Honeymoon-Zystitis – nein danke!

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Sex ist bei Frauen eine der häufigsten Ursachen für eine Blasenentzündung. Die sogenannte ­Honeymoon-Zystitis kann ­Flitterwochen ganz schön verderben.

Um Blasenentzündung durch Sex verursacht ranken sich viele Gerüchte. Zu viele Partner, zu häufig, ungeschützt und überhaupt. Um da nicht ­völlig den Spaß an der Sache zu verlieren, lohnt es sich zuerst einmal, über ein paar Dinge Bescheid zu wissen. Zum Beispiel: Was ist überhaupt eine Honeymoon-Zystitis?

 

Flitterwochen-Blasenentzündung – Honeymoon-Zystitis

Die sogenannte Honeymoon-Zystitis – übersetzt Flitterwochen-Zystitis – ist ­eine Blasenentzündung, die durch Geschlechtsverkehr ausgelöst wird. Früher erlebten viele Frauen ihr erstes Mal in der Hochzeitsnacht und litten danach an den typischen Symptomen: Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Unterbauch. Heutzutage kommt es bei Frauen vor allem in sexuell aktiven Zeiten zur Honeymoon-Zystitis. Manche sprechen auch von einer Wochenend-Zystitis. Schuld an der Erkrankung sind meist ­körpereigene Darmbakterien, vor allem die sogenannten Escherichia coli-Bakterien.

­Gerade in den ­Flitter­wochen stehen die Chancen auf viel Sex gut. Durch die stärkere ­Beanspruchung des Intim­bereichs beim ­Geschlechtsverkehr steigt bei Frauen aber auch das Risiko für ­einen ­Harnwegsinfekt.

Durch die Schmierinfektion beim Geschlechtsverkehr können sie aus dem Analbereich der Frau in ihre Harnröhre transportiert werden. Anschließend steigen sie in die Blase auf, reizen die Blasen­wand und ­lösen eine Entzündung aus. Die mechanische Beanspruchung stellt einen weiteren Problempunkt dar. Allgemein stellt ein neuer Sexpartner immer ein erhöhtes Zystitis-Risiko dar, da dessen Bakterien ­für die ­Intimflora der Frau noch neu und ungewohnt sind. Erst nach einiger Zeit gewöhnt sich ihr Immunsystem an die neuen Bakterien. Weitere Risikofaktoren beim Sex sind bestimmte Ver­­hütungsmittel wie Diaphragmen oder Spermizide, die die ­natürliche Scheidenflora verändern.

 

Honeymoon-Zystitis vorbeugen statt heilen

Zur Vorbeugung einer Honeymoon-Zystitis kann man beim Sex ein paar ­Vorsichtsmaßnahmen treffen. Schließlich soll die Lust daran aus Angst vor ­einer anschließenden Blasenentzündung keineswegs verloren gehen. Die wichtigste Maßnahme gegen eine Ansteckung ist für die Frau auf jeden Fall der sofortige Toilettengang nach dem Liebesspiel, um eventuelle Bakterien durch Urinieren sofort auszuschwemmen. Empfohlen wird deswegen, vor dem Sex genügend zu trinken und nicht auf die Toilette zu gehen, damit dann das Wasserlassen auch gut funktioniert. Viel zu trinken ist die ­wichtigste Maßnahme gegen Erreger einer Blasenentzündung, da so die Bakterien ausgespült werden. Ca. zwei Liter pro Tag sind für Erwachsene notwendig.

Unmittelbar nach dem Sex sollte die Frau auf die Toilette gehen. So werden die Bakterien recht ­zuverlässig ­ausgespült.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist es, dass der Unterleib immer schön warmgehalten wird. Kühlt dieser nämlich aus, so wird die Immun­abwehr schwächer und die Bakterien können sich leichter durchsetzen. Wichtig ist auch die richtige Intim­hygiene, bei der gilt: Weniger ist mehr. Sich regelmäßig mit warmem Wasser zu waschen, reicht aus, um Bakterien zu entfernen. Seife oder Intimwaschmittel schädigen den natürlichen Säureschutz­mantel der Haut sogar eher und erleichtern so eine Infektion.

 

Blasenentzündung – Antibiotika müssen nicht immer sein

Trotz aller vorbeugender Maßnahmen passiert es vielleicht doch, man spürt die ersten Symptome einer Blasenentzündung: Brennen, Harndrang und trüben Urin. Sie betreffen die unteren Harn­wege und sind typische Beschwerden eines unkomplizierten Harnwegsinfektes.

Bei einer unkomplizierten Blasen­­entzündung ist die Einnahme von Anti­biotika in den meisten Fällen nicht erforderlich. Das ergab eine Studie aus Deutschland, die von Wissenschaftlern vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen und dem Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover im Zeitraum von 2012 bis 2014 mit 494 Patientinnen durchgeführt wurde. Rund zwei Drittel der Frauen mit einer unkomplizierten Blasenentzündung wurden dabei ohne Antibiotika und nur mit Schmerzmitteln wieder gesund.

Bei schweren ­Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Übelkeit oder Rückenschmerzen ist eine Behandlung mit ­Antibiotika jedoch dringend notwendig, da in diesem Fall auch Harnleiter und Nierenbecken betroffen sind. Eine wichtige Rolle bei der Therapie von unkomplizierten Harnwegsinfekten spielen seit Jahrhunderten auch verschiedene Heilpflanzen. Besonders bewährt haben sich Bärentraubenblätter, deren Inhaltsstoffe die Bakterien abtöten und wie ein natür­liches Antibiotikum ­wirken. Seit dem 13. Jahrhundert wird die Bärentraube erfolgreich gegen ­Er­krankungen der Harnwege ein­gesetzt. Weitere bewährte Heilpflanzen sind ­beispielsweise Birke, Brennnessel und Goldrute.

Kann ich eine ­Blasenentzündung ­bekommen, wenn …

… mein Immunsystem geschwächt ist? Durch geschwächte Abwehrkräfte ­können Erreger leichter zuschlagen. ­Deswegen kommt vorbeugenden ­Maßnahmen zur Immunstärkung eine sehr große Bedeutung zu.

… ich mich auf einen kalten ­Untergrund ­setze? Hier gilt ­Ähnliches wie im Schwimmbad: Das ­Auskühlen des Unterleibs begünstigt ­eine bakterielle ­Infektion. Deshalb ­besonders im Winter die Becken­partie gut einpacken.

… ich ein Schwimmbad ­besuche? Wenn die Badekleidung nicht direkt nach dem Schwimmen gewechselt wird, kann das ­passieren. Denn durch die Nässe kühlt der Unterleib aus, was ebenfalls zu ­einer eingeschränkten Immun­abwehr führt. Aber wichtig ist: Im Wasser selbst ­findet keine ­Ansteckung statt.

… ich Toilettenpapier unachtsam benutze? Toilettenpapier sollte ­immer von vorne nach hinten geführt werden. Denn die Erreger sollten nicht vom After in die Harnröhre ­gelangen.

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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