Immunsystem bei älteren Menschen durch Trauer geschwächt

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Dipl.-Ing. Alexandra Springler
Dipl.-Ing. Alexandra Springler
Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

Das Immunsystem bei älteren Menschen wird durch Trauer sehr geschwächt, wobei junge Menschen allgemein resistenter sind, was sich eben in der Bewältigung von Trauer widerspiegelt.

Junge verfügen gegenüber älteren Menschen über eine deutlich stärkere Immunfunktion – bei älteren Menschen kommt es daher häufiger zu Infekten. Ein aktuelle Studie – die erste ihrer Art – möchte den Zusammenhang zwischen Stresshormonen und Immunfunktionen bei verschiedenen Generationen herausfinden. „Während der schmerzvollen Wochen und Monaten nach dem Verlust eines geliebten Menschen, kann es zu einer reduzierten Funktion der Neutrophilen kommen,“ erklärt Dr. Anna Phillips von der Universität Birmingham. Dabei handelt es sich um wichtige Zellen des Immunsystems, die in der Infektabwehr eine wichtige Rolle spielen. Sind weniger Neutrophile vorhanden, steigt die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern.

 

Speziell Neutrophile und Stresshormone beeinflussen das Immunsystem bei älteren Menschen

Die Ergebnisse der aktuellen Studie weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Funktion von Neutrophilen und dem Gleichgewicht unserer Stresshormone hin. Insbesondere die Stresshormone Kortisol und Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) reagieren mit zunehmendem Alter sehr unterschiedlich auf den Verlust geliebter Personen. So ist das Verhältnis zwischen Kortisol und DHEAS bei jüngeren Menschen wesentlich ausgeglichener als bei älteren Menschen, die ein deutlich erhöhtes Verhältnis Kortisol zu DHEAS aufwiesen.

“Die Auswirkung eines schmerzvollen Verlusts sind bis dato wenig erforscht – wir wissen, dass sich Trauer, unter anderem, auf das Immunsystem auswirkt. Welche Rolle unsere Stresshormone dabei spielen ist allerdings weitgehend unbekannt,“ so Dr. Phillips. „Die aktuelle Studie verleiht erste Einblicke in diese Geschehnisse.”

“Kortisol ist dafür bekannt, dass es die Reaktionen des Immunsystems während Stressphasen unterdrückt. Folglich ist es sehr wahrscheinlich, dass ein unausgeglichenes Verhältnis Kortisol zu DHEAS unsere Immunabwehr beeinflusst,“ erklärte Janet Lord, Professor an der Universität Birmingham. Allerdings spielen diese Hormone auch in der Aktivierung bestimmter Stress- und Entzündungs-bekämpfenden Vorgängen eine wichtige Rolle. Daher ist es keine Lösung für das Immunsystem bei älteren Menschen, die erhöhten Kortisolspiegel einfach zu senken.

Die Forscher ziehen Hormonersatzpräparate oder ähnliche Präparate in Betracht, um das Immunsystem bei älteren Menschen zu stärken und bei erhöhtem Stressrisiko Hilfestellung anzubieten.

Allerdings ist dies nicht die einzige Lösung. “Es ist wichtig diese Zusammenhänge weiterhin zu erforschen, um beurteilen zu können, ob ein potenzieller kurzfristiger Eingriff in das Hormongeschehen das Immunsystem bei älteren Menschenwährend in besonderen Stressphasen tatsächlich helfen könnte, “ so Dr. Phillips.

Weiterführende Literatur:

http://www.har-journal.com/archives/1216

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3781604/

http://www.birmingham.ac.uk/schools/sport-exercise/staff/profile.aspx?ReferenceId=5453

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