Hörstörungen und Hörgeräte als Behandlung

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Hörstörungen werden in Schallleitungsschwerhörigkeit und Schallempfindungs­schwerhörigkeit geteilt, oft müssen Hörgeräte zur Behandlung eingesetzt werden.

Hörstörungen durch die gestörte Überleitung des Schalles über Gehörgang, Trommelfell oder Gehörknöchelchen zum Innenohr wird als Schallleitungsschwerhörigkeit bezeichnet. Bei Hörstörungen durch krankhaft veränderte Hörsinneszellen spricht man hingegen von einer Schallempfindungsschwerhörigkeit.

Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit werden bestimmte Frequenzen nicht oder nur bei großer Lautstärke gehört, während bei der Schallleitungsschwerhörigkeit alle Frequenzen etwa gleich schlecht gehört werden.

Ursachen für Schallleitungsschwerhörigkeit

  • Cerumenpfropf
  • Fremdkörper
  • Tubenmittelohrkatarrh – ist die häufigste Erkrankung und Hörstörung im Kindesalter!
  • akute und chronische Mittelohrentzündungen
  • Otosklerose
  • Trommelfellverletzungen
  • Mittelohrverletzungen

 

Durch verschiedene Eingriffe kann dem von Schallleitungsschwerhörigkeit betroffenen Patienten geholfen werden. Bei obturierendem Ohrschmalzpfropf ist das eine Cerumenspülung, bei Mukoserotympanon ein Trommelfellschnitt (Paracentese), mit Absaugen von Sekret und Einsetzen von Paukenröhrchen. Bei chronischer Mittelohrentzündung kommt die Tympanoplastik als gehörsanierender und zugleich gehörverbessernder operativer Eingriff zum EInsatz. Eine mikrochirurgische Operation zur Gehörverbesserung bei Otosklerose ist eine Stapedotomie mit Entfernung des Steigbügels und Ersatz durch eine kleine Prothese.

Ursachen für Schallempfindungs­schwerhörigkeit

  • Presbyakusis
  • Lärmschwerhörigkeit
  • akutes Lärmtrauma
  • ototoxische Substanzen
  • Infektionen
  • Hörsturz
  • angeborene Innenohrschwerhörigkeiten
  • Menière’sche Krankheit
  • Contusio
  • Commotio labyrinthi

 

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit ist in der Regel auf eine Schädigung der Hörsinneszellen im Corti’schen Organ zurückzuführen, die äußerst empfindlich sind. In diesem Fall kann dem Betroffenen nicht mehr operativ, sondern bei akutem Hörverlust oder Tinnitus medikamentös, bei bleibendem Hörverlust nur mit einem Hörgerät geholfen werden. Es gibt prinzipiell »Hinter-dem-Ohr«-Geräte (HdO), Conchageräte und »Im-Ohr«-Geräte (IO). Für Sonderfälle, also wenn normale Hörgeräte z.B. wegen eines chronischen Ohrekzemes nicht getragen werden können, stehen auch implantierbare Hörgeräte zur Verfügung; ferner auch knochenverankerte Hörgeräte, wie z.B. bei Gehörgangsatresien. Sind keine Sinneszellen mehr vorhanden, ist eine akustische Stimulation des Hör­organes nicht mehr möglich. In diesem Fall kann der Hörnerv durch ein so genanntes Cochlea-Implantat direkt elektrisch stimuliert werden. Voraussetzung für das Funktionieren eines Cochlea-Implantates ist natürlich ein intakter Hörnerv. Ist auch der Hörnerv nicht mehr intakt bzw. wurde er z.B. bei der Entfernung eines Akustikusneurinomes geschädigt oder durchtrennt, ist noch eine Stimulation der Hör­nervenkerne im Hirnstamm durch ein so genanntes Hirnstamm-Implantat möglich.

Wie ein Cochlea-Implantat funktioniert

Bei einem Cochlea-Implantat wird der Schall über ein Mikrophon aufgenommen, in elektrische Impulse umgewandelt, im so genannten Sprachprozessor kodiert und über einen Sender zum Cochlea-Implantat geleitet. Durch das Cochlea-Implantat erfolgt eine Steuerung der in der Paukentreppe der Schnecke liegenden Elektroden, die den Hörnerven entsprechend der Tonotopie der Cochlea durch elektrische Impulse an verschiedene Stellen stimulieren. Die dadurch entstehenden elektrischen Reize werden zu den primären und sekundären Hörzentren im Gehirn weitergeleitet.

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About Author

Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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