Impfstoff gegen Herpes Zoster

0

Die neuen Studiendaten zum GSK Impfstoff gegen Herpes Zoster und dessen Komplikationen bei 70-Jährigen und älter zeigen vielversprechende Ergebnisse. 

Die weltweit durchgeführte Studie lieferte bereits im November 2015 erste Ergebnisse und zeigt, dass der GSK-Impfstoff gegen Herpes Zoster, der im Zwei-Dosen-Schema verabreicht wird, eine Wirksamkeit von 90 % (95 % Konfidenzintervall: 84-94 %) bei Personen im Alter von 70 Jahren und älter im Vergleich zu Placebo (Kochsalzlösung) besitzt1. Die Wirksamkeit des Impfstoffs konnte in der höheren Altersgruppe aufrechterhalten werden: sie lag bei 90 % bei Personen im Alter von 70-79 Jahren (95 % Konfidenzintervall: 83-94 %) und bei 89 % bei ≥80-Jährigen (95 % Konfidenzintervall: 74-96 %)1. 

Die ZOE-70-Studie ergänzt die Ergebnisse der ZOE-50-Studie, die bereits vergangenes Jahr veröffentlicht wurde und eine Wirksamkeit von 97 % (95 % Konfidenzintervall: 93-99 %) in Probanden ab 50 Jahren zeigte2. Eine Analyse der Daten aus beiden Studien ergibt, dass der GSK-Impfstoff das Risiko von Gürtelrose um 91 % (95 % Konfidenzintervall: 86-95 %) bei Erwachsenen im Alter von 70 Jahren und älter im Vergleich zu Placebo reduziert1. Diese Wirksamkeit konnte auch noch 4 Jahre nach der Impfung, einhergehend mit einer Reduktion von Gürtelrose um 88 % (95 % Konfidenzintervall: 73-95 %), nachgewiesen werden. Es wird weiter untersucht, wie lange die Wirksamkeit anhält.

Darüber hinaus zeigt eine Analyse der Daten der ZOE-70- und ZOE-50-Studien, dass der Impfstoff-Kandidat das Risiko chronischer neuropathischer Schmerzen als Spätkomplikation wirksam reduziert. Die Schmerzen sind auch als postherpetische Neuralgie (PHN) bekannt und die häufigste und oft schwerste Komplikation von Gürtelrose. GSKs Impfstoff weist in Bezug auf die Prävention von PHN bei Personen im Alter von 70 Jahren und älter eine Wirksamkeit von 89 % auf (95 % Konfidenzintervall: 68-97 %), bei Personen im Alter von ≥50 Jahren eine Wirksamkeit von 91 % (95 % Konfidenzintervall: 75-98 %)1.

Das Risiko von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen, möglichen immunvermittelten Erkrankungen oder Todesfällen in der ZOE-70-Studie war bei den Probanden, die mit dem Kandidat-Impfstoff oder Placebo geimpft wurden, ähnlich hoch. Die häufigsten lokalen Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle, die häufigste systemische Nebenwirkung war Müdigkeit. Ein Großteil der Nebenwirkungen trat innerhalb von sieben Tagen nach der Impfung auf, hielt 1 bis 3 Tage an und war von leichter bis mittelschwerer Intensität1.

„Es ist das erste Mal, dass ein Impfstoff-Kandidat von GSK eine so hohe Wirksamkeit auch bei älteren Personen zeigt“, so Dr. Emmanuel Hanon, Senior Vice President Forschung und Entwicklung Impfstoffe bei GSK. Ältere Menschen haben häufig eine altersbedingte Immunschwäche. Sollte der Impfstoff gegen Herpes Zoster zugelassen werden, könnte er helfen, Gürtelrose und die damit verbundenen Schmerzen zu verhindern.

Impfstoff gegen Herpes Zoster von GSK

Basierend auf diesen und den zuvor publizierten ZOE-50-Daten2 bereitet GSK noch dieses Jahr die Zulassungsanträge für den Impfstoff zur Verhinderung von Gürtelrose bei Menschen ab einem Alter von 50 Jahren vor. Der GSK-Impfstoff ist ein adjuvantierter Subunit-Totimpfstoff (HZ/su), der helfen soll, Herpes Zoster und dessen Komplikationen zu verhindern. Er kombiniert das Glykoprotein E, ein Hüll-Protein des Varizella-Zoster-Virus (VZV), mit dem Adjuvans-System AS01B, das die immunologische Reaktion auf das Antigen verbessern soll3.

Das Phase-III-Studienprogramm

Mit mehr als 37.000 Probanden weltweit wertet die klinische Phase III die Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität des GSK Impfstoff gegen Herpes Zoster aus. Zusätzlich soll die Wirkung neben älteren Betroffenen auch bei immunsupprimierten Patientengruppen, einschließlich soliden und hämatologischen Krebspatienten, Patienten mit hämatopoetischen Stammzell- und Nierentransplantationen sowie HIV-infizierten Menschen untersucht werden.

