Hörverlust und Diabetes: Chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt auch das Gehör

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Hörverlust und Diabetes hängen zusammen. Denn der chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel schädigt nicht nur die Augen, die Nieren oder das Herz, sondern auch das Gehör.

Da Hörverlust und Diabetes mit seinem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel im Zusammenhang stehen, sollten die Menschen mit Diabetes regelmäßig einen Hörtest machen. Der Hörverlust führt oft dazu, dass sich Menschen zurückziehen, weniger aktiv am sozialen Leben teilhaben und dadurch auch körperlich inaktiver werden. Dies kann wiederum zu Übergewicht führen, das ein Auslöser für Diabetes ist. Wenn das Gehör bereits geschädigt wurde, helfen Hörgeräte oder Hörimplantate, um aus dem Teufelskreis des Rückzugs und der Inaktivität zu entkommen.

 

Zusammenhang Diabetes und Hörverlust

Im Grunde genommen ist der Hörverlust ein verbreitetes Phänomen bei Menschen mit Diabetes. So zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung, dass 34,4 Prozent der Probanden mit Diabetes von Hörverlust betroffen sind im Vergleich zu 22,3 Prozent jener ohne Diabetes.[1] Diese Daten stimmen mit jenen aus einer Meta-Analyse überein, wonach Diabetes 2,1 Mal öfter bei Probanden mit Diabetes auftritt als bei jenen ohne.[2] Langzeituntersuchungen brachten ebenfalls dementsprechende Ergebnisse. Warum die Erkrankung das Gehör schädigt, haben Forscher in mehreren Studien untersucht und ist auch weiterhin Gegenstand der medizinischen Forschung.

 

Ursachen des Hörverlusts

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes beeinträchtigt auch die kleinen Blutgefäße (Mikroangiopathie) in der Hörschnecke, der so genannten Cochlea. Infolge wird diese nicht ausreichend durchblutet und mit Nährstoffen versorgt, was die Hörfähigkeit schwächt. Diabetes führt außerdem zu Schäden der Mitochondrien, der sogenannten Kraftwerke beziehungsweise Energiefabriken in den Zellen, sowie zu Erkrankungen der peripheren Nerven (Neuropathie). Möglicherweise spielen auch genetische Faktoren bei der Entstehung von Hörverlust bei Diabetes eine Rolle.

 

Hörverlust kann körperliche Inaktivität verschulden

Verschiedene Daten aus wissenschaftlichen Studien zum Thema Hörverlust und Diabetes zeigen, wie wichtig regelmäßige Hörtests bei Menschen mit Diabetes sind. Dabei sollten auch Ärzte bedenken, dass Hörverlust oft zu sozialem Rückzug und Depressionen führt. Beide Erkrankungen schränken die körperliche Aktivität ein, die ein essenzieller Bestandteil eines gesunden Lebensstils ist und sind somit Auslöser für viel zu viele nichtübertragbare Krankheiten. Darüber muss man die Patienten dementsprechend informieren.

 

Hörverlust ist behandelbar

Liegt bereits eine Hörschwäche vor, gibt es mehrere Möglichkeiten, diese auszugleichen: Im Regelfall wird ein Hörgerät angepasst, das den Verlust ausgleichen soll. Doch manchmal reicht es nicht aus, da die Schwerhörigkeit bereits stark fortgeschritten ist. In diesen Fällen lässt sich die Hörfähigkeit mit Hilfe eines Hörimplantats wiederherstellen. Das Implantat wird im Rahmen einer ein- bis zweistündigen Operation hinter dem Ohr eingesetzt und sorgt durch elektrische Stimulation des Hörnervs für naturnahes Hören.

Literatur:

[1] Cheng YJ, Gregg EW, Saaddine JB, Imperatore G, Zhang X, Albright AL. Three decade change in the prevalence of hearing impairment and its association with diabetes in the United States. Prev Med. 2009;49(5):360–364.

[2] C. Horikawa et. al.: Diabetes and Risk of Hearing Impairment in Adults: A Meta-Analysis. J Clin Endocrinol Metab, January 2013, 98(1):51–58


Quelle: Österreichische Diabetes Gesellschaft

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