Hydrotherapie und ähnliche Anwendungsformen

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Aus der Naturheilkunde können Verdauungsstörungen unter anderem auch mit Hydrotherapie, Heublumensack, Lendenwickel und Bauchwaschung behandelt werden.

Bei der Hydrotherapie wird Wasser zur Behandlung akuter oder chronischer Beschwerden, zur Stabilisierung von Körperfunktionen (Abhärtung), zur Vorbeugung, zur Rehabilitation und/oder zur Regeneration. Vor allem wird der Temperaturreiz des Wassers genutzt, weniger der Druck oder der Auftrieb als therapeutischer Reiz.

Grundsätzlich wird dazu Wasser in allen drei Aggregatzuständen verwendet. als Eis, als kaltes, temperiertes oder warmes Wasser sowie auch als Dampf. Die Hydrotherapie ist ein Teil der Naturheilkunde sowie Omas altbewährtes Hausmittel. Prinzipiell gibt es zwar verschiedene Anwendungsformen, doch vor allem auch gegen Verdauungsstörungen soll die Hydrotherapie gegen verschiedene Beschwerden helfen.

Hydrotherapie bei Magen-Darm-Beschwerden

Einerseits soll bei Störungen des gesamten Verdauungstraktes mit den Anwendungen der Hydrotherapie der Körper allgemein abgehärtet werden. Andererseits möchte man damit auch eine »psychovegetative Umstimmung« erreichen. Denn das vegetative Nervensystem spielt allgemein eine wichtige Rolle, vor allem bei akuten Erkrankungen. Doch gerade auch bei Magen-Darm-Beschwerden hängen auch oft mit einem deutlichen Unwohlsein des vegetativen Nervensystems zusammen.

 

Kneippscher Guss

Bei der Hydrotherapie wird ein Gefäßtraining mit Hilfe von kaltem, warmem oder wechselnd temperiertem Wasser unternommen. Ein sogenannter Kneippscher Guss soll eine 3-fache Wirkung erreichen. Erstens soll er das arterielle und venöse Gefäßsystem stimulieren und trainieren. Zweitens verursacht er eine mehrfache Durchblutung der ­behandelten Körperstelle.

Dazu gehören auch die mit den behandelten Hautsegmenten zusammenhängenden Organe, die somit ein Kneippscher Guss ebenfalls verstärkt durchblutet. Drittens bewirkt er einen Reiz-Reaktionsmechanismus. Dementsprechend soll ein Temperaturreiz in der Lage sein, den ganzen Organismus zu einer Reaktion zu veranlassen, nicht nur die behandelte Körperstelle.

 

Der Heublumensack

Der Heublumensack wird als heiße Anwendung angesehen und gilt als altbewährtes Hausmittel. Je nach dem gewünschten Anwendungsbereich soll der Heublumensack analgetisch und schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, entkrampfend sowie beruhigend wirken. CAVE: Der Heublumensack ist bei Blutungs- oder Durchbruchgefahr mit Vorsicht anzuwenden.

Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren wirkt die heiße Leibauflage mit dem Heublumensack anregend auf das vegetative Nervensystem. 

Weiters soll ein Heublumensack nach den Mahlzeiten zur Linderung von Bauchschmerzen oder Beschwerden im Rahmen einer chronischen Gastritis seine feuchte Wärme entfalten.

Wenn man an Verstopfung, Obstipation, leidet, so sollte man einen Heublumensack am besten früh am Morgen einsetzen. Die feuchte Wärme bewirkt dabei eine verbessert Darmperistaltik.

Bei der Diagnose Reizdarmsyndrom (irritables Colon) entfaltet die Heublumensack-Auflage eine beruhigende und auch entkrampfende Wirkung.

Schließlich sollten Menschen bei akuten Durchfall­erkrankungen den Heublumensack mehrmals täglich auf den Leib legen, um den Durchfall entgegenzuwirken.

 

Lendenwickel

Der kalte Lendenwickel ist eine wärmestauende Maßnahme. Der Lendenwickel entfaltet eine schmerzlindernde, blutdrucksenkende, sedierende und entkrampfende Wirkung auf die darunterliegenden Organe. Mit dieser therapeutischen Maßnahme sollten auch die Verdauungsorgane stabilisiert werden.

Der kalte Lendenwickel gehört zu den intensiveren Behandlungsanwendungen in der Hydrotherapie. Das erzielte Wechselspiel von Reiz und Reizantwort verlangt dem Körper für gewöhnlich starke Reaktionen ab.

Wenn der Lendenwickel fachgerecht angelegt wird und die richtige Reaktion auslöst, dann empfindet der Patienten diesen nach etwa zehn Minuten nicht mehr als kalt. Gesamt sollten die Betroffenen damit mindestens 45 Minuten lang liegen bleiben. Frauen sollten einen Lendenwickel keinesfalls während der Menstruation und bei Harnwegsinfekten anwenden.

 

Bauchwaschung

Ebenfalls können Betroffene mit Magen-Darm-Problemen mit einer abendlich durchgeführten Bauchwaschung eine häufig hilfreiche therapeutische Maßnahme setzen. Dazu müssen sie mit einem kalten Lappen Kreisbewegungen ausführen und dabei im Uhrzeigersinn dem Darmverlauf über dem Bauch folgen.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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