Aktinische Keratosen: Ingenolmebutat-Gel und Kryotherapie kombinieren

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Aktinischen Keratose mit flächiger Schädigung der Haut sollte man zuerst mit Ingenolmebutat-Gel behandeln, und dann anschließend eine Kryotherapie durchführen.

Dermatologen setzen bei aktinischer Keratose (AK) in der klinischen Praxis häufig eine sequentielle Therapie mit Kryotherapie und Ingenolmebutat-Gel ein. Allerdings gab es bis vor kurzem keine festgelegte Reihenfolge zur Anwendung dieser kombinierten Behandlung. Eine jüngste Untersuchung empfahl nun, dass man zuerst Ingenolmebutat-Gel und dann die Kryotherapie einsetzen sollte.

 

Fakten zu aktinische Keratosen

Im Grunde genommen sind aktinische Keratosen sogenannte Plattenepithelkarzinome, wobei jeder zehnte Fall invasiv wird. Wobei das Hauterscheinungsbild der aktinischen Keratose sehr unterschiedlich sein kann. Beispielsweise präsentieren sich im Frühstadium einzelne beziehungsweise nur wenige, sehr kleine, millimetergroße, unscharf begrenzte sowie raue, bis hin zu rötlichen Hautläsionen.

Hautläsionen verfärben und verhärten sich im fortgeschrittenen Statium aufgrund einer Hyperkeratose (stark vermehrter Hornhautzellen) weißlich oder rötlich. Weiters kann es zu warzig-höckrigen Hautwucherungen kommen, die mit dem Untergrund fest verwachsen und sich sehr rau anfühlen. Außerdem sind an meist sehr große Flächen der Haut betroffen. Vor allem die unbehaarte Kopfhaut ist typischerweise betroffen.

 

Ingenolmebutat-Gel vor Kryotherapie

Die Kryotherapie ist der gezielte Einsatz von Kälte, um verschiedene therapeutische Effekte zu erzielen. Ingenolmebutat ist ein Wirkstoff, der in der Garten-Wolfsmilch – Euphorbia peplus – vor kommt. Wobei die Substanz äußerlich beziehungsweise topisch mit einem Ingenolmebutat-Gel geschieht.

Die Forscher behandelten in der zitierten Studie nun 26 Aktinische Keratosen-Patienten mit Ingenolmebutat-Gel und Kryotherapie. Eine Gruppe erhielt vor der Kryotherapie die topische Ingenolmebutat-Therapie, die zweite Gruppe zuerst eine Kryotherapie und dann das Ingenolmebutat-Gel.

Es zeigte sich, dass die Patienten in beiden Behandlungsgruppen allgemein von einer signifikanten Verbesserung der Erkrankung profitierten. In Bezug auf lokale Hautläsionen zeigte allerdings die erste Gruppe mit zuerst Ingenolmebutat ein besseres Nebenwirkungsprofil.

Dementsprechend empfehlen die Forscher zuerst eine Behandlung Ingenolmebutat-Gel und erst dann die Kryotherapie. Dies verringert offensichtlich die Beschwerden der Patienten und steigert auch die Compliance.

Hintergrund könnte sein, dass das Ingenolmebutat-Gel einzelne Aktinische Keratosen zum Abheilen bringt und somit die epidermale Barrierefunktion wiederherstellt. Diese kann dann negative Effekt der Kryotherapie hemmen, die lokale Reaktionen und Nebenwirkungen verursachen.

Einschränkend muss man festhalten, dass man wenige Patienten in die Studie einschließen konnte.

Literatur:

Pasquali P, Segurado-Miravalles G, González S. Sequential treatment of actinic keratosis with cryotherapy and ingenol mebutate: reflectance confocal microscopy monitoring of efficacy and local skin reaction. Int J Dermatol. 2018 Oct;57(10):1178-1181.


QUELLE: Internationale Gesellschaft für Dermatologie

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Dr. Reinhold Lautner

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