Impetigo contagiosa – Haut- und Weichteilinfektionen

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Impetigo contagiosa kann sowohl von Staphylococcus aureus als auch Streptococcus pyogenes ausgelöst werden und ist eine hochkontagiöse Erkrankung.

Die Impetigo contagiosa-Infektion erfolgt über Schmier­infektion. Das klinische Bild zeigt Bläschen, Blasen und Pusteln, die sehr rasch erodieren und sich zu honiggelben Krusten auf erythematöser Haut umwandeln.

Impetigo contagiosa ist auch als Borkenflechte bekannt. Diese doch recht oft anzutreffende bakterielle Hauterkrankung tritt vor allem in der warmen Jahreszeit auf. Am häufigsten sind Kinder und Jugendlichen mit häufigem Hautkontakt betroffen, die sich in gemeinsamen Spielgruppen oder Sportvereinen (o.ä.) gegenseitig anstecken.

Neugeborenen-Impetigo

Neugeborenen-Impetigo

Haut- und Weichteil­infektionen

Bei Haut- und Weichteil­infektionen spielen grampositive Staphylokokken und Streptokokken die größte Rolle, aber auch Korynebakterien, Propionibakterien und eine Reihe gramnegativer Keime sind häufige Infektionserreger.

Bei den oberflächlichen Infektionen, die sich auf Epidermis und Dermis beschränken, unterscheidet man zwischen follikulären (an Haarfollikel gebundene) und nicht follikulären (nicht an Haarfollikel gebundene). Die tiefen Infektionen betreffen definitionsgemäß auch Subcutis, Faszie und eventuell sogar darunterliegende Weichteile.

 

Impetigo contagiosa-Infektion

Die Impetigo contagiosa ist eine hochinfektiöse bakterielle Erkrankung der Haut, die man am häufigsten bei Kindern und Neugeborenen diagnostizieren kann. Weitere Begriffe für die Hautinfektion sind Impetigo vulgaris, Grindblasen, Grindflechte, Eitergrind, Eiterflechte, Borkenflechte, Schmierflechte oder Schleppe.

Zu den Prädilektionsstellen gehören die Extremitäten und das Gesicht. Bei ausgedehntem Befall können Fieber und lokale Lymphadenopathie auftreten.

 

Hygienische Maßnahmen und Behandlung

Die Therapie der Wahl besteht aus einer antibiotischen Lokaltherapie mit Mupirocin oder Fusidinsäure, bzw. bei ausgedehntem Befall zusätzlich aus der peroralen Gabe z.B. von penicillinasefesten Betalaktam-Antibiotika. Die systemische Antibiotikatherapie sollte nur in ernsten, fortgeschrittenen Fällen zur Anwendung kommen.

Wichtig sind hygienische Maßnahmen, wobei das Kratzen der betroffenen Hautstellen vermieden werden sollte. Die Fingernägel der erkrankten Personen sollten kurzgeschnitten werden, um die Voraussetzungen für das Kratzen, dass die Weiterverbreitung der Impetigo contagiosa fördert, zu verringern. Verbinden bzw. Abdecken der betroffenen Stellen und das Vermeiden von Kratzen fördert die Heilung.

Ebenfalls wirken regelmäßiges Händewaschen und regelmäßiges heißes Waschen der am Körper anliegenden Bekleidung und der Handtücher gegen die Infektion, diese Maßnahmen werden vorbeugend gegen weitere Infektionen angewendet. Die Lokaltherapie kann wie mit antibiotikahaltigen Salben – Fusidinsäure, Mupirocin aber auch  Retapamulin – unterstützt werden. Desinfizierende Lösungen, Bäder und Umschläge können die Therapie ergänzen.

Eine kleine Studien mit kleinen Gruppen konnte aktuell zeigen, dass die Anwendung von Ivermectin in großen Mengen die Häufigkeit des Auftretens von Krätze und Impetigo erheblich senken konnte. Die Wirkung im großen Maßstab ist jedoch unklar.

Literatur:

Romani et al. Efficacy of mass drug administration with ivermectin for control of scabies and impetigo, with coadministration of azithromycin: a single-arm community intervention trial. Lancet Infect Dis. 2019 May; 19(5): 510–518. doi: 10.1016/S1473-3099(18)30790-4

Rørtveit et al. The decline of the impetigo epidemic caused by the epidemic European fusidic acid-resistant impetigo clone: an 11.5-year population-based incidence study from a community in Western Norway. Scand J Infect Dis. 2014 Dec; 46(12): 832–837. Published online 2014 Sep 17. doi: 10.3109/00365548.2014.947317

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Dr. Reinhold Lautner

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