Prozent höheres Risiko für psychische Störungen

Das posttraumatische Stresssyndrom kann zu Schlaflosigkeit, Albträumen, Flashbacks sowie Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten führen. In ihrer Flüchtlinge-Studie zeigten die dänischen Forscher, dass PTBS bei beiden Elternteilen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ihre Kinder vor ihrem 18. Lebensjahr psychische Störungen entwickeln, um 75 Prozent höher war.

Wenn nur die Mutter betroffen war, dann hatten die Kinder ein um 55 Prozent höheres Risiko. Beim Vater waren es 49 Prozent. Die Werte waren unabhängig davon, ob die Kinder bei der Flucht nach Dänemark dabei waren oder hier geboren wurden.

Die Forscher haben jene Daten von betroffenen eiberechnet, die ambulant oder stationär im Krankenhaus behandelt wurden. Nicht berücksichtigt hatten Sie eventuelle Behandlungen bei Allgemeinmedizinern und Psychotherapeuten. Dabei entwickelten die Kinder der PTBS-Flüchtlinge am häufigsten psychische Störungen wie Verhaltens- und emotionale Störungen, nervöse Störungen sowie Entwicklungsstörungen.

 

Man muss etwas unternehmen!

Die Forscher fordern Schritte, um den Flüchtlingskindern angemessene Chancen zu bieten. Die Allgemeinheit aber auch die Ärzte müssen das Problem stärker berücksichtigen. Wichtig sind vorbeugende Maßnahmen. Dazu muss man gefährdete Kinder früher erkennen. Und man muss sie effektiv rechtzeitig behandeln.

Die Forscher hatten übrigens Daten von Flüchtlingen analysiert, die im Zeitraum von Januar 1995 bis Dezember 2015 nach Dänemark kamen. Da Flüchtlinge hatten auch eine Aufenthaltserlaubnis. Insgesamt waren es die Daten von 51.793 Flüchtlingskindern. Und zwar von jenen, die man psychiatrisch therapieren musste.

Literatur:

Maj Back Nielsen. Jessica Carlsson. Martin Køster Rimvall. Jørgen Holm Petersen. Marie Norredam. Risk of childhood psychiatric disorders in children of refugee parents with post-traumatic stress disorder. A nationwide, register-based, cohort study. The Lancet Public Health. VOLUME 4, ISSUE 7, PE353-E359, JULY 01, 2019. DOI:https://doi.org/10.1016/S2468-2667(19)30077-5


Quelle: UNIVERSITÄT KOPENHAGEN DIE FAKULTÄT FÜR GESUNDHEITS- UND MEDIZINWISSENSCHAFTEN

Share.

About Author

Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.