Individuelle Therapie bei Morbus Crohn

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Morbus Crohn sollte mit einer immunsuppressiven Therapie behandelt werden, sofern sich ein komplizierter Krankheitsverlauf abzeichnet.

Morbus Crohn gehört neben Colitis ulcerosa zu den beiden häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (abgekürzt CED). Verschiedene aktuelle internationale Leitlinien unterstellen, dass eine immunsuppressive Therapie Morbus Crohn-Patienten eine Dauertherapie mit Kortison und deren schwere Nebenwirkungen ersparen könnte. Grundsätzlich ist die Behandlung immer eine Herausforderung, denn Morbus Crohn verläuft bei jedem Betroffenen anders und es lässt sich schwer vorhersagen, welche Patienten auf welche Therapie dauerhaft ansprechen. Besonders schwer zu treffen ist die Entscheidung, wann Immunsuppressiva wie TNF-Antikörper, die die körpereigene Abwehr eindämmen und so Entzündungsprozessen entgegenwirken, zum Einsatz kommen sollten.

 

Morbus Crohn – chronische Entzündung

Morbus Crohn manifestiert sich durch eine chronische Entzündung, die jeden Abschnitt des Verdauungstrakts befallen kann, meist jedoch den Darm betrifft. Die Krankheit bricht oft in jungen Jahren aus und kehrt in Schüben wieder. Das Ziel einer Behandlung von Morbus Crohn ist es, die Symptome wie Durchfall, starke Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust zu lindern und die beschwerdefreie Phase so weit wie möglich zu verlängern, im Idealfall ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen.

Richtige Therapieentscheidung

Bestimmte Anhaltspunkte helfen dabei, gemeinsam mit dem einzelnen Patienten die richtige Entscheidung zu treffen. Für die frühe, intensive Therapie kommen insbesondere Patienten in Frage, die eine floride Entzündung im Dickdarm haben oder deren Dünndarm von der Entzündung betroffen ist, die jünger als 40 Jahre alt sind, die aufgrund der starken Entzündung bereits bei der Erstdiagnose ein systemisch wirksames Kortison bekommen mussten und die unter Fisteln leiden. Sind diese Risikofaktoren vorhanden oder besteht eine aktive Erkrankung, die nicht zu kontrollieren ist, sollte frühzeitig – also unter Umständen schon in den ersten Monaten – eine immunsuppressive Therapie eingeleitet werden. In Teilen scheint die Morbus Crohn-Krankheit vererbt, aber Umwelteinflüsse nehmen eine sehr viel größere Rolle ein. Rauchen verschlimmert den Verlauf der Krankheit und begünstigt auch das Rückfallrisiko.

Weitere Informationen: http://www.dgvs.de/leitlinien

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