Kardiomyopathie und Risiko für maligne Arrhythmien

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Patienten mit neu-diagnostizierter nicht-ischämischer Kardiomyopathie haben ein Risiko für maligne Arrhythmien.

Dr. David Duncker, Hannover: neu-diagnostizierte nicht-ischämische Kardiomyopathie und Risiko für maligne Arrhythmien. Patienten mit neu-diagnostizierter Herzinsuffizienz und reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) können mit Hilfe der Defibrillatorweste (wearable cardioverter/defibrillator, WCD) vorübergehend vor dem plötzlichen Herztod geschützt werden. Bei Patienten mit nicht-ischämischer Kardiomyopathie (NICM) wurde in der Vergangenheit häufig von einer niedrigen Arrhythmielast und somit niedriger Inzidenz adäquater WCD-Schocks berichtet. Die PROLONG-Studie untersuchte 167 Patienten mit neu-diagnostizierter Herzinsuffizienz und einer LVEF ≤35%, die einen WCD erhielten. In diese Subanalyse der PROLONG-Daten wurden ausschließlich Patienten mit neu-diagnostizierter NICM zur weiteren Analyse eingeschlossen.

117 Patienten hatten eine NICM: 91 (78%) mit dilatativer Kardiomyopathie, 20 (17%) Peripartum-Kardiomyopathie (PPCM), 6 (5%) akute Myokarditis. 65 (55%) waren Männer, das mittlere Alter war 51±15 Jahre. Die mittlere LVEF bei Diagnosestellung war 23±7%, die mittlere NYHA-Klasse war 2.8±0.7. Alle Patienten erhielten einen WCD. Die Patienten wurden im Mittel 11±10 Monate nachverfolgt. Die mittlere LVEF beim letzten Follow-up lag bei 40±11% (p<0,0001). Die WCDTragedauer war im Mittel 101±82 Tage, die WCD-Tragedauer pro Tag betrug 21.4±4.5 Stunden. Insgesamt wurden 9 adäquate WCD-Schocks aufgrund von ventrikulären Tachykardien/Kammerflimmern bei 8 (7%) Patienten (5 NICM, 3 PPCM) beobachtet. Zwei weitere Patienten zeigten eine anhaltende ventrikuläre Tachykardie über mehr als 30 Minuten, die vom WCD detektiert wurden; die WCD-Therapien wurden jedoch von den Patienten durch Drücken der Reaktionstasten zurückgehalten. Asystolien oder inadäquate WCD-Therapien wurden nicht detektiert.

Die Patienten mit und ohne Kammertachykardieepisoden unterschieden sich nicht signifikant in Bezug auf Alter, NYHA-Klasse, LVEF, Herzfrequenz, QRS-Dauer oder NTproBNP-Spiegel. Patienten mit neu-diagnostizierter NICM und einer LVEF ≤35% verdienen einen primärprophylaktischen Schutz vor dem plötzlichen Herztod während der Initiierung und Optimierung der Herzinsuffizienztherapie. In dieser Analyse zeigten sich keine signifikanten Prädiktoren für maligne Arrhythmien. Eine vorübergehende WCD-Versorgung sollte daher bei allen Patienten mit neudiagnosizierter NICM und einer LVEF ≤35% erwogen werden.

duncker

Quelle: Pressetext DGK 10/2016

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 9800 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org

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