Hoher Blutdruck bei Frauen

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Bluthochdruck ist Volkskrankheit Nummer 1. Ab einem Alter von 65 Jahren wird hoher Blutdruck bei Frauen noch häufiger diagnostiziert als bei Männern.

Hoher Blutdruck bei Frauen und Männern ist durch einen Anstieg des systolischen Blutdruckwertes mit zunehmendem Alter gekennzeichnetDaten der Framingham Studie zufolge liegt der systolische peripher gemessene Blutdruck (RR) im Mittel zwischen 140 bis 150 mmHg bei den Über75-Jährigen. Frauen haben durchschnittlich niedrigere diastolische Werte und so einen höheren Pulsdruck im Vergleich zu Männern.

Hoher Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Hoher Blutdruck bei Frauen erhöht das Risiko für eine koronare Herzerkrankung (KHK) odeSchlaganfall um das Dreifache, wenn der systolische-RR Wert ohne Therapie regelmäßig bei über 185 mmHg liegt. Deshalb sollten erhöhte Blutdruckwerte frühzeitig erkannt untherapiert werdenDas sollte geschehen, wenn hoher Blutdruck noch keine Symptome aufgrund von Folgeerkrankungen verursacht. Doch oft wird erst bei Diagnose Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes bereits bestehender hoher Blutdruck erkannt.

Aufgrund der längeren Lebenszeit belastet hoher Blutdruck und dessen Folgekrankheiten Frauen meistens länger alMänner. Doch Fraueuntersctzen laut Untersuchungen ihr eigenes kardiovaskuläres Risiko.

Präventive Maßnahmen

Es wird empfohlen, bei Frauen und Männern ab dem 40. Lebensjahr aktiv nach kardiovaskulären Risikofaktoren zu suchen. Zum Erkennen von Risikogruppen können frühzeitig auch nichtinvasive Methoden eingesetzt werden. Eine Störung der Gefäßfunktion kann einer manifesten Hypertonie um Jahre vorausgehen und mithilfe der Messung des Augmentationsindex und der Pulswellengeschwindigkeit diagnostiziert werden.

BEFRI Studie. Laut BEFRI Studie weisen 45 Prozent der weiblichen Berliner Allgemeinbevölkerung eine Störung der arteriellen Gefäßfunktion und/ oder eine erhöhte Steifigkeit der Gefäßwände auf. Diese Veränderungen in der subklinischen Phase der Hypertonieentstehung sind oft reversibel, so dass gesundheitsfördernde Maßnahmen hier sehr effektiv eingesetzt werden könnenBetroffen sind 77 Prozent der Frauen ipostmenopausalem Alter sowie 23 Prozent in prä beziehungsweise perimenopausalem Alter. 30 Prozent deFrauen wiesen eine bis dahin nicht diagnostizierte diastolische Funktionsstörung des Herzens auf. Begünstigende Faktoren waren Alter, ein Taillenumfang größer als 80 cm und eine Pulswellengeschwindigkeit höher als 9.7 m/s.

Diese Daten zeigen einen Zusammenhang zwischeGefäßfunktion undiastolischer Ventrikelfunktion. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen den Ansatz, auch prämenopausale Frauen in die Aufkrungskampagnen und Präventionsmaßnahmen einzuschließen und das Argument des Östrogenschutzes der Frauen bis zur Postmenopause nicht als Ausschlussargument gelten zu lassen.

Auch wenn der positive Effekt des körpereigenen Estradiol auf die Gefäßfunktion im Sinne eines Schutzes vor kardiovaskulären Erkrankungen in Studien mehrfach gezeigt werden konnte und postuliert wird, dass endogenes Östrogen das Hypertonierisiko senkt, so ist hoher Blutdruck mit einer exogenen Hormonbehandlunassoziiert.

Hoher Blutdruck, die Pille und andere Risikofaktoren

Nicht umsonst ist die „Pilleweiterhin ein verschreibungspflichtiges Medikament. Nutzen und Risiko müssen immer wieder neu beurteilt werden und Frauen mit Übergewicht, Nikotinkonsum und thromboembolischen Ereignissen auf ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hingewiesen werden.

Frauen, die die Pille nehmen, haben im Durchschnitt um 2 bis 8 mmHg höhere RR Werte. Unter Einnahme der Pille ist das Hypertonierisiko zweibis dreifach erhöht, insbesondere in der Kombination mit Übergewicht und höherem Alter. Hoher Blutdruck kann auch durch rheumatische Erkrankungen unSchwangerschaftskomplikationen verursacht werden.

Quellen:

Statement » Bluthochdruck bei Frauen – Geschlechterspezifische Aspekte als besondere Herausforderung? « – Dr. med. Ute Seeland, Fachärztin für Innere Medizin und Gendermedizinerin am Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GIM), Charité-Universitätsmedizin Berlin

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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