Influenza – einige Fakten zur Grippe

Besonders für ältere und kranke Menschen ist die Influenza eine lebensbedrohliche Erkrankung. © Crevis / shutterstock.com

Besonders für ältere und kranke Menschen ist die Influenza eine lebensbedrohliche Erkrankung. © Crevis / shutterstock.com

Influenza – die »echte« Grippe ist eine immer noch unterschätzte, sehr gefähr­liche Viruserkrankung, die Winter für Winter hunderttausende Erkrankungen zur Folge hat.

Drei Typen des Influenza-Virus rufen die echte Grippe hervor. Während der Typ A, seltener der Typ B, Epidemien verursacht, treten Erkrankungen durch den Typ C nur sporadisch auf. Influenza A-Viren gibt es auch bei Tieren (Vögel, Schweine, Pferde), die anderen Typen hingegen nicht.

Die Influenza A-Viren besitzen an ihrer Oberfläche Fortsätze – das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N) –, die für den Infektionsvorgang wichtig sind. Auf der Basis dieser Oberflächenbestandteile wird das Virus in Subtypen unterteilt. Sie entstehen vermutlich durch den Austausch von Erbmaterial (Genen) zwischen tierischen und menschlichen Influenza A-Viren. Dieser so genannte Antigendrift ist wesentlich dafür verantwortlich, dass man durch die Impfung und nach einer Infektion nicht lange geschützt bleibt und es fast jährlich zu epidemischen Erkrankungsausbrüchen kommt.

Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ist bekannt, dass Grippe-Epidemien zu einer über die Norm hinaus gehenden Sterblichkeit in der Bevölkerung führen. So wurde beispielsweise in den USA bei jeder der von 1957 bis 1986 beobachteten 19 Grippe-Epidemien eine »Übersterblichkeit« von zumindest 10.000, bei drei Epidemien sogar von mehr als 40.000 ­Todesfällen registriert.

In der Schweiz starben von 1969 bis 1985 bei fünf Epidemien insgesamt 12.200 Personen mehr als erwartet, wobei auf dem Totenschein nur in 40% der Fälle Erkrankungen der Atemwege als Todesursache angegeben waren.

 

Übersterblichkeit versteckte Grippe-Todesfälle

Die Übersterblichkeit ist daher vorwiegend durch »versteckte« Influenza-Todesfälle, wie beispielsweise Herz-Kreislaufversagen oder Aufflammen eines chronischen Leidens bedingt. Die Meldung von Influenza-Toten kann daher keineswegs als Grundlage für die Beurteilung der Gefährlichkeit dieser Krankheit herangezogen werden.

Besonders für ältere und kranke Menschen ist die Grippe eine lebensbedrohliche Erkrankung. Experten empfehlen eindringlich die Influenza-Impfung für Menschen ab dem 60. Lebensjahr und für jüngere Menschen mit einer Grund­erkrankung wie Diabetes, Asthma, Immunschwäche oder Nierenerkrankungen.

Influenza bei Säuglingen und Kleinkindern kann einen schweren Verlauf mit Mittelohr-, Lungen- bzw. Herzmuskelentzündung nehmen. Weiters geht jeder Grippewelle bei Erwachsenen und älteren Menschen ein Erkrankungsgipfel bei Kindern voraus. Kinder sind die ersten Opfer der Grippe und dadurch die Haupt-Infektionsquelle und -Verbreiter der Influenza. Kinder können Erwachsene, ältere Menschen und Risiko­patienten durch Tröpfcheninfektion jederzeit infizieren.

Impfung gegen Grippe

Die Grippe-Impfung-Impfung ist besonders bei Personen sinnvoll, für die eine Infektion mit dem Grippevirus eine besondere gesundheitliche Gefährdung darstellen würde. Dies gilt für

  • alle Menschen, die älter als 60 Jahre sind;
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen Grundkrankheit, wie Lungen, Herz-, Kreislauf- oder Stoffwechselkrankheiten;
  • Personen mit stark erhöhtem Infektionsrisiko, wie z.B. Personal in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr oder Beschäftigte im medizinischen Bereich mit Patientenkontakt;
  • beim Auftreten von großen Epidemien oder einer Pandemie, um die weitere Ausbreitung zu erschweren.

 

Wer nicht gegen Grippe geimpft werden sollte

Da im Grippe-Impfung-Impfstoff Spuren von Hühnereiweiß enthalten sein könnten, sollten Menschen mit einer nachgewiesenen schweren Allergie gegen Hühnereiweiß keinesfalls geimpft werden. Auch bei bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen andere Impfstoffbestandteile sollte nicht geimpft werden.

Grundsätzlich gilt die Grippe-Impfung als wichtigste Präventivmaßnahme gegen Influenza, wobei man sich – wenn man sich dafür entschiedene hat – eher im Herbst impfen lassen sollte. Bis sich der Schutz durch die Grippe-Impfung aufgebaut hat, vergehen in etwa 14 Tage.

Die Grippe-Impfung schützt nicht in jedem Fall: der Impfschutz variiert von Saison zu Saison. Dies ist davon abhängig, wie gut die grassierenden Grippe-Viren mit den Erregern im Impfstoff übereinstimmen.


https://influenza.rki.de/

http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/virus-epidemiologie/virusepidemiologische-information/lang_1-content.html

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