Kalzium in zu großen Mengen kann die Sterblichkeit erhöhen

Milch und Milchprodukte enthalten sehr viel Kalzium – aber auch hartes Trinkwasser, Eier und verschiedenen Gemüsesorten sowie Pflanzen (Sesam) enthalten teilweise große Mengen Kalzium. © Ekaterina Markelova / shutterstock.com

Milch und Milchprodukte enthalten sehr viel Kalzium – aber auch hartes Trinkwasser, Eier und verschiedenen Gemüsesorten sowie Pflanzen (Sesam) enthalten teilweise große Mengen Kalzium. © Ekaterina Markelova / shutterstock.com

Zu große Mengen Kalzium können mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie Todesfälle verursachen und so die Sterblichkeit erhöhen.

Forscher fanden unlängst heraus, dass Kalzium in zu großen Mengen das kardiovaskuläres Risiko und dadurch auch die Sterblichkeit erhöhen kann. Wobei es bei niedrigeren Mengen von 600 bis 1000 mg pro Tag zu keiner erhöhten Sterblichkeit kommt. Im Grunde genommen sollte man Kalzium eher nur mit der Nahrung einnehmen.

 

Kalzium ist essentiell für die Festigkeit von Knochen und Zähnen

Kalzium ist ein Mineralstoff, den wir täglich mit der Nahrung aufnehmen und der auch wesentlich für die Knochengesundheit ist. Dementsprechend stellt Kalzium zusammen mit Vitamin D die Basistherapie bei Osteoporose dar.

Das Mineral Kalzium macht etwa 1,5 Prozent der Körpermasse im menschlichen Organismus aus. Schließlich ist es essentiell für die Festigkeit von Knochen und Zähnen, aber auch wichtig für die „Signal-Weiterleitung“ innerhalb der Zellen.

 

Vorkommen

Insbesondere in Milch und Milchprodukten enthalten wichtige Mengen an Kalzium. Weiter kommt der Mineralstoff auch in einigen Gemüsen wie beispielsweise in Brokkoli und Grünkohl, Fenchel sowie Lauch vor. Schließlich ist Kalzium sogar in Mineralwässern sowie auch im normalem Trinkwasser enthalten, insbesondere wenn keine Kalkfilter in den Leitungen eingebaut sind.

 

Zusätzliche Kalziumaufnahme

Eine zusätzliche Kalziumaufnahme zur Osteoporosevorbeugung ist jedoch nur dann nötig, wenn über die Nahrung nicht ausreichend Kalzium aufgenommen werden kann. Letztendlich ist dies gerade bei älteren Menschen häufig der Fall. Obwohl von einer ausreichenden Versorgung über die Nahrung ausgegangen werden kann, nehmen viele Menschen zusätzlich Kalzium zu sich. Eine Erhebung aus dem vergangenen Jahr ergab, dass etwa die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung Kalzium als Tabletten oder Brause zuführt.

 

Vorsicht vor zuviel Kalzium

Viele Menschen entscheiden sich für eine zusätzliche Kalziumaufnahme. Allerdings vermuten Experten schon länger, dass eine zusätzliche Kalziumaufnahme als Nahrungsergänzung mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie Todesfälle verursachen könnte. Darauf weisen mehrere aktuelle Studien hin. Deswegen ist es sinnvoller, die Kalziumaufnahme eher nur auf die Nahrung zu beschränken.

Die Auswertung der Daten von etwa 380.000 Männern und Frauen aus einer Studienpopulation des National Institutes of Health (NIH) der USA über einen Zeitraum von zwölf Jahren zeigte unlängst, dass eine zusätzliche Kalziumaufnahme ab 1000 mg pro Tag bei Männern ein um 20 Prozent höheres Sterberisiko durch kardiovaskuläre Erkrankungen verursachte. Allerdings war das bei Frauen nicht der Fall.

Eine andere, schwedische Kohortenstudie zeigte hingegen bei über 60.000 Frauen einen Zusammenhang zwischen einer zusätzlichen Kalziumaufnahme und einem höheren Sterblichkeitsrisiko. Eine hohe tägliche Kalziumaufnahme von mehr als 1400 mg war mit mehr Todesfällen infolge von Herzinfarkten verbunden. Allerdings wurden nicht mehr Todesfälle durch Schlaganfall beobachtet.

 

Kalzium unter 1000 mg pro Tag erhöht die Sterblichkeit nicht

Allerdings wurde bei niedrigeren Mengen von 600 bis 1000 mg pro Tag keine erhöhte Sterblichkeit gefunden. Die oben zitierten Studien fanden erst bei einer zusätzlichen Kalziumaufnahme von 1000 mg und mehr pro Tag ein erhöhten kardiovaskuläres Risiko. Sowohl Männer als auch Frauen sollten Kalzium nicht zusätzlich, sondern nur mit der Nahrung einnehmen.


Literatur:

Xiao, Qian et al.: Dietary and supplemental calcium intake and cardiovascular disease mortality. The National Institutes of Health – AARP Diet and Health Study, JAMA INTERN MED published online February 4, 2013, Abstract: http://archinte.jamanetwork.com/mobile/article.aspx?articleid=1568523

Michaëlsson, Karl et al., Long term calcium intake and rates of all cause and cardiovascular mortality: community based prospective longitudinal cohort study, BMJ 2013; Published 13 February 2013, Article: http://www.bmj.com/content/346/bmj.f228

Office of Dietary Supplements, National Institutes of Health. Calcium. November 13, 2012, Article:
http://ods.od.nih.gov/factsheets/Calcium-HealthProfessional/

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