Infektionsrisiko durch künstliche Gelenke

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Mittels Erreger-Screening vor der OP können Endoprothetik-Experten das Infektionsrisiko durch künstliche Gelenke senken uns so Gelenkinfektionen verhindern.

Von der Haut können sich Krankheitserrreger in den Körper bewegen. Allein auf einer Fingerkuppe befinden sich bis zu 100 verschiedene Keime. Dort schaden sie dem Menschen zwar nicht. Jedoch wenn sie in eine Operationswunde gelangen, können sich diese Mikroorganismen zu einem Infektionsrisiko entwickeln. Wenn künstliche Gelenke eingesetzt werden, ist es daher notwendig, Patienten schon vor dem Eingriff einem Erreger-Screening zu unterziehen und Hygieneregeln in der Klinik strikt zu beachten. Denn eine Infektion des Gelenks belastet den Patienten, verzögert den Heilungsprozess und kann mitunter eine oder mehrere erneute Gelenk-Operationen notwendig machen.

 

Infektionsrisiko vermeiden

Künstliche Gelenke verfügen über keine Abwehr gegen Bakterien und damit können nur wenige davon eine Infektion auslösen, wenn sie an die Prothese gelangen. Da diese Besiedelung der Prothese bei der Implantation erfolgen kann, müssen Desinfektion, Antibiotikaprophylaxe, also krankenhaushygienische Maßnahmen erfolgen, um Bakterien daran zu hindern, die Prothese zu besiedeln. Ist es den Bakterien gelungen, auf der Prothese Fuß zu fassen, bilden sie einen so genannten Biofilm. Dort sind die Erreger vor Abwehr und Antibiotika geschützt und können eine Infektion des Knochens verursachen. Spätestens dann müsse das Gelenk operativ gereinigt oder getauscht werden.

 

Sorgfältige Reinigung der Haut soll Infektionsrisiko durch künstliche Gelenke verhindern

Die Haut wird trotz sorgfältiger Desinfektion nie völlig keimfrei sein. Insbesondere da der Chirurg bei einer Operation auch tiefere Hautschichten durchtrennt, in denen Desinfektionsmittel nicht wirksam sind. Von dort können Erreger in die Tiefe des Operationsgebietes gelangen.

Die sorgfältigste Reinigung der Haut gehört unbedingt zur hygienischen Vorsorge bei einer Operation, um das Risiko einer Infektion zu reduzieren. Experten empfehlen, alle Patienten vor der OP einem Screening zu unterziehen, damit gefährliche Erreger bereits vor der Operation mit einem passenden Antibiotikum behandelt werden können.

Vor einer Operation muss zudem sicher gestellt sein, dass der Patient nicht unter Infektionen oder Entzündungen leidet und über eine ausreichend starke körpereigene Abwehr verfügt. Zum Ablauf vor dem Eingriff gehört zwingend, dass Gelenkprothesen steril verpackt und vorbereitet sind. Im Operationsverlauf müssen das OP-Personal die Hygieneregeln der Klinik strikt einhalten. Dies erlaubt einen sicheren Einsatz der Prothese und entlaste Menschen mit steifen, schmerzenden Gelenken dauerhaft und zuverlässig. Es gibt aber auch vielversprechende Entwicklungen im Bereich der Oberflächenbeschichtung von Prothesen. Diese könnten künftig die Kolonisation der Bakterien direkt auf dem Kunstgelenk vermindern.

Weitere Informationen:

http://www.dgou.de
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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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