Justus von Liebig zum heutigen Geburtstag

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Justus von Liebig wurde am 12. Mai 1803 bei Darmstadt geboren und war ein bekannter deutscher Chemiker und Universitätsprofessor in Gießen und München.

Anlässlich seines 200. Geburtstages ehrte die Deutsche Post den aus dem Apothekerstand hervor gegangenen berühmten Chemiker Justus von Liebig mit einer beziehungsreichen Sonderbriefmarke – bereits die vierte deutsche Briefmarke zu Ehren des berühmten Chemikers. Geboren am 12. Mai 1803 zu Darmstadt, war der junge Liebig zunächst ein Jahr (1818) Lehrling in der Apotheke zu Heppenheim, studierte dann in Bonn, Erlangen und München und aufgrund besonderer Begabung 1822/24 auf Kosten des Großherzogs von Hessen in Paris, wo er mit Gay-Lussac, Thenard, Vauquelin und Alexander von Humboldt in Beziehung trat.

 

Justus von Liebig als Professor der Chemie in Gießen

Justus von Liebig kam Infolge seiner Arbeit über Knallsäure kam er durch Vermittlung von Humboldts als Professor der Chemie nach Gießen. Er errichtete dort das ers­te Chemische Universitätslabor von Deutschland und gestaltete das Chemiestudium von Grund aus um. Damit machte Justus von Liebig Gießen für eine Weile zum Mittelpunkt von chemischer Forschung und Lehre.

Viele bedeutende Chemiker seiner Zeit waren in Gießen Schüler Liebigs. Im Vordergrund der Arbeiten von Justus von Liebig standen Untersuchungen zur analytischen und organischen Chemie. Dabei schaffte er durch zwei methodische Neuerungen – der Trennung der Stickstoffbestimmung von jener des Kohlenstoff- und Wasserstoffgehaltes sowie die Erfindung des Fünfkugelapparates – eine bedeutende Verbesserung der Elementaranalyse organischer Substanzen.

In dem auf der Briefmarke abgebildeten, bei der Analyse mit Kalilauge beschickten Kugelapparates wird das Kohlendioxid aufgefangen und kann durch Wägung ermittelt werden. Bekannter und in Laboratorien unentbehrlich ist der Liebig-Kühler, bei dem zur schnelleren Kondensation eines Destillats das Abflussrohr einer Retorte oder eines Destillationskolbens von einem mit kaltem Wasser durchströmten Mantel umgeben ist.

 

Die Werke des Justus von Liebig

Seit ca. 1830 verlagerte Justus von Liebig den Schwerpunkt seiner Forschungen auf die Untersuchung des Stoffwechsels der Pflanzen und Tiere. Das 1840 veröffentlichte Werk »Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie«, in dem Justus von Liebig das »Gesetz des Minimums« aufstellte und die Notwendigkeit der Mineraldüngung für den Boden begründete, machte ihn zu einer international bekannten Persönlichkeit. In dem 1842 veröffentlichten Werk »Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie« erarbeitete Liebig ein Modell der grundlegenden chemischen Prozesse bei der Verdauung, Atmung und Assimilation sowie bei Abbauvorgängen im tierischen Organismus und eröffnete damit der Medizin neue Wege.

Justus von Liebig begann mit seinen Arbeiten zur Agrikulturchemie und der Herstellung von Mineraldüngern, seine chemischen Erkenntnisse immer häufiger für die Praxis zu nutzen. Nach seiner Berufung an die Universität München verstärkte er seine Forschungen zu diesen Arbeiten (1852).

Im Zentrum seiner Untersuchungen standen jetzt ernährungswissenschaftliche Untersuchungen, die sich in Verfahren zur Herstellung von Säuglingssuppen, Backpulver und Fleischextrakt besonders manifestierten. »Liebigs Fleisch­extract« war über viele Jahrzehnte ein in den Apotheken sehr beliebtes Produkt. Es wurde in Argentinien aus Rindfleischbeständen und -überschüssen großtechnisch hergestellt und kann als Stärkungsmittel für Rekonvaleszente als Vorläufer unserer Eiweißkost und Astronautennahrung angesehen werden.

1845 wurde Justus von Liebig in den erblichen Freiherrenstand des Großherzogtums Hessen erhoben. Vor dem alten Chemischen Institut der Universität München steht sein Denkmal.

 

Weitere Informationen:

https://www.dhm.de/lemo/biografie/justus-liebig

https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/jlu/justusliebig

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MEDMIX Online-Redaktion

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