Die Hormone beeinflussen die Haut, die umgekehrt Hormone produziert

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Lena Abensberg
Lena Abensberg
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Hormone beeinflussen die Schönheit, die Entwicklung sowie die Funktion der menschlichen Haut. Die Haut produziert umgekehrt auch Hormone und setzt sie frei.

Die Haut gilt als schützende Hülle. Sie ist auch ein Unterstützer des Immunsystems. Zudem ist sie ein Temperaturregulator und ein Sinnesorgan. Unter dem Strich beeinflussen die Hormone die menschliche Haut. Denn Hormone sind mitverantwortlich für die Hautalterung, für Hyperpigmentierung und für Akne. Außerdem verursachen sie den Hirsutismus, das Bartwachstum bei Frauen. Charakteristische Beispiele sind die Stoffwechselwege der Corticotropin-freisetzenden Hormone, die Steroidogenese, Vitamin D sowie Retinoide.

 

Endokrine Eigenschaften der Haut

Die menschliche Haut ist das größte und schwerste Organ des Menschen – mit einer Fläche von 1,5 bis 2 m² und einem Gewicht von 3,5 bis 10 kg. Seit einigen Jahren interessiert sich die Dermatologie immer mehr für die Haut als ein Organ mit komplexen endokrinen Eigenschaften.

Bei Akne, Hautalterung oder Hirsutismus sind Dermatologie und Endokrinologie gemeinsam betroffen. Am Beispiel der Akne lässt sich die Wechselwirkung von Haut und der Hormone gut veranschaulichen. Während man früher Bakterien und Ernährung als Ursachen in den Blick nahm, weiß man heute, dass Androgene, also männliche Sexualhormone, die auch bei der Frau vorkommen, und Stresshormone die Entstehung der Akne beeinflussen. Mitesser, die Zunahme des Talgdrüsenvolumens und die Talgproduktion werden durch das Sexualhormon aber auch durch Gehirnhormone stimuliert.

Für die Behandlung von Akne, schlaffer Haut oder Damenbart haben diese Erkenntnisse eine große Bedeutung. Die gemäßigte Akne und der Hirsutismus lassen sich häufig gut mit Antiandrogenen behandeln. Östrogene wirken positiv auf die Struktur und Funktionen der Haut vor allem bei Frauen in den Wechseljahren. Um die Haut dicker, elastischer und feuchter zu machen, wird das Östrogen lokal auf der Haut angewendet.

 

Wie die Hormone auf die Haut wirken

Die Wirkung der Hormone auf die Haut und die Haare ist schon länger bekannt. Denn die Hormone werden in besonderen Hautzellen aktiviert oder inaktiviert. Dort binden sie sich an bestimmte Rezeptoren in der Haut oder gehen mit ihnen eine Wechselwirkung ein. Solche Rezeptoren in der Haut sind Peptid- und Neurohormone sowie Steroid- und Schilddrüsenhormone. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass die Hormone auch in der Haut produziert werden. Verglichen mit den eigentlichen endokrinen Drüsen wie Schilddrüse oder Nebenniere handelt es sich hier allerdings um geringe Mengen.

 

Östrogen in der Haut nach der Menopause

Nach dem Erlöschen der Eierstockfunktion stellt die Produktion der weiblichen Hormone, der Östrogene, im Unterhautfettgewebe allerdings einen relevanten Anteil dar, wenn auch die Östrogenspiegel nach dem Wechsel insgesamt sehr niedrig sind. Dreißig verschiedene Hormone und Hormongruppen sind in den Zellen der Haut und des Unterhautfettgewebes aktiv. Darunter sind auch schmerzlindernde Beta-Endorphine oder ein Hormon, das die Hautpigmentierung fördert. Eine wichtige Rolle spielt auch das Leptin, das hauptsächlich vom viszeralen und subkutanen Fettgewebe in die Blutbahn ausgeschieden wird.

Literatur:

Francesca Mercati, Cecilia Dall’Aglio, Ludovica Timperi, Paola Scocco, Elena De Felice, Margherita Maranesi. Epithelial expression of the hormone leptin by bovine skin. Eur J Histochem. 2019 Jan 17; 63(1): 2993. Published online 2019 Jan 17. doi: 10.4081/ejh.2019.2993

Zouboulis CC. The human skin as a hormone target and an endocrine gland. Hormones (Athens). 2004 Jan-Mar;3(1):9-26.

Lipsker D, Lenormand C. Hyperpigmentation. Ann Dermatol Venereol. 2019 Sep 16. pii: S0151-9638(19)30214-5. doi: 10.1016/j.annder.2019.05.005.

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