Inhalative Kortikosteroide, ICS, bei COPD und Lungenentzündung

COPD

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Inhalative Kortikosteroide – ICS – erhöhen bei COPD das Risiko für Pneumonie, die Sterblichkeit durch Lungenentzündung steigt aber nicht an.

Heutzutage bewerten Pneumologen den Einsatz von inhalativen Kortikosteroiden – ICS – bei COPD-Patienten durchaus differenziert. Denn verschiedene Studiendaten zeigten ein höheres Risiko für eine Lungenentzündung durch die ICS-Therapie. Das ergab beispielsweise weiland eine sehr große retrospektive Studie aus Schweden, bei der Forscher die Daten von 800.000 schwedischen Einwohnern einschließlich von etwa 21.000 COPD-Patienten auswerteten.

 

Risiko für Pneumonie bei COPD-Patienten

Im Jahr 2016 empfahl letztendlich das PRAC – das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), zuständig für die Überwachung und Bewertung der Arzneimittelsicherheit von Humanarzneimitteln –, dass eine Behandlung mit ICS das Risiko für Pneumonie bei COPD-Patienten erhöht.

 

Inhalative Kortikosteroide, ICS, als wirksame Therapie bei schweren COPD-Exazerbationen

Im Grunde genommen stellen systemische inhalative Kortikosteroide eine wirksame Behandlung bei schwerer COPD-Exazerbation dar. Ärzte verschreiben ICS, wenn die Therapie mit Bronchodilatatoren nicht ausreicht. So unterstellen einige Studiendaten, dass es angeblich sogar reichen könnte, Inhalative Kortikosteroide nur fünf Tage lang einzusetzen.

 

Kein Anstieg der Sterblichkeit durch Lungenentzündung durch ICS

Auf der Jahrestagung der American Thoracic Society 2015 stellte schließlich ein Forscherteam der University of Florida College of Medicine eine Meta-Analyse unter Einbeziehung von 38 Studien vor. Die Studie zeigte, dass der Einsatz von ICS keinen Anstieg der Pneumonie-Mortalität oder der Gesamtmortalität ergab. Dabei untersuchten die Wissenschaftler mehrere randomisierte kontrollierte Studien und Beobachtungsstudien mit COPD-Patienten, die ICS einsetzten und Patienten, die das nicht taten (Analyse von 29 randomisierten, kontrollierten und 9 Beobachtungsstudien).


Literatur:

https://www.ema.europa.eu/documents/scientific-conclusion/revinty-ellipta-epar-scientific-conclusion_de.pdf

Gupta et al. Inhaled corticosteroids for COPD decrease mortality risk from pneumonia and other causes. AMERICAN THORACIC SOCIETY.

C. Janson et al. Pneumonia and pneumonia related mortality in patients with COPD treated with fixed combinations of inhaled corticosteroid and long acting β2 agonist: observational matched cohort study (PATHOS). BMJ 2013; 346 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.f3306

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