Keratokonus – Risikofaktoren dieser Hornhauterkrankung erforscht

Keratokonus © Bara Reschif / shutterstock.com

Die Hornhauterkrankung Keratokonus ist mit afro- oder lateinamerikanischer Abstammung sowie Asthma, Schlafapnoe und Down-Syndrom assoziiert.

US-Forscher erforschten unlängst verschiedene Risikofaktoren für die Hornhauterkrankung Keratokonus. Dabei entdeckten sie einen Zusammenhang mit afroamerikanischer beziehungsweise lateinamerikanischer Abstammung sowie einer Asthma-Erkrankung, einer Schlafapnoe und einem Down-Syndrom.

Im Grunde genommen beschreibt die Augenerkrankung Keratokonus eine fortschreitende Ausdünnung und kegelförmigen Verformung der Hornhaut des Auges beziehungsweise der Kornea. Dabei wird die Hornhaut des Auges immer dünner und spitzer. Schließlich führt die unregelmäßige Verformung der Hornhaut zu einer Verschlechterung der Sehschärfe beziehungsweise Kurzsichtigkeit.

 

Großangelegte Studie verschiedene Keratokonus-Risikofaktoren

Schließlich wurden in der bis dahin größten Studie die Keratokonus-Risikofaktoren untersucht. Die Erkenntnisse können zur Neuentwicklung beziehungsweise Verbesserung von Therapieoptionen beitragen. Die Forscher möchten nun versuchen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Sehkraft der Betroffenen zu schützen.

Wie bereits oben ähnlich beschrieben bezeichnet der Keratokonus eine kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, die im Normalfall ähnlich einem Kugelabschnitt gewölbt ist. Sie tritt ein, weil die Hornhaut beim Keratokonus aufgrund geringerer biomechanischer Stabilität in ihren zentralen Anteilen dünner wird. In den verdünnten Bereichen wölbt sie sich dann unter dem Augeninnendruck stärker vor als in den dickeren peripher liegenden Abschnitten. Auf diese Weise entsteht eine kegelförmige Kontur. In den letzten zehn Jahren wurden zwar neue Therapieoptionen entwickelt, doch in vielen Fällen wird die Diagnose zu spät gestellt um diese entsprechend zu nutzen.

Die zitierte US-Studie zeigt, dass Männer afroamerikanischer oder lateinamerikanischer Abstammung sowie Menschen mit Asthma, Schlafapnoe, oder Down-Syndrom ein deutlich größeres Risiko haben zu erkranken. Doch Frauen, Menschen asiatisch-amerikanischer Abstammung und Menschen mit Diabetes sind weniger gefährdet, so das Ergebnis der Analyse. Augengesundheit steht in Zusammenhang mit dem ganzen Körper. Betroffene und Ärzte sollten sich der potenziellen Gefahren, die aus der Studie klar hervorgehen, bewusst sein.

 

Risikofaktoren bestätigt

Die aktuelle Studie bestätigte zahlreiche Vermutungen, die bereits aus kleineren Studien hervorgingen. Beispielsweise war es bereits bekannt, dass Männer im Allgemeinen ein größeres Risiko haben zu erkranken. Auch Down-Syndrom-Patienten weisen ein bis zu sechsfach höheres Erkrankungsrisiko auf. Deswegen sollten die behandelnden Ärzte ihre Patienten bereits in jungen Jahren entsprechend sorgfältig dementsprechend untersuchen.

Allerdings war das um 50 Prozent höhere Erkrankungsrisiko bei Menschen mit afroamerikanischer sowie lateinamerikanischer Abstammung hingegen nicht bekannt. Zudem überraschten die Ergebnisse die Forscher dahingehend, dass Menschen mit asiatischer Abstammung ein um 39 Prozent geringeres Risiko aufweisen. Überdies zeigte die Studie, dass Diabetespatienten ein um 20 Prozent geringeres Risiko haben an Keratokonus zu erkranken.

Die Wissenschafter konzentrierten sich auch auf andere Erkrankungen, die mit der Hornhauterkrankung in Zusammenhang stehen könnten. Dazu gehörten beispielsweise eine allergische Rhinitis, Mitralklappenprolaps, Aortenaneurysma sowie Depressionen. Doch letztere hatten keinen Einfluss auf das Risiko an Keratokonus zu erkranken. Bei Menschen mit der Diagnose Schlafapnoe zeigte sich jedoch ein statistisch höheres Risiko zu erkranken. Auch Asthmapatienten waren stärker gefährdet, so die Forscher.


Literatur:

Maria A. Woodward, Taylor S. Blachley, Joshua D. Stein. The Association Between Sociodemographic Factors, Common Systemic Diseases, and Keratoconus. Ophthalmology, 2015; DOI: 10.1016/j.ophtha.2015.10.035

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