Infektionsprophylaxe in Orthopädie und Unfallchirurgie

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...
MEDMIX Newsroom
MEDMIX Newsroom
Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

Infektionsprophylaxe bedeutet auch eine Rückbesinnung und Stärkung der Basishygiene wie sorgfältige Händedesinfektion und hygienisch tadelloses Arbeiten.

Wurden noch vor wenigen Jahrzehnten Patienten mit schweren Grundleiden, chronischen Erkrankungen oder sehr hohem Alter kategorisch als „inoperabel“ erklärt, so ist die operative Medizin heute in der Lage, auch sogenannte Hochrisikopatienten auf höchstem Standard zu versorgen. Während die technischen Probleme sozusagen im Griff sind, bringen viele dieser Patienten aufgrund ihrer Grund- und Begleiterkrankungen ein erhöhtes Infektionsrisiko mit. Ein Beispiel hierfür sind Wundheilungsstörungen bei Patienten mit schwerem Diabetes oder bei Personen, die regelmäßig Cortisonpräparate einnehmen. Die Herausforderung für die Infektionsprophylaxe besteht darin, Patienten mit sogenannten Risikofaktoren für eine spätere Infektion zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Das heißt, der Blutzucker beim Diabetiker sollte gut eingestellt sein, der Zigarettenkonsum vor der Operation reduziert werden und eine Besiedelung mit möglichen Problemkeimen, wie beispielsweise dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus erkannt werden.

Bei der ambulanten Vorstellung oder stationären Aufnahme wird in vielen Kliniken ein sogenanntes Aufnahmescreening der Patienten auf das Vorliegen multiresistenter Erreger durchgeführt. Im Zuge dessen werden mithilfe von Wattetupfern Nase und gegebenenfalls Rachen und Schamregion abgestrichen. Wird ein multiresistenter Erreger festgestellt, so ergeben sich hieraus  möglicherweise Konsequenzen. In solchen Fällen werden Patienten möglicherweise im Einzelzimmer untergebracht und Mitarbeiter sowie Besucher müssen Schutzkleidung tragen. Weiterhin kommen Strategien zur vollständigen Entfernung eines Krankheitserregers oder zumindest einer Keimzahlverringerung infrage. Hierzu gehören die Applikation von antibakteriellen Substanzen in die Nase oder die Ganzkörperwaschung mit Antiseptika. Alle diese Maßnahmen beinhalten einen höheren personellen und logistischen Aufwand für die Kliniken.

Lohnt sich das? Wenn wir den bekanntesten multiresistenten Erreger betrachten, den schon erwähnten MRSA, so zeigte sich, dass die Anzahl der schweren Infektionen mit MRSA in den letzten Jahren zurückging, gleichzeitig war ein stetiger Anstieg der Screening-Untersuchungen auf MRSA zu verzeichnen. Ein Zusammenhang scheint plausibel; nämlich, dass bei frühzeitigem Erkennen einer Besiedelung mit dem Erreger Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können, die eine Weiterverbreitung im Krankenhaus einschränken. Ein weiterer Aspekt ist die passgerechte antibiotische Therapie des Patienten.

Weniger positiv sieht es leider bei den sogenannten gramnegativen Erregern aus, zu denen Bakterien des Darmtraktes und sogenannte Pfützenkeime gehören. Dabei handelt es sich um Keime, die sich auch mit geringem Nährstoffangebot vor allem in feuchten Umgebungen vermehren. Bei diesen Erregern ist ein stetiger Anstieg zu beobachten. Demgegenüber gibt es kaum neue Antibiotika – auch nicht in der Entwicklung –, die bei Multiresistenz gezielt diese Bakteriengruppen angreifen könnten. „Zurück in die Zukunft“ bedeutet daher für die Infektionsprophylaxe auch eine Rückbesinnung und Stärkung der sogenannten Basishygiene, also beispielsweise die sorgfältige Händedesinfektion und hygienisch tadelloses Arbeiten. In diese gängigen Präventionskonzepte sollte der Patient als aktiver Partner zunehmend einbezogen werden – auch das ist zukunftsweisend.

Quelle:

Statement »Auf Nummer sicher: Welche Herausforderungen stellen sich in der Infektionsprophylaxe für O & U?« von Professor Dr. med. Heike von Baum, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene im Universitätsklinikum Ulm, Sektion Klinikhygiene, Ulm anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2016.

Latest News

Vitamin D bei Rheuma wie rheumatoide arthritis und Fibromyalgie

Zum Einsatz von Vitamin D bei Rheuma sollte besonders in den Wintermonaten ein Vitamin D-Mangel mithilfe von Vitamin D-Supplementierung ausgeglichen werden. In...

Die Wirkung von Eukalyptus befreit die Atemwege und hilft bei Erkältung

Eukalyptus beziehungsweise das Eukalyptusöl zeigen Wirkung bei Erkältung. Diese hilft unter anderem bei Husten befreit die Atemwege. Die Wirkung von Eukalyptus beziehungsweise Eukalyptusöl hilft gegen verschleimten...

Menstruation, Schmerzen und Endometriose

Funktionelle Schmerzen bei einer Menstruation können auch durch eine anatomische Veränderung – der sogenannten Endometriose – verursacht werden. Zwei bis drei Prozent aller Frauen leiden während der Menstruation...

Pruritus in der Schwangerschaft

Pruritus in der Schwangerschaft ist ein wichtiges Symptom und sollte niemals bagatellisiert werden. Verschiedene Hautprobleme können den Juckreiz verursachen. In ca. 20% der Fälle weist Pruritus in der...

Bessere Therapie bei Psoriasis Arthritis durch Biologika

Im Gegensatz zu den früheren Therapie-Optionen führen bei Psoriasis Arthritis heute Biologika meist zu einem Stillstand der Entzündung und Gelenkzerstörung. Speziell die Entwicklung der neuen Biologika hat...

More Articles Like This