Idiopathische Lungenfibrose effektiver therapieren

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Rainer Muller
Rainer Mullerhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Idiopathische Lungenfibrose könnte durch aktuelle, neue Erkenntnisse zukünftig effektiver behandelt werden. Im Blickpunkt steht dabei die Hemmung von FKBP10.

Unlängst haben deutschen Wissenschaftler gemeinsam mit internationalen Kollegen für die idiopathische Lungenfibrose eine neue mögliche Therapieoption entdeckt. Dabei steht im Blickpunkt ein neuer Mechanismus der Fibrose-Entstehung, der eine wichtige Rolle bei der Ausbildung dieser gefährlichen chronischen Lungenerkrankung spielt.

 

Bis dato keine kausale Therapie für idiopathische Lungenfibrose

Schließlich gehört die idiopathische Lungenfibrose (IPF) zu jenen chronischen Lungenerkrankungen, für die es bis heute keine kausale Therapie gibt. Zwar weiß man, dass das Lungeninterstitium, also das Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen im unteren Teil der Lunge, befallen wird. Es bilden sich dort Ansammlungen von Gewebe, insbesondere von Kollagen, die wie Vernarbungen wirken, welche die Elastizität der Lunge vermindern und die Lungenfunktion allmählich einschränken. Im Grunde genommen haben Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose haben eine extrem schlechte Prognose. Denn sie überleben im Mittel nur 2 bis 3 Jahre nach Diagnose der Krankheit.

 

Wie idiopathische Lungenfibrose entsteht

Prof. Dr. Oliver Eickelberg und Dr. Claudia Staab-Weijnitz vom Comprehensive Pneumology Center (CPC) am Helmholtz Zentrum München und Kollegen vom Klinikum der Universität München und der Yale University School of Medicine ist es unlängst gelungen, einen neuen Ausgangspunkt zu finden, an dem eine Therapie ansetzen könnte. Zentraler Punkt der Forschungsarbeiten war die Suche nach den Entstehungsmechanismen der IPF. Dazu werteten die Forscher Daten von deutschen Patienten sowie die einer US-amerikanischen IPF-Kohorte (“Lung Tissue Research Consortium”) aus.

 

Erhöhte Mengen des Proteins FKBP10

Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass in den Lungen von Erkrankten erhöhte Mengen des Proteins FKBP10 zu finden sind. Wenn es gelingt, die Produktion oder die Aktivität dieses Proteins zu hemmen, könnte sich daraus ein neuer Therapieansatz ergeben. Es zeigte sich nämlich, dass die Herunterregulierung dieses Proteins in IPF-Fibroblasten die Kollagensynthese verminderte.

„Damit stellt FKBP10 ein potentielles neues Zielmolekül für die individualisierte Therapie der IPF dar“, sagt Claudia Staab-Weijnitz. „In Zukunft könnten die Ergebnisse außerdem zu neuen Therapiemöglichkeiten auch für die Behandlung anderer fibrotischer** Erkrankungen führen.“ Schließlich gehen fibrotische Erkrankungen mit einer Wucherung des Bindegewebes einher.

 

Protein FKBP10 hemmen

Fibroblasten sind bewegliche, im Bindegewebe vorkommende Zellen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Synthese der extrazellulären Matrix, also des Bindegewebes zwischen den Zellen. Zu den Produkten von Fibroblasten gehört hauptsächlich das Kollagen, das zusammen mit den ebenfalls gebildeten Proteoglykanen für eine erhöhte Festigkeit der extrazellulären Matrix sorgt.

Für idiopathische Lungenfibrose wollen die Forscher zukünftig ein Drug Screening-Assay etablieren und klinische Studien mit einem FKBP10-Inhibitor beginnen. Schließlich soll der Wirkstoff die Bildung oder Aktivität von FKBP10 hemmen.

Literatur:

Staab-Weijnitz C. A. et al. (2015). FK506-Binding Protein 10 is a Potential Novel Drug Target for Idiopathic Pulmonary Fibrosis, American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine [Epub ahead of print]

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