Jiagulan – Das Kraut für die Unsterblichkeit

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Die chinesische Heilpflanze Jiagulan sollte als Jiagulan-Tee genossen vor der Arbeit für mehr Energie sorgen und nach der Arbeit die Entspannung unterstützen.

Die Schlingpflanze Jiagulan – Gynostemma pentaphyllum (Thunb.) Makino (GpM) – ist eine alte chinesische Heilpflanze, die man vor etwa 15 Jahren neu entdeckt hat. Dabei ist in einer abgeschiedenen Bergregion in China der Tee aus Jiagulan (sprich Dschiau- gu- lan) nahezu ein Nationalgetränk. Wobei in diesem Gebiet die Krebsrate außergewöhnlich niedrig ist. Außerdem gibt es dort auch überdurchschnittlich viele (gesunde!) über 100-Jährige. Der Jiagulan-Tee sollte vor der Arbeit Energie bringen und nach der Arbeit für Entspannung sorgen. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten bislang beispielsweise bestätigen, dass Jiagulan dreimal so viele Saponine wie Ginseng enthält.

 

Jiagulan – Gynostemma pentaphyllum (Thunb.) Makino (GpM) – botanisch gesehen …

Das Kraut der Unsterblichkeit, auch Frauen-Ginseng genannt, gehört in die Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und erreicht als mehrjährige Schlingpflanze in ihrer Heimat bis zu acht Meter. Sie bildet Wurzelknollen als Überdauerungsorgan. Die Blütenstände sind bis zu 30cm lang und herabhängend und werden ab Juli gebildet, bei uns allerdings selten. Früchte sind runde und glatte Beeren, mit einem Durchmesser vom etwa 5 bis 8mm. Sie sind dunkelgrün, fast schwarz, wenn sie reif sind.

 

Wirkung und Anwendung

Aufgrund der Inhaltsstoffe schließen japanische Forscher auf hohe antioxidative Eigenschaften. Die Wirkung ist ähnlich dem Ginseng, allerdings sind Ginseng-Inhaltstoffe in 4-facher Menge vorhanden. Neben über 80 verschiedenen Ginseng Saponinen enthält Jiagulan außerdem Spurenelemente, Aminosäuren, Glykoside, Polysaccharide und Vitamine. Dadurch wirkt dieses Kraut immunstärkend, blutbildend, krebswirksam und beruhigend, ebenso werden die Blutgefäße erweitert.

Viele Menschen bezeichnen Jiagulan als Krebsmittel. Denn Ergebnisse von Studien bestätigen die Wirksamkeit gegen viele Krebsarten sowohl in vitro als auch in vivo. Antikrebsmechanismen sind vor allem: Zellstillstand, Induktion von Apoptose, Invasionshemmung und Metastasierung, Glycolyse-Inhibierung und Immunmodulation. Die Gesamtheit der Ginsenoside werden als Adaptogene bezeichnet, das heißt, sie unterstützen den Körper dabei, mit körperlichem und seelischem Stress umzugehen.

Blatt und der Jiagulan-Tee aus dem Blatt senken auch die Blutfett- und Blutzuckerwerte, beruhigen Nerven, regen das Immunsystem an. Infolgedessen bessern sich Arteriosklerose, Leberleiden und Hepatitis B, auch die Pumpleistung des Herzens wird positiv beeinflusst, in weiterer Folge auch die Durchblutung. Des weiteren kommt es zum Schutz vor Verklumpung der Blutplättchen. Kraft und Ausdauer werden erhöht.

Im Grunde genommen ist die klassische Verwendung als Jiagulan-Tee am gängigsten. In der Küche kann man außerdem die frischen Blätter als Gemüse oder auch als Salatwürze verwenden sowie Suppen und Süßspeisen damit veredeln.

Jedenfalls ist der Geschmack von süßlichbis zart-bitter. Möglich wäre auch die Zubereitung als Tinktur, Kräuterwein oder als Sirup.

 

TIPP Jiagulan-Tee

Man übergießt einen Teelöffel getrocknetes Kraut oder zwei frische Blätter mit einem Viertel Liter kochendem Wasser, lässt es drei bis fünf Minuten ziehen und seiht ab. Man sollte den Jiagulan-Tee schluckweise vor einer Mahlzeit zu sich nehmen. Schließlich kann man bis zu einem Liter Jiagulan-Tee pro Tag durchaus konsumieren.

Quellen:

Yantao Li, Wanjun Lin, Jiajun Huang, Ying Xie, Wenzhe Ma. Anti-cancer effects of Gynostemma pentaphyllum (Thunb.) Makino (Jiaogulan). Chin Med. 2016; 11: 43. Published online 2016 Sep 27. doi: 10.1186/s13020-016-0114-9

Wang J, Yang JL, Zhou PP, Meng XH, Shi YP. Further New Gypenosides from Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum). J Agric Food Chem. 2017 Jul 26;65(29):5926-5934. doi: 10.1021/acs.jafc.7b01477. Epub 2017 Jul 11.

Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Die Kräuter in meinem Garten, Freya- Verlag

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Mag. Barbara Novak

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