Käsepappel gegen Schleimhautreizungen

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Die altbewährte Käsepappel hat eine reiche ethnomedizinische Geschichte als Heilpflanze und als Nahrungsmittel. Geschätzt wird vor allem ihre entzündungshemmende Wirkung.

Käsepappelblätter – Malva folium – sind traditionelle pflanzliche Arzneistoffe, die bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und im Magen-Darm-Trakt angewendet werden. Weitere Einsatzgebiete sind gegen Reizhusten – Katarrhen der oberen Luftwege – sowie zur Unterstützung der Heilung kleinflächiger oberflächlicher Hautentzündungen. In Tierexperimentellen Versuchen konnten Forscher auch Effekte bei Nierenschäden durch Ammonium-Vergiftungen beobachten, die man dem hohen antioxidativen Potenzial der Käsepappel zuschreibt.

In jüngsten Studien zeigten sich auch antibakterielle Wirkungen von Käsepappel-Extrakten. Dies könnte interessant bei der Herstellung von Mundwässern sein, um den parodontalen Biofilms günstig zu beeinflussen.

 

Käsepappel – eine der ältesten Heilpflanzen

Die auch Malve genannte Käsepappel hat eine reiche Geschichte und zählt zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen. Denn schon im antiken Griechenland und im alten Rom baute man sie als Heilpflanze sowie auch zu Nahrungszwecken an. Weiter hat in China die Käsepappel eine über 5000 Jahre alte erfolgreiche Geschichte. Blätter und Blüten haben sich seit damals in der Volksmedizin bewährt. Die Käsepappel wurde auch als eine der wichtigsten Heilpflanzen der Hildegard von Bingen bekannt.

 

Käsepappeltee beliebt und oft verabreicht

Käsepappel kommt vor allem als Käsepappeltee zur Anwendung. Ein Teeaufguss wirkt reizmildernd bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum und hilft mit seinen Schleim- und Gerbstoffen bei der Bekämpfung von Erkrankungen der Atmungsorgane. Daher wird Käsepappeltee bei Erkältungskrankheiten, bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum sowie im Magen-Darm-Bereich verwendet.

 

Die vielen Anwendungen der Käsepappel

In der Volksmedizin kennt man seit jeher die Wirksamkeit der entzündungshemmenden Heilpflanze für die Atemwege, bei Hautbeschwerden sowie für den Magen-Darm-Trakt (Verstopfung). Außerdem setzte man die Käsepappel auch erfolgreich als Kompresse am Magen ein, um Bauchschmerzen zu lindern.

Empfehlenswerte Teerezepturen gegen Magenbeschwerden sind hier zu finden.

Bei Hautkrankheiten wird die Pflanze jedenfalls äußerlich oder als Badezusatz verwendet. Dabei gelten hierzu als Anwendungsgebiete Abszesse, Prellungen, Verbrennungen, Dermatitis, Schwellungen sowie Ulcera cruris.

Die Heilpflanze kann man allerdings auch gegen Halsschmerzen sowie Mund-, Rachen- und Zahnfleischentzündungen kauen. Deswegen spricht das auch für Gurgellösung oder auch Mundwasser, wie eingangs erwähnt. Schließlich gilt das auch für Erkrankungen der Atmungsorgane wie Bronchitis und Keuchhusten.

 

Inhaltsstoffe

Unter dem Strich kommen die aktiven Komponenten in den Blättern, den Blüten sowie den Wurzeln der Pflanze vor. Dazu belegen mehrere Studien den Schleimgehalt aus Glucose, Galactose, Galacturonsäure und Glucuronsäure. Denn die Schleimstoffe legen sich wie ein schützender Film über die Schleimhäute. Und sorgen damit für eine beruhigende Wirkung. Die Forscher fanden außerdem  Flavonoide, Phenolsäuren sowie Gerbstoffe in der Käepappel.

Literatur:

Vahabi et al. In vitro Antibacterial Effect of Hydroalcoholic Extract of Lawsonia inermis, Malva sylvestris, and Boswellia serrata on Aggregatibacter actinomycetemcomitans. Adv Biomed Res. 2019 Mar 20;8:22. doi: 10.4103/abr.abr_205_18. eCollection 2019.

Marouane et al. The protective effect of Malva sylvestris on rat kidney damaged by vanadium. Lipids Health Dis. 2011; 10: 65. Published online 2011 Apr 23. doi: 10.1186/1476-511X-10-65


Quelle: http://www.drugs.com/npp/mallow.html

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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