Die ZOE-70-Studie

Die ZOE-70-Studie (Wirksamkeit von Zoster bei Erwachsenen im Alter von 70 Jahren und älter) (NCT01165229) ist eine randomisierte, Beobachter-verblindete, placebokontrollierte multizentrische und multinationale (Nordamerika, Europa, Lateinamerika und Asien-Pazifik) Phase-III-Studie, an der mehr als 14.800 Erwachsene im Alter von 70 Jahren und älter beteiligt sind. Zwei Dosen wurden im Abstand von zwei Monaten intramuskulär injiziert. Die Studie, die im August 2010 parallel mit der ZOE-50-Studie begann, umfasst Probanden im Alter von 70-79 und ≥80 Jahren. Das primäre Ziel der ZOE-70-Studie ist der Nachweis der Wirksamkeit des Impfstoffes gegen Gürtelrose bei Personen im Alter von 70 Jahren und älter im Vergleich zu Placebo. Ein weiteres Studienziel der ZOE-70-Studie und ZOE-50-Studie ist es, auf Grundlage einer gepoolten Analyse der beiden Studien, die Gesamtwirksamkeit des Impfstoffes gegen Gürtelrose und PHN bei Personen im Alter von 70 Jahren und älter zu untersuchen.

Die ZOE-50-Studie

Die ZOE-50-Studie (Wirksamkeit von Zoster bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter) (NCT01165177) ist eine randomisierte, Beobachter-verblindete, placebokontrollierte, multizentrische und multinationale (Nordamerika, Europa, Lateinamerika und Asien-Pazifik) Phase-III-Studie, an der 16.160 Erwachsene im Alter von 50 Jahren und älter beteiligt sind. Die Studie startete im August 2010. Zwei Dosen wurden im Abstand von zwei Monaten intramuskulär injiziert. Das primäre Ziel dieser Studie ist der Nachweis der Wirksamkeit des Impfstoffes gegen Gürtelrose bei Menschen im Alter von 50 Jahren und älter im Vergleich zu Placebo. Die Studie umfasst Probanden in den Altersbereichen 50-59, 60-69, 70-79 und ≥80 Jahre.

Gürtelrose und Komplikationen: häufig schmerzhaft

Die Gürtelrose ist ein schmerzhafter, juckender Hautausschlag, der sich auf einer Seite des Körpers als Folge der Reaktivierung eines latenten Windpocken-Virus (Varizella-Zoster-Virus, VZV) entwickelt und ausbreitet. Jeder, der sich mit VZV infiziert hat, hat ein Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Als Hauptrisikofaktoren gelten Alter und ein geschwächtes Immunsystem4,5. Zu den Komplikationen einer Gürtelrose zählen die PHN (am häufigsten), Narben, Sehstörungen, Sekundärinfektionen und Nervenlähmungen. Die PHN wird oft als lokaler Schmerz mit signifikanter Intensität definiert, der mindestens 90 Tage nach dem akuten Ausschlag einer Gürtelrose andauert.

Daten aus vielen Ländern zeigen, dass ältere Erwachsene (ab 50 Jahren) das höchste Risiko für Gürtelrose besitzen, da mehr als 90% der älteren Personen mit dem Wildtyp-VZV infiziert sind4. Die Gefahr an einer Gürtelrose zu erkranken ist ab dem 50. Lebensjahr deutlich erhöht4. Das Risiko der Komplikationen, einschließlich PHN und Krankenhausaufenthalt erhöht sich ebenfalls mit zunehmenden Alter4. Das Risiko an Gürtelrose zu erkranken liegt in den USA bei einem Drittel, ab 85 Jahren ist sogar eine von zwei Personen gefährdet4,5.

Quellen 

1.     Cunningham et al., N Engl J Med 2016; 375: 1019-32. Efficacy of the herpes zoster subunit vaccine in adults 70 years of age or older.

2.     Lal et al., N Engl J Med 2015; 372:2087-2096  Efficacy of an Adjuvanted Herpes Zoster Subunit Vaccine in Older Adults

3.     The GSK proprietary AS01 adjuvant system contains QS-21 Stimulon® adjuvant licensed from Antigenics Inc, a wholly owned subsidiary of Agenus Inc. (NASDAQ: AGEN), MPL and liposomes

4.     Shingles (Herpes Zoster) Clinical Overview. US Centers for Disease Control and Prevention. Accessed at: http://www.cdc.gov/shingles/hcp/clinical-overview.html on 6 Sept 2016.

5.     Cohen et al., N Engl J Med 2013;369:255-63 Clinical practice: Herpes zoster.

Share.

About Author

MEDMIX Newsroom

Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

Comments are closed